Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1868)
- Date
- 1868-11-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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IX. Jahrgang. Beilage zu Nr. 46 des Israelit. ZeitungsnachrLchten und Correfpon- -enzen. Deutschland. ZWürzHurq, 27. Okt. Herr M. I. Schwab aus Gut Moskau dahier erhielt vom landwirthschaftlichen Central-Verein in München als tüchtiger und praktischer Landwirth die silberne Medaille. Fürth, 9. Okt. Seine Majestät der König haben den durch seine Leistungen in Wissenschaft und Praxis gleich hervorragenden kgl. Advokaten Herrn vr. Feust dahier durch Verleihung der I. Klasse des Michael-Verdienstordens anszuzeichnen und hierbei ausdrücklich mit besonderem Wohlwollen anzuordnen geruht, daß die Feierlichkeit der Ueberreichung der Ordensdekoration durch den kgl. Bezirksgerichtsdirektor heute, als am 70. Geburtstage des Gefeierten, stattfinden solle. (Fürther Tgbl.) Schwerfen;, t. Nov. Dr. R. Plaut, ein Schül-r der Herren Oberrabbiner Ettlinger in Altona und Bamberger zu Würzburg, ist als Prediger für die hiesige israelitische Gemeinde hierher berufen. Aus Weskphalen Es liegt uns der kürzlich veröffentlichte und an sämmtliche israel. Gemeinden, Landwirthe, Bürgermeister und Geschäftsführer versandte 24te Bericht über den „Verein für Westphalen und Rheinprovinz (jetzt Marks-Heindorfsche Stiftung) zur Bildung von Elementarlehrern und Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden, von dem seitherigen Dirigenten desselben, Herrn Rittergutsbesitzer Lob, vor. Wir erlauben uns, aus dem 36 Seiten füllenden Vorworte, das sich über die Reorganisation der Vereinsschule zu Münster weitläufig auSspricht, und als „Anlage" den Wortlaut der Denkschrift des Curatoriums, des revidirten Statuts, der Ansprache u. drgl. enthält, — wir habm über alles dieses schon im verflossenen Jahre in diesen Blättern referirt — hier Nachstehendes von allgemeinem Interesse mitzutheilen. Es heißt darin über die Verwaltung: „Uebersehen wir die Wirksamkeit der Verwaltung seit dem Jahre 1862, in welchem über jene zuletzt Rechenschaft abgelegt worden, so dürfen wir mit den gewonnenen Resultaten, besonders in Betracht, daß die Verhältnisse der letzten beiden Jahre auf den materiellen Zustand sehr ungünstig eingewirkt haben, durchaus zufrieden sein und uns der Hoffnung hingeben, daß auch die Freunde und Gönner der Anstalt eine gleiche Anerkennung empfinden werden. Es hätte allerdings noch mehr geleistet werden können, hätten wir nicht die Ausgaben mit den Einnahmen in stetem Gleichgewicht zu halten suchen müssen, um nicht Vorschußleistungen herbeizuführen oder die geringen Ersparnisse früherer Jahre wieder einzubüßen. Beides hatte mit Rücksicht auf den in Aussicht gestandenen Uebergang der Verwaltung an das Curatorium gleich unangenehm sein müssen. Freilich hat unser Rendamt, Herr Kaufmann F. Feibes hier, welchem das Lob gebührt, schon seit einer Reihe von Jahren die Rechnungsführer-Geschäfte des Vereins mit besonderer Umsicht unentgeltlich wahrgenommen zu haben, zum Oefteren Geldvorschüsse geleistet und auch zur Zeit noch ein Guthaben an die Kasse; indeß wird dieses voraussichtlich getilgt werden, wenn die Gemeinden die auf die Dauer mehrerer Jahren gezeichneten Beiträge pro 1867 eingezahlt haben, ohne daß alsdann die, nach dem neu ausgestellten Etat, welcher später veröffentlicht werden wird, an Kapitalien, Obligationen und Werthpapieren vorhandenen Bestände von etwa I960 Thlr. angegriffen zu werden brauchen. Um so dringender möchten wir diejenigen Gemeinde-Vorstände, welche diese Einsendung noch nicht bewirkt haben, ersuchen, damit nicht ferner zu zögern, und weil auch, die laufenden Ausgaben bestritten werden müssen, pro 1868 und weiter die Einsendung rechtzeitig eintreten zu lassen, sowie überhaupt den in unserm Circularschreiben vom 31. December v. I. ausgesprochenen Wünschen nachzukommen. Damit wir in den Stand gesetzt werden, den durch die anderweitige Organisation der Anstalt und durch die Zeitverhältnisse erhöhten Ansprüchen an unsere Wirksamkeit Rechnung zu tragen, resp. den Mängeln, welche früher zum Vorschein gekommen, Abhilfe zu verschaffen, möchten wir ferner an die verehrlichen Behörden, welche, wie wir dankend anerkennen, bis dahin unsere Zwecke wohlwollend zu unterstützen die Güte hatten, die höfliche Bitte um fernere Förderung unserer Angelegenheiten richten. Der freundlichen Gewährung dieser Bitte glauben wir um so mehr uns versichert halten zu dürfen, als wir ohne solche kaum in der Lage sein würden, unsere dem Gemeinwohls zugewendete Aufgabe, selbst mit Aufopferung aller Kräfte, vollständig zu lösen. Endlich wenden wir uns vertrauungsvoll an die Herren Rabbiner, Lehrer, Geschäftsführer und Alle, welche seither unsere Bestrebungen kräftig unterstützt haben, mit der eben so dringenden, als ergebenen Bitte, in ihrem Eifer für die gute Sache nicht erkalten, vielmehr bemüht sein zu wollen, daß in gleichem Maaße, wie das Feld unserer geschäftlichen Thätigkeit sich ausdehnt und größere materielle Mittel erfordert, auch