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Der Israelit · 1869-02-24 · Heft 8 (24.2.1869) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 8 (24.2.1869)
Date
1869-02-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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X, Jahrgang. Zweite Beilge zu Nr. 8 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspon- -enzen. jj Deutschland. Ij Mainz, den 18. Febr. Wir haben heute 1000 j Thaler für die Nothleidenden in Westrußland und ] zwar 5(0 Thaler nach Memel und 500Thaler nach i Lyck gesandt. Die Summe der in diesem Jahre j von uns übermittelten Gelder betr gt somit 1,500 1 Thaler. Bei der nächsten Sendung werden wir auch H die Comiteen zu Tilsit und Gumbinnen bedenken. '1 Aus Hessen. Der im vorigen Jahre unternommene Versuch, die längst gerichteten, abgeurtheilten Rabbiner-Versammlungen wieder in's Leben zu rufen, um dadurch der Reform neuen Boden zu gewinnen,! ist, wie nicht anders zu erwarten stand, kläglich gej scheitert. Die 24 Rabbiner und sogenannte Prej diger, es einsehend, wie durch derartige, nutzlose Verjj suche, sie der eigenen Sache am Meisten schadeten, beschlossen eine Synode, vorzugsweise aus den Rabbinern der Gemeinden zu berufen. Dadurch sollte vor Allem die eigene Unbedeutenheit nummerisch beseitigt werden; jene Vertreter der Gemeinden sollten das Statistenthor bilden, die Nullen, um den winzigen Einern höheren Werth zu verleihen. Friede und Einheit auf den Lippen, im Herzen Kieg und Zerstörung bergend, sind jetzt, auch in unserer Provinz die betreffenden Einladungsschreiben ergangen. Doch G. s. D., Hessen besitzt gesetzestreue Gemeinden und Mabbinen, die ihre Pflicht kennen. Diese hatten sich geräuschlos und schnell dahin geeint, einstweilen ihre Gemeinden aufzuklären, zuwarnen; jene erkannten bald, um ^was es sich handle, was man von ihnen wolle. Mit Itiefer Entrüstung wurde in vielen Gemeinden jenes Schreiben ausgenommen; andere erklärten, sie befänden sich im Bereiche ihres religiösen Lebens so wohl, daß sie nicht daran dächten, solches mit der Reform ju vertauschen, noch andere, sie besäßen im Landrabbinate eine gesetzliche Autorität, in der die Religion o überwiegend und kräftig vertreten sei, daß eS für ie einer Synode nicht bedürfe. Möchten nur überall Rabbinen und Gemeinden so energisch und gesetzestreu vorschreiten, und auch dieser Versuch wird, vie alle andere derartigen, im Sande verrinnen. , Um indeß die religiösen Gemeinden überall über Aas Wesen jener sog. Rabbiner-Versammlungen zu Aelehren, ersuche ich Sie, geehrtester Herr Redakteur, jp Wieder-Abdruck der im Jahre 1845 nach Abhalmg der ersten Rabbiner-Versammlung zu Braunschweig erlassenen Erklärung von zuerst 116, zuletzt mehr als 300 der geachtetsten und anerkanntesten Rabbiner Dentschlands, Ungarns, Frankreichs, Englands, j Hollands, Palästinas rc. eine Erklärung, die heute j noch, Wort für Wort ihre volle Geltung hat* höchj stenö, daß, wenn es erforderlich sein sollte, jetzt die Zahl der in geschlossener Phalanz für das orthodoxe Judenthum zum Kampfe eintretenden Rabbinen, noch bei Weitem größer sein würde, ab '2. (Wir werden dem Wunsche des geehrten Herrn Correspondenten nächstens Nachkommen. Red.) München, 13. Febr. Der Prosector und außerordentliche Prof. Or. Herz in Erlangen wurde zum ordentlichen Professor der Anatomie ernannt. Berlin. Am 7. Februar fand im Locale der Gesellschaft der Freunde die diesjährige Generalversammlung der Gemeinde , 8okc> obare Hattob“ (Förderer des Guten) statt. Die Betheiligung war diesmal von besonderem Umfang und die Rührigkeit der Parteien groß. Herr Json Friedheim wurde zum Vorsitzenden gewählt und die Candidatenliste unverkürzt und mit großer Stimmenmehrheit angenommen. Der Generalversammlung reihte sich ein Festmahl an, das von Herrn Hr. Gumbinner, dem aus seinem Amte scheidenden Vorsitzenden, mit einer Ansprache eröffnet wurde, an die er ein Hoch auf den König anschloß. Hierauf richtete Hr. Friedheim an die Versammlung einige herzliche und beherzigenswerte Worte, durch welche er sich in sein Amt einführte. Auch der wiedergewählte Rendant Hr. I. Gumbertz sprach seinen Dank der Versammlung aus. Die Herren Benscher und Lewinschn brachten Toaste, ersterer auf die Vertreter, letzterer unter regem Beifall auf die Damen der Gesellschaft aus. Während der Gänge wechselten Mustk- und Gesangvorträge mit einander ab. Herr Hr. Naschvr begrüßte die festliche Versammlung seiner Gemeinde, regte dann später auch zu einer Sammlung zu Gunsten der Armen an. Nach der Tafel fand ein Ball statt!!! (Berl. Börsenztg.) Breslau Wenn ich solange, fast 5 Monate hindurch meine Berichte aus Breslau für den „Israelit" unterbrochen habe, so glaube ja nicht, liebe Leser, daß dies etwa aus Mangel an Thatsachen und Neuigkeiten geschehen ist. Es gibt gewisse Momente, in denen man sich durchaus nicht geneigt fühlt, Thatsachen und Neuigkeiten öffentlich zur Sprache zu bringen. Dieser allgemeine, immer mehr um sich greifende Jndifferentismus unserer Glaubensgenossen einerseits, andererseits wieder die Schlaffheit und Lauheit selbst glaubenstreuer Israeliten, einzustehen für die heiligen Güter unserer Lehre, und

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