Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1869)
- Date
- 1869-01-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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5 ständen Westfalens entwerfen zu müssen. Gebe Gott, daß es hier recht bald Licht werde, damit wir im Stande seien, Dir Erfreulicheres über unsere relig. Zustände mitzutheilen. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien. Se. MaMar der Kai'er hatdemZünvwaarenfabrsianten A. M. Pollak in Anerkennung seines Opferwilligen gemernnützigen Wirkens den Orden der eisernen Krone dritter Klaffe tarrrei allergnävtgst zu verleihen geruht. Brünn. Das von Herm D. Ehrlich hier redigirte „Abettdlan"" hat seit Ende Dezember §u erscheinen aufgehört. Almütz im December. Da sich in Ihrem sehr geschätzten Blatte nicht häufig Berichte über mährische Gemeinden befinden, und die Schwierigkeiten, welche in diesem Lande schon seit langer Zeit dem jüdischen Gemeinoeleben in kleineren Orten durch den Abgang vieler wohlhabender Mitglieder entstanden, gegenwärtig auch in anderen Ländern eine immer weitere Ansdehnung nehmen, dürste es für die Leser dieses weitverbreiteten Organs nicht ohne Interesse sein, zu erfahren. wie bei einer einsichtsvollen, gewissenhaften Gemeindeleitnng auch in solchen Gemeinden, von denen sich ein großer feil ihrer ve^nögenderen Mitglieder entfernte, die zum jüdischen E^meindeleben gehörenden Institutionen bestehen und in' einer den zu stellenden Anforderungen entsprechenden Weise gepflegt werden. Ein solches Beispiel kieferr die Gemeinde zu Mährisch-Anssee, die durch die Entfernung des größeren BheileS ihrer begüterten Mitglieder trotz der Opferwilligkeit, mit der viele derselben auch seit ihrem Abgänge zu den Gemeindebedüfnissen beitragen, bedeutende materielle Nachtheile erlitt, in der aber durch die umsichtige, hingebungsvolle, auf wahrhafter Selbstverleugnung beruhende Verwaltung des Vorstehers Herrn S. A. Pollak alle jüdischen Gemeindeanstalten nach den Bestimmungen des Religionsgesetzes erhalten werden. In den drei Beziehungen, welche die Bans des jüdischen GemeindelebenS bilden, in der Fürsorge für die Fortpflanzung der Kennmiß des jüdischen Schriftthums, in der sorgfältigen Pflege der zur praktischen Erfüllung des Gottesgesetzes erforderlichen Anstalten und in oer zur Humanitären Seite des jüdischen Gemeindelebens g-- hörenden Unterstützung der Hilfsbedürftigen hat sich Herr Pollak durch seine wachsame, die Gemeindeinteressen Mil Intelligenz und Thatkrast fördernde Verwaltung Verdienste erworben, die seine Thätigkeit, selbst wenn man von den lokalen Schwierigkeiten absieht, deren Ueberwindung seiner besonder» Energie zuzuschreiben ist, als Muster einer jüdischen Gemeindeverwaltung erscheinen lassen. Seinen unablässigen, die wahrhafte Aufgabe einer jüdischen Gemeinde erkennenden Bemühungen ist es zu verdanken, daß in der erwähnten Gemeinde trotz der Beschränktheit der Mittel Talmud-Thora sich der Unterstützung und Hebung erstellt, die Mikwah, die gegenwärtig leider durch den Leichtsinn der Gemeindevorstände an manchen Orten so sehr vernacklässtgt wird, restaurirt wurde, und die Armen durch regelmäßige wöchentliche Gaben aus der Gemeindekasse unterstützt werden; der vertrauenerweckenden Thätigkeit des Herrn Pollak ist es auch zu danken, daß außerhalb der Gemeinde wohnende Mitglieder, bei denen dis Anhänglichkeit an ihre Gemeinde sich trotz ihrer Entfernung ungetrübt erhalten, nicht selten durch seine Hand den Hilfsbedürftigen der Geineinde Unterstützungen an Geld und Naturalien zukommen lassen. Eine für den Beobachter wohlthuende Wahrnehmung ist es aber auch, daß ein solches Wirken. dem in unseren Tagen besondere Anerkennung gebührt, dieselbe mitunter auch zu Thesi wird; als Herr Pollak sein bei seiner seltenen Thätigkeit mühevolles und zeitraubendes Amt niederzu'legen beabsichtigte, wurde er nicht bloö von dem k. k. Bezirksamt«, das seiner Wirksamkeit stets die entschiedenste Anerkennung zollte, auf's Driilgendste ersucht, in seinem Amte zu verbleiben, sondern auch von auswärtigen Gemeinvemitqliedern mit Bitten bestürmt, von dem Vorhaben deS Rücktrittes abznstehen, und die lebhafte Tbeilnahme, welche dieselben bei dem im vorigen Jahre in Folge der enlgereichten Resignation stattgefundenen Wahlakte bekundete, bestimmte» endlich Hrn. Pollak zur Freude der Gemeinde, die mit Acclamation ans ihn gefallene Wiederwahl anznnebmen. Diese Berücksichtigung des in so hohem Grade verdienten Vertrauens ist auch fortwährend und besonders unter den gegenwärtigen Umständen für die betr. Gemeinde von den wobltbätigsten Folgen, denn während in manchen Gemeinden die durch die Staatsgesetze gewährte Autonomie, die vom jüdischen Standpunkte auf's Freudigste begrüßt werden muß, momentan den Fortbestand der Gemeindeanstalten zu bedrohen scheint, erfreuen sich dieselben in Anssee durch das taktvolle, ans ^achkenntniß beruhende Wirken des Herrn Vorstehers Pollak einer fortwährenden Pflege, die den Beweis liefert, daß in einer Gemeinde, deren Interessen von einem Manne vertreten werden, der jüdisches Wissen und streben mit socialer Bildung vereint, die zur Verwirklichung der von einer jüdischen Gemeinde zu lösenden Ausgabe führenden Mittel und Wege auch unter schwierigen Verhältnissen gefunden werden können. D v n a u s ü r st e n t h ü m e r. Bukarest. Das berüchtigte Projett der 21 Deputaten der rumänischen Kammer über die Re-