Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1869)
- Date
- 1869-01-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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X, Jahrgang. E i n Hentrat - Hrgan für das orthodoxe Iudenthurn. Herausgcgeben von Vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2 7. Januar 5629 (186 9). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Beflellungm an. Inserate IV2 Sgr. die Petrtzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francoznsendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Aityatt. Leitende Artikel: Die israel. Gemeinde %u Berlin. — Die jüdische Ehe nach biblischen und talmudischcn Grundsätzen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Memel. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Linz. — Feuilleton: Unmöglich. Anhalt der ZSeikage: Leitender Artikel: Der israel. Congreß zu Pesth. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oesterr. Kaiserst.: Wien. Prag. — Donaufürstenth.: Bukarest. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris. — Belgien: Brüssel. — England: London. London. — Rußland: Petersburg. — Schweden: Stockholm. — Leitende Artikel. Die israel. Gemeinde zu Berlin. n. Mainz, den 20. Zanuar. Wir haben bereits in voriger Nummer die Trauerkunde von dem Hinscheiden des ehrwürdigen Rabbinen Elchanan Rosenstein gebracht. Rabbi Elchanan war fast ein halbes Jahrhundert hindurch Mitglied des Berliner Rabbinats gewesen. Ein Enkel des berühmten Danziger Rabbinen, Rabbi Elchanan Asckkenasi Verfassers des bei allen jüdischen Gelehrten im hohen Ansehen stehenden mnü mo iso, war er in noch jugendlichem Alter nach Berlin als RabbinatSassessor berufen. Rabbi Elchanan Rosenstem >"1 war ein echt frommer, für Thora, Abodah und Gemiluth Chaßadim lebender Mann; seine Milde und Freundlichkeit, sein liebenswürdiges Benehmen, seine stete Bereitwilligkeit, überall hilfreich zu sein, wo sich ihm die Gelegenheit bot — das Alles gewann ihm die Herzen Derer, welche mit ihm verkehrten. Soviel in seinen Kräften stand, trat er den verderblichen Bestrebungen, die sich in den jüngsten Jahren in Berlin geltend machten, entgegen, leider nur mit geringem Erfolge. Dagegen beaufsichtigte er die ihm unterstehenden Gcmeindeinftitutionen: Schechitah, Mikwah rc. mit der größten Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt. Was wird nunmehr aus diesen werden? Vor dem Leichenbegängnisse, Sonntag am 17. Januar, hielt Herr Rabbiner vr. Aub die Trauerrede in der Synagoge. Wir haben mehrere Berichte erhalten, welche unter dem frrscken Eindrücke dieser Rede geschrieben, so voller Entrüstung, so voll wenn auch gerechten, so doch heftigen Zornes sind, daß wir sie nicht wiedergeben, um nicht den literarischen Anstand zu verletzen. Herr Vr. A., von dem ganz Berlin weiß, »aß er den Dahingegangenen unzählige Mal gekränkt und verhöhnt hat, so daß sich der Verstorbene veranlaßt sah, regelmäßig die Synagoge zu verlassen, sobald Herr A. in derselben predigte, dieser selbe Herr vr. A. wagte es, von dem gegenseitigen amtsbrüderlichen Verhältnisse, von der gegenseitigen freundschaftlichen Hochachtung zu sprechen, indem er sich zu Hillel (!!!) und den Heimgegangenen zu Schammai verglich! Aber trotz der beanspruchten „Hillel" - schast konnte er sich nicht enthalten, einen Stein auf den Sarg des Verstorbenen zu werfen, indem er behauptete, man sage dem Verewigten nach, er habe den Armen nicht genug gespendet! — während doch sogar die X