Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1869)
- Date
- 1869-02-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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X. Jahrgang. ii J\£ 7. §srae Ein Kenlrat - Hrgan für das orthodore Audenthum. Herausgegeben von vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 17. Februar 5629 (186 9). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder sl. 5. 15 kr. rh. Man abovnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungm an. Inserate IV2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifoand pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. I «ha kt. Leitender Artikel: Gewissensfreiheit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Würzburg. Aus Bayern. Württemberg. Berlin. Berlin. Berlin. Altona. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wim. Wien. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. Auxonne. — Spanien: Madrid. — England: London. Bradford. — Donaufürstenth.: Bukarest. — Palästina: Jaffa. — Amerika: New-Aork.— Cincinnati. — Afrika: Tunis. — Feuilleton: Unmöglich. I«hatt der Freilager Leitender Artikel: Der israel. Congreß zu Pesth. Inhalt der wissenschaftliche« Beilage: Samuel und Agag. — Hebräische Studien. — Leitender Artikel. Gewissrnsflriheit. Mainz, den 10. Februar. Fast zwei Jahrtausende lang haben unsere Glaubensgenossen vergeblich nach dem köstlichen Gute der Gewisiensfreiheit geschmachtet. Zwar hat man unfern Vätern gestattet, den einzigen Gott in der uns vorgeschriebenen Weise zu verehren, indem man nur von Zeit zu Zeit ihnen den fremden Glauben mit Gewalt aufdrängen wollte, indem die bittere Wahl zwischen Tod und Abfall vom Glauben nur ausnahmsweise in gewissen Epochen gestellt wurde, allein auch die Zeiten der Ruhe bildeten fortdauernde Verfolgungen des Glaubens halber. Schmach, Schande, Knechtschaft, Ausschließung von den meisten bürgerlichen und allen politischen Reckten waren bis vor wenigen Jahrzehnten fast auf dem ganzen Erdenrunde das Loos der Bekenner des einzigen Gottes. In den civilisirten Ländern ist eS, G. f. D., in der neueren Zeit anders und besser geworden, und dennoch babcn wir noch immer für die Freiheit unseres Gewissens zu kämpfen und zu ringen, und zwar in noch schmerzlicherer Weise als ehedem, da unsere Unterdrücker nicht unter den andern Nationen, sondern unter unfern eigenen Brüdern zu suchen sind. Was haben nur die gesetzestreuen Israeliten in Mainz in den jüngstverflossenen Jahrzehnten zu kämpfen gehabt! Man wollte sie zwingen, eine Reform- Synagoge zu besuchen, einm vr. Aub als Rabbinm anzuerkennen, die von ihm approbirten Schochttm zu benutzen, von ihm Trauungen, Cbalizah rc. vollziehen zu lassen! Schritt für Schritt mußte das Terrain erkämpft werden! Keine einzige Concession wurde ohne die Dazwischenkunft der Regierung und manchmal sogar der Landesvertretung gemacht. Christliche Behörden mußten unS unser Recht verschaffen, christliche Abgeordnete aller Confessionen und Parteien mußten für uns eintreten, während von den zwei jüdischen Abgeordneten der zweiten Kammer der eine bei der Abstimmung fehlte und der andere — wiewohl er, ohne seinen eigenen Principien untreu zu werden, nicht gegen uns stimmen konnte, — doch die Gelegenheit benutzte, einen Stein auf uns zu werfen. Und waS hatten wir verlangt? Nichts als Gewissensfrei-