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Der Israelit · 1868-12-02 · Heft 49 (2.12.1868) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 49 (2.12.1868)
Date
1868-12-02
Page
– (sequence 17)
Language
German
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IX. Jahrgang. Zweite Beilage zu Nr. 49 des Israelit. Leiten-ev Artikel. Literarischer Gericht. Sech er Rab von R. Bin ja min Mussaphia, zum Schulgebrauche bearbeitet und mit einem hebr. Wörterbuche versehen von Jonas Willheimer, Neligionslehrer in Eisenstadt. Im Selbstverlag des Vers. Prag 1868. Allenthalben offenbart sich heutzutage auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft das löbliche Streben, nicht so sehr schöpferisch vorzugehen, als vielmehr die alten Quellen aufzugraben und zu erforschen, und sie für die Jetztzeit zu benutzen; man bemüht sich, auf Grundlage des Alten fortzubauen, das Bestehende zu erhalten und das Antike sich zum Muster zu nehmen. In dieser Hinsicht hat sich Herr Willheimer, ein zwar junger, aber rüstiger, redlicher Arbeiter im Felde der hebr. Sprache und der Erziehung , bereits mehrfaches Verdienst erworben. So gab er vor einigen Jahren Arba Kossoth von Sal. Pappenheim mit schöner deutscher Übersetzung und guter hebr. Erklärung heraus. Sein jüngst erschienenes Werk: Sech er Rab, legt Zeuguiß ab, daß er auf dieser von ihm eingescblagenen Bahn rüstig fortschreitet. Dieses nützliche Buch trägt sehr viel zur leichtern Erlernung der hebr. Sprache bei und dürfte in gewisser Beziehung besonders in unserer Zeit den Schulen anempfohlen werden, wo so viele Gegenstände auf Kosten des bebr. Unterrichtes vorgezogm werden, so daß der Schüler nach beendetem Schulbesuche unmöglich die hebr. Sprache gründlich erlernt haben kann, vielwemger den ganzen biblischen Stoff erfaßt hat. Diesem Uebelstande leistet das Sech er Rab gewissermaßen Abhilfe, indem es dem Schüler Gelegenheit gibt, sich aus sehr leichte Art in kürzester Zeit alle hebr. Wurzeln und deren Bedeutung gehörig anzuekgnen, so daß er bei einiger Uebung die Gebete gut versteht, in dem noch nicht gelernten Theile der Bibel sich allmählich allein forthelsen, und sich überhaupt mit.der Zeit in die jüd. Literatur finden kann. Daö Ganze ist sehr passend in 7 Theile eingetheilt, entsprechend den 7 Tagen der Schöpfung, was auch dem Werke als leitender Faden dient. Da wird uns der Irrthum benommen, daß die hebräische Sprache wortarm sei, indem wir staunend ihren Reichthum an Synonymen bewundern, wie wir solche in keiner andern Sprache finden. Um nur ein eclatantes Beispiel anzuführen, sehen wir für den Ausdruck „schneiden" 31 Synonyma! Dabei muß als kunstvoll hervorgehoben werden, daß eine Wurzel in einer Bedeutung nicht mehr als einmal im ganzen Werke vorkömmt. Die Synonyma Hai der Herausgeber mit Ziffern zur leichtern Uebersicht nummerirt. Herr Willheimer fügte auch eine dem Sinne angepaßte Uebersetzung und ein gründliches vollständiges Wörterbuch! der hebr. Sprache bei. Wir sind ihm für seine Bemühung zu Danke verpflichtet, daß er ein fast vergessenes Werk der hebr. Literatur zurückgab und es zum nützlichen Gebrauche bearbeitete. Möge sich der gesch. Herr Verfasser durch allstitige Anerkennung bewogen finden, noch ferner seine Kräfte der heil. Sprache zu widmen. Die Firma S. Freund's Wittwe u. Comp., Prag, that daö Ihrige, um durch schönen Druck das Werk entsprechend auszustatten, dem wir im Interesse der heiligen Schrift und ihrer Sprache die weiteste Verbreitung wünschen. Herr Rabbiner vr. Hildesheimer schickt dem Werke ein empfehlendes Gutachten voran. Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien' Man versichert, daß der zweite Sohn des Baron James v. Rothschild, an Stelle des Verewigten zum österreichischen Generalconsul ernannt werden wird. Brünn, l3. Nov. Gestern fand rm Sitzungssaale der Brünr.cr Slarihalierei eine Conferenz von Delegirten der mährischen Judengemeinden in Angelegenheit derUebergabe der Verwaltung des mäbrisch-jüdischen Landes massafondes. welche sich bis gegenwärtig bei der k. k. Landeshaupikasse befindet, an sin selbstständiges, durch die Judenaemeinoen gewähltes Organ der mährischen Juoenschaft statt. Wie man vernimmt, soll die faktische Uebergabe mit Beginn des nächsten Jahres vollendet sein, und die neue Verwaltung mit eben diesem Zeitpunkte ihre Wirksamkeit beginnen. Schließlich bemerken wir noch, daß der genannte Fond nahezu Eine Million Gulden ausmache und in Staatspapieren, Hypothckaranweisungen und Privatobligationen der israelitischen Gemeinden und anderer Hypotheken elocirt ist. Brünn, 20. Nov. Gestern wurden in Brünn die Berathungen über Verwendung des jüdischen Landesmaffafonds in zwei ordentlichen Sitzungen geschloffen. Beim Schluffe der Sitzung wurde ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiser ausgebracht. Zur Aus-

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