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Der Israelit · 1869-03-03 · Heft 9 (3.3.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 9 (3.3.1869)
Date
1869-03-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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so ist dennoch die Spekulation nicht Übel berechnet; denn bekannt ist es ja, daß H. Philippson derartige Productionen sehr gut zu verwerthen versteht, wovon derselbe noch im verflossenen Jahre einen sprechenden Beweis geliefert, und zwar dadurch, daß er die Leser der Schriften vom jüdischen Literatur-Verein mit einem dicken Bande, welcher eine Zusammenstellung der in den verschiedenen Jahrgängen der Z. d. I. zerstreuten Aussätze über Politik enthält, beglückt und das Versprechen gegeben hat, in einem später zu erscheinenden zweiten Bande diejenigen über Religion Nachfolgen lassen zu wollen, wozu allerdings die Eingangs angeführten Leitartikel reichliches Material liefern. H. Ph. wird das ihm al» Leiter des Institutes zur Verfügung stehende Honorar in die Tasche stecken und dafür vielleicht die Autoren mancher besseren Werke zurückweisen. Sicher wird man auch recht bald so glücklich sein, ein das Judenthum mit bis jetzt nicht erhörten Verbesserungen (?!) beglückendes Concil von sog. Laien sich constituiren zu sehen. Wann und wo diese aus nisp-'D ^3« und trina mnasy ’^na bestehende Versammlung abgehalten werden wird, darüber verlautet zwar bis jetzt noch nichts; aber soviel steht fest, daß Anträge und Vorlagen eingebracht werden, über die zu discutiren ganz überflüssig ist, indem die Mitglieder über derartige Dinge sich schon längst hinweggesetzt, manche sogar alles Specifisch-jüdische abgestreift haben. Religiöse Fragen, über die sich entgültig auszusprechen, die zu Cassel versammelt gewesenen sogenannten Rabbiner sich vielleicht nicht für competent oder vollzählig genug hielten, sollen durch eine Synode von Laien ihre Erledigung ermatten und durch dieselbe sanctionirt werden. Welcher Wahn und welche Profauisirung des Heiligen!!! Hat man je gehört, daß im Judenthume ein ähnliches Spiel mit dem Heiligsten, mit der Religion getrieben wurde!? — Uebrigens sind wir in der Lage, dem betreffenden Coniit« die trostreiche Versicherung geben zu können, daß die Provinz Weftphalen, besonders die Regierungsbezirke Minden und Arensberg ein ziemlich starkes Continaent zu dieser in Rede stehenden Versammlung stellen und vielleicht manche jüd. Gemeinden sich glücklich schätzen werden, wenn ihnen die hohe Ehre (?) zu Theil würde, gedachte Versammlung in ihren Mauern tagen zu sehen. Ist ja Westphalen dasjenige Land, wo man für rel. Reform (?) sehr empfänglich ist, und wo sich für dw Aufführung neuer Schauspiele, besonders da Orgelklang und Weibersang, dreijähriger Cyclus u. dgl sich schon überlebt haben, ein großer Enthusiasmus zeigt; ja, in einigen Gemeinden, wie z. B. in der Stadt Bochum gibt sich für die von Phitippson und Consorten verfaßten und von der wiederholt genannten Synode in Scene zu setzenden Schauspiele eine solche Begeisterung kund, daß man den Zeitpunkt des Zusammentrittes nicht abwarten konnte und, bevor noch von derselben das Privilegium zur Aufführung genannten Schauspiels ertheilt worden ist, einige Acte, wie z. B. das Vorlesen der heiligen mm, ohne „Aufrufen" — der Vorbeter spricht einmal vor und nach dem Vorlesen, die mmn no-o — zur Aufführung gekommen sind. Doch, auch dieses wird bald wieder aus der Mode kommen, und sind wir gespannt darauf, waalsdann zur Aufführung kommen wird. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. P. P. Soeben, beim Schluffe dieses, kömmt uns durch die jüngste Nummer des „Israelit" die Nachricht zu, daß Herr T. Portmann zu Crefeld nicht mehr unter den Lebenden weilt. Wir sind durch diese traurige Nachricht heftig erschüttert worden. Der Verstorbene b"i, mit dem auch wir persönlich befreundet waren und mit dem wir noch vor etwa einem Jahre in Hamm bei einem Schwager von uns, mit dem der Verstorbene in Geschäfts-Verbindung stand, über jüdische religiöse Zustände sprachen und uns über mm nm unterhielten, war einer von denen, wie sie, leider, immer seltener werden, so, daß man auch von ihm mit unseren Weisen sagen kann fmsruPD *61 ton. .n"3"y"j"n Hamburg Der israelitische Feuerungs-Verein von 1855 hat auch im letzten Jahre eine sehr rege imd segensreiche Thäligkeit entwickelt. Nach dem am Sonnabend in der Generalversammlung vorgelegten Bericht, betrug die Einnahme dieses Jahres an regelmäßigen Beiträgen Crt. M. 3013. 7 Sch., gegen das Vorjahr 1807 mit Crt. M. 2698. 8 Sch.; an Geschenken Crt. M. 181. 3 Sch., während das Jahr 1867 nur Crt. M. 175. 8 Dch. aufzuweisen hatte. Die Legale blieben sich in beiden Jahren gleich, nämlich Crt. M. 300. Die Zinsen vermehrten sich um Crt. M. 20. 11 Sch. und betrugen im ganzen Jahre Crt. M. 243. 5 Sch. Die Ausgaben sind nicht in dem Verhältniß gestiegen, denn die Spesen vermehrten sich nur um Crt. M. 40. 11 Sch. und beliefen sich im Ganzen auf Crt. M 393. ll1/^ Sch. Dagegen machte der eigentliche Zweck des Vereins, Minderbegüterte (verschämte Arme) für den Winter unentgeltlich mit Feuerung zuversehen, einen erfreulichen Fortschritt. Es wurden nämlich im 1.1867180 Portionen, im Betrage von Crt. M. 3300. 9 Sch. vertheilt, während die im verflossenen Jahre aber auf 201 Portionen, im Betrage von Crt. M. 3680 11 Sch. gestiegen sind. Der Reservefond des Vereins besteht/ den Statuten gemäß, ans Legaten. Das Capital des Vereins beträgt im Ganzen circa Crt. M. 6000. Altona. Am Sonnabend fand die alljährliche Generalversammlung des „Feuerungs-Vereins v. 1864" Statt. Derselbe hatte im Jahre 1868 eine Einnahme von Crt. M. 600, ferner an Geschenken Crt. M 100. Während im ersten Jahre seines Bestehens nur 10

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