Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 6 (10.2.1869)
- Date
- 1869-02-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Zsra ri ♦ Ein Kenlrat-Hrgan für das orlhodore Iudenthum. Herausgegeben von Br. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 10. Februar 5629 (186 9). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. €. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehme« Bepellungen an. Inserate IV2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. öfierr. an die Expedition franco einzufendm. Anhalt. Leitende Artikel: Die Reformbestrebungen innerhalb des Judenthums. — Die jüdische Ehe. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Berlin. Berlin. Köln. Creseld. — Oesterr. Kaiserst.: Wim. Wim. Wien. Suben. — England: London. — Spanien: Madrid. — Rußland. — Norwegen: Christiania. — Afrika: Algier. — Feuilleton: Unmöglich. Inhalt der Neilager Leitender Artikel: Der israel. Congreß zu Pesth. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterr. Kaiserst.: Aus Tab. — Frankreich: Paris. — Spanien: Madrid. — Rußland: Petersburg. Petersburg. — Palästina: Jerufal«v. ‘r-c-fUtusif«: New-Iork. — Leite «D e Artikel. Die Nesormdestretmngen innerhalb der Lndrnthnms. n. Mainz, den 2. Februar. Wir haben in der vorigen Nummer die Resormbestrebungcn innerhalb deS Judenthums zu characterifiren versucht. Wir finden soeben in einer andern jüdischen Zeitschrift ähnliche Gedanken in humoristischer Form ausgesprochen, und zwar so treffend, daß wir unsern geehrtm Lesern dieselben im Auszüge mittheilen wollSn. s Die bisher von Dr. Frankel in Breslau herausgegebene Monatsschrift ist in die Hände des Dr. Gr ätz daselbst übergegangen. Unsere Leser wissen, daß weder Frankel noch Grätz einer strengen Orthodoxie huldigen. Um so gewichtiger wird deren Urtheil über den seit fünfzig Jahren in Deutschland grassirenden Reformschwindel in die Wagschale fallen. Doch hören wir die gmannte Monatsschrift; sie sagt: „Soeben tritt der Hamburger Tempel in das fünfzigste Jahr seines Bestehens. Die Cultusreform in Deutschland feiert damit ihr fünfzigjähriges Jubiläum. Denn Hamburg war das neue Zion, wovon die „Lehre" der Reform ausging, Hamburg, berühmt durch seinen Hafen, sein Rauchfleisch und seinen Tempel! — Was ist zur Feier jenes denkwürdigen Ereignisses geschehen? Sind etwa die deutschen Juden hinaufgewallfahrtet nach dem neuert Zion, Palmzweige tragend und singend: Ich freue mich mit Denen, die da sprechen: in den „Tempel" werden wir ziehen? Oder haben sie wenigsten-, Gemeinde für Gemeinde, in ihren Tempeln so Etwas wie ein Reformationsfest gefeiert? Nein! — Was geschah denn? — Der Prediger des Tempels hat eine Rede gehalten und drucken lasten! — Sonst nichts? — Sonst nichts! „O Hamburg, wo ist Dein Jeremia, der auf den Trümmern Deiner Reformglorie feine Klagelieder anstimmte, der mit dröhnender Stimme — daß die Pfeiler der Börse und Banken erzitterten — ausriefe: Bedenke Herr, was aus uns geworden, schau" her und steh" unsere Schande!? — Wie unvorsichtig war es von Euch, Ihr verdienstollen Gründer des Tempels, daß Ihr den Msobab b’aw beseitigt habt! Ihr hättet ihn in kluger Voraussicht dieses Jubiläums belassen sollen, denn der Tempel würde jetzt, da er kein ehrenvolles Reformatisnsfest begehen kann, wenigstens einen ehrenvollen — Tischah b’aw haben. Nun hat er auch den nicht!