Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1868)
- Date
- 1868-12-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IX. ^sahrgang JM SO. Der Israelit. Ein Kenlrat - Grgan für das orttjodore Iudenlhum. Herausgegcbm von Di*. Lehman» in Mainz. Mittwoch, den 9. Deeember 5629 (1868). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens % Bogen. Preis des JahrgcngS 3 Thlr. pr. C. oder fl. 8. 1b kr. rh. Man adonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen iM. Inserate IV2 Sgr. die Petitzelle oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung mller Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition frenco einrusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Judenthum und Hellenismus. — Wer ist Schuld daran ic. — Zeitungsnachricht»« und Correshondcnzc«: Deutschland: München. Berlin. — Oesterr. Karserst.: Pesth. Schütt- Sommerein. — Italien: Florenz. — England: London. London. — Spanien: Madrid. Madrid. — Amerika: San Francisco. Jackson. Lima. — Afrika. — Australien: Ballarat. — Feuilleton. Eine Seder-Nacht in Madrid. Inhalt der erste» Beilage: Leitender Artikel: Die ungarische Rabbiner-Versammlung rc. ZeitongSuackrichten und Corretponvenzen: Deurschland: Aachen. Lübcck. — Oesterr. Kais erst.: Wien. Prag. Prag. — Spanien: Madrid. — Amerika: New-Aork. — Inhalt der zweiten Beilager Leitender Artikel: Literarischer Bericht. JeituvgSoachrichteu nnd Co rcfpondenzen: Deutschland: Aue Westphalen. — Oesterr. Kaiserst.: Wien Wien Prag. Prag. — Donau fü r st ent h.: Aus Bukarest. Aus Rumänien. Frankreich: Paris. Paris. Paris. — Feuillrton: Die Emancipation der Juden in Frankreich. Leitende Artikel. Indrnthum und Hellenismus. (Zum Chanukah-Feste.) Es ist ein wunderbar schönes Fest, das zu feiern wir bereits be-opnen haben, wann diese Zeilen in die Hände der gMrhen Leser gelangen werden. Ein großes, welthistorisches Ereigniß hat den Anlaß zu deiy Chanukah-Feste gegeben. Was würde aus der Welt geworden sein, wenn es dem Antiochus EpiphaneS gelungen wäre, die Juden abtrünnig zu macken vom Glauben der Väter, sie Gott, den Allmächtigen vergessen, zu lassen und sie zur Anbetung der griechischen Götter zu zwingen? Es würde, wenn .das überhaupt möglich gewesen wäre, nicht allein kein Judenthum, sondern gar keine positive Religion existiren, die Gott, den Allmächtigen, zum Ausgangspunkt hätte; denn das Chriftentbum und die Lehre Muhameds sind ja aus dem Judentbume bcrvorgegangen und sind ohne diese Gnmdtage und nkar. Mit beispiellosem Muthe, mit unerreichter Aufopserungsfädigkeit und unerschütterlichem Gottveriranen erhoben sich die basmonäischm Helden zum Kampfe gegen das übermächtige syrische Reich, zum Kampfe für die höchsten Güter der Menschbeit, nnd in wunderbarer Weise verhalt ihnen der allmächtige Gott zum Siege. Das Denkmal dieser großartigen Siege in blutigen Schlachten, dao sind die Channkah Lichter, welche jeder Israelit, im Pa'.ast oder in der Hütte, anzuzünden beginnt am Vorabende des 25. Tages des Monats Kislew, um sie von Abend zu Abend zu mehren während der achttägigen Festesdauer. Nicht ans eigenen, Antriebe waren die griechischen Machthaber dazu gekommen, Israel von seinem Gotte abtrünnig zu machen, sondern schlechte, vom damaligen Zeitgnsie verbleut ete Inden waren es, welche sine trübe Zeit herbeigcfnbrt hatten. Die Griechen hatten Auen erobert. Mit den Eroberern zogen griechische Cultnr, griechische Kunst, griechische Wissenschaft, griechische Philosophie, griechische Laster und Unsitten, griechischer Götzendi.nst in den eroberten Erdtheil ein. Viele der heidnischen Völker vertauschten ihren Götzendienst mit dem der Eroberer; statt Thiere oder Gestirne anzubeten, opferten sie dem Zeus und dem Herakles, der Here und der Pallas Athene. Aucy in Judaea ward die Nach-