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Der Israelit · 1869-01-13 · Heft 2 (13.1.1869) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 2 (13.1.1869)
Date
1869-01-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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JM 2 X. Iahrgan E r n Gentrat-Hrgan für das orthod-re Kudenthum. Herausgegeben von l>r. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 13. Januar 3629 (1869). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 8 Thlr. pr. E. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate l1^ Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours- Directc Francozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenven. Anhalt. Leitender Artikel: Zur sogenannten Cultussrage. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: München. Berlin. — Oesterreich. Kaiserst.: Wien. Wien. Prag. — Italien: Florenz. — Belgien: Antwerpen. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. Paris. Paris.— Am erika: New -Aork. — Australien: Sydney. Melbourne. — Feuilleton: Unmöglich. Inhalt -er -rslen Freitage: Leitender Artikel: Wer israel. Congreß zu Pesth. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Rheine. Berlin. — Holland: Amsterdam. — Oe st. Kaser st.: Wien. Pesth. Pesth. — Belgien: Brüssel. — Frankreich: Paris. — Leitender Artikel. Zur s-genannlkn Cultussrage. Mainz, den 10. Januar. Herr Rabbiner Dr. Joel in Breslau hat ein Schriftchen publicirt, das er „Zur Orientirung in der Cultussrage" benmnt und das der Theilnahme des Verfassers an der Casseler Rabbinerversammlung seinen Ursprung verdankt. Herr Dr. I. meint, er bringe „ ein Opfer " damit, daß er sich über die Cuttusfrage vernehmen lasse und bittet, dieses „Opfer" dadurch zu vergüten, daß man seine Schrift objectiv beurtheile. Wir wollen seiner Bitte willfahren und uns ganz obftctiv mit der Frage beschäftigen, die erst er und seine Gesinnungsgenossen zu einer solchen gemacht haben. Der Standpunkt des Herrn Dr. I. ist leicht zu characterisiren; seine Grundsätze gipfeln ungefähr in dem folgenden Satze: „Ich möchte gern ein guter Jehudi sein, indeß...., wenn man Rabbiner der Breslauer Reformgemeinde ist und die von Geiger verfaßte Liturgie acceptirt hat und ferner einflußreiche Gemeindeglieder da sind, die ihre Kinder nicht besäneiden sondern einsegnen lassen wollen, so muß man mit dem Strome schwimmen, beide Augen gegen seine bessere Ueberzeugung verschließen und das thun, was man selbst als Unrecht verdammen möchte." Herr Dr. I. wirst zunächst die Frage auf, ob Gebetstücke, welche der Ausdruck dogmatischer Vorstellungen in den Fluß geschichtlicher Bewegung gebracht werden, d. h. reformirt werden dürfen. Nachdem Herr Dr. I. ganz richtig die alberne Behauptung, die jüdische Religion habe keine Dogmen, als widersinnig nachgewiesen und es ausgesprochen hat, daß derjenige, welcher gewisse Grundlehren unserer heiligen Religion nicht anerkenne, nicht mehr innerhalb des JudenthumS stehe, perhorrescirt er dennoch die Scheidung von diesen thatsächlich aus Israel ausgeschiedenen Elementen. Herr Dr. I. mißversteht den Grund, warum wir „Trennung" verlangen, gänzlich. Wir verlangen nur dann die Ausscheidung der orthodoxen Elemente einer. Gemeinde, wenn diese als Minorität gezwungen werden soll, sich den irreligiösen Institutionen einer reformistischen Majorität zu fügen, sei es in Bezug auf Synagoge, Schule, Mikwah, Schechitah, Hvraah rc. In diesen Fällen hat sogar der Einzelne die Pflicht, selbst wenn er nicht einen einzigen Gefährten findet, sich von einer irreligiösen Gemeinschaft loszusagen. (Maimonides in der Einleitung zu Maßecheth Aboth Cap. 4). Gelingt es aber, eine religiöse Ge-

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