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Der Israelit · 1869-02-17 · Heft 7 (17.2.1869) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 7 (17.2.1869)
Date
1869-02-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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119 verleugnet, kann selbstverständlich auch in derGegenwart nicht im Judenthume stehen. Denn was ist die Gegenwart? Die Gegenwart ist ein stüchtiger Moment, ein gar nicht festzuhaltender, flüchtiger Moment zwischen der Vergangenheit und der Zukunft; scheiden wir die Vergangenheit ab, scheiden wir die Zukun-t ab, so kann von einer Gegenwart eo ipso nicht die Rede sein. — Nun aber vergleichen wir, was bietet uns in dieser Richtung das MajoritätS-Elaborat? Nun dieses Majoritäts-Elaborat bietet uns eben im ersten Paragraphen ein Bedürfnis, ein fubjectives Element, daß also von der Gefühlsstimmung, Sympathie und dem Standpunkte abhängig ist; es bietet uns dieser Paragraph nicht einmal ein Pflichtgefühl, nur ein Bedürfniß, ja, da kann das ganze Elaborat illusorisch werden, weil eben kein Bedürfnis vorwaltet. Wenn ich kein Bedürfniß habe, brauche ich kein Elaborat, habe gar nicht das Bedürfniß nach einem Elaborate. (Große Heiterkeit.) Ich will damit sagen, daß uns dieses Bedürfniß nicht nur nicht genügen kann, sondern geradezu jene Hinterthüre, welche von Herrn Oberrabbiner angedeutet, aber schon seit zwanzig Jahren als antiquirt erklärt wurde, diese Hinterthüre wird gerade dadurch möglich. Bedürfniß? Hm, eö kommt erst darauf an, ob wir ein Bedürfniß haben; ich habe kein Bedürfniß. Wo kein Bedürfniß, kein Elaborat; wo kein Elaborat, keine Gemeinde, so folgert die aristotelische Consequenz. — Herr Rabbiner Steinhardt hat gestern gesagt, dergleichen wäre ben Commissionsmitgliedern durchaus nicht im Sinne gelegen. Ich muß gestehen, meine Herren, daß ich später, ich weiß nicht wie lange, durch Herrn Diener irre geworden, der das Elaborat eine Transaction genannt. Denn hinter TranSaction steckt noch etwas; ich kenne zwar dieses Etwas nicht, aber vorhanden muß es sein, denn eine Transaction setzt eine Doppelseitigkeit voraus, wo transagirt wird. Ueberhaupt begreife ich das Brausepulver des Herrn Rabbiner Steinhardt nicht, es ist das — wie mir scheint — ganz unparlamentarisch. Kommt es denn darauf an, was Steinhardt, Mezei oder Diener im Sinne gehabt haben? Nein, darauf kommt es an, was hier schwarz auf weiß steht (Beifall.) Es braucht sich hierüber kein einziges Commissionsmitglied beleidigt zu fühlen. SühjectivMt können wir nicht. Objective, nicht aber einzelne Commissionsmitglieder sollen in Ungarn herausgegeben werden. Die Gesinnnng der einzelnen Commissionsmitglieder kann uns nicht beruhigen. Es kommt eben darauf an, was im Elaborate steht, und was deducirt werden könnte, und was nicht. Es hat unser geschätztes Mitglied Herr M. A. Weiß, der auch mich, wie gewiß alle andern Herrn Deputirten mit seinem Reigebeginne recht erfreut hat, davon gesprochen, daß es eben wahr wäre, daß es zwei Parteien gibt, und das schadet nicht. Ja es ist wahr, Opposition muß sein dem großen Pitt nach, der da sagte, wenn die Opposition nicht wäre, so würde er sich eine schaffen. Sagen wir es nur frei heraus, eS gibt zwei Anschauungen, es gibt zwei Ansichten, aber — wie Herr Weiß gesagt, das schadet nicht, durchaus nicht. Herr Weiß hat in seiner Versöhnungsrede auch von „cn dh'?*? n:n gesprochen, was doch bei 'NW nn steht. Ganz richtig, sehr wahr! Ich sage sogar, ich habe dafür eine besondere Anwendung auf das Elaborat. Alles, Alles, was sich innerhalb dieser festbegründeten traditionellen Lehre und darauf bauen läßt, ein Saal oder Dachstübchen, jenachdem der Eine oder der Andere Dieß oder Jenes wählt, aber nur innerhalb bestimmter Mauern und Grenzen! Nur, wie Herr Dr. Popper gesagt hat, nur bei treuer Anhänglichkeit an den Glauben unserer Väter wäre dieses Object das rechte. Wir wollen eben nichts anderes, als einen Schatz für unsere Brüder in Ungarn mit hinausnehmen. Aber sonst auf Grund dieser beiden Anschauungen sage ich mit c»n onba nm lbm lbtt. Derselbe Herr Weiß hat in derselben Ansprache gesagt, daß am Ende die Giltigkeit einer Majorität keine mathematische Beweisführung wäre. Es ist nicht immer bewiesen, daß die Wahrheit immer gerade bei der Majorität ist. Aber was soll man denn thun? das geht nicht anders, es ist das im Leben ein constitutionelles Nebel. Nun es ist für uns doppelt nothwendig, weil es Pflicht ist, weil Gott es geboten hat, also ist es ganz richtig. Nun steht aber daneben der Satz myib DH") nn« '’nn *6. Ich werde mich darüber aussprechen. ES ist hier die Stelle nicht, aber mit einem Worte darf ich's wohl erwähnen üb« das „Dill" findet sich im „More" eine sehr geistreiche Definition. Das ins Leben tretende Wahre heißt die Wahrheit im Denken heißt „rm," die Wahrheit im Leben aber heißt ANZEIGEN. /Ain Lehrer, Schächter tnvp (unverheirathet), dem die besten Zeugnisse zur Seite stehen, sucht in Bälde oder bks Aptu seine jetzige Stelle mit einer andern zu vertauschen. Gefäll. Offerten unter Ehfffre R. 191 beliebe man an die Expedition d. Bl. zu richten.

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