Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1868)
- Date
- 1868-11-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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n. Jahrgang. E i n? J\g m Kentrat - Hrgan für das orthodore Iudenthum. Herausgegeben von Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 11. November 5629 (186 8). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen »n. Inserate lt/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Spanien. — Der jüdische Opfercultus. — Zrituvgönachrichtcn und Korrespondenzen: Deutschland: Neustadt im O. Breslau. — Oesterr. Kaiserst.: Eisenstadt. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. Metz. — England: London. — Rußl. u. Polen: Petersburg. Aus Warschau. — Amerika: New -Z)ork. — Asien: Damaskus. Bagdad. — Feuilleton: Vater und Sohn. Inhalt der Beilager Zeitungsnachrichten «nd Korrespondenzen: Deutschland: Würzburg Fürth, f^chw'rsenz. Aus Westphalen. — Holland: Amsterdam. — England: London. London. — Rumänien: Jassy. — Serbien: Belgrad. — Feuilleton: Die Emancipation der Juden in Frankreich. Leitende Artikel. A p a n i r n. Mainz, den 3. November. II. Die Entwickelung der Dinge in C panien geht ihren ruhigen, friedlichen Gang, und es scheint sich in diesem schönen Lande ein gedeihliches Staatsleben herausbilden zu wollen. Um so wichtiger ist für unsere Glaubensgenossen, daß das Verbannungsdecret vom Jahre 1492 aufgehoben werde. Wenn Spanien immer mehr in die Reihe der civilisirten Nationen eintritt, so werden sich bald Verbindungen mit andern Ländern anknüpfen, die für manche Israeliten eine Ueberstedelung dorthin wünschenswerth erscheinen lassen müssen. Schon wohnen bekanntlich einige israelitische Familien in Madrid, und wir berichteten bereits vor Iabren, daß man aus Frankreich einen Beschneider (Mohel) kommen ließ, um ein isr. Kind, daö bereits drei Jahre alt geworden, in den AbrahamSbund aufzunehmen ~ aber von einer öffentlichen isr. Religionsübung durfte bis jetzt nicht die Rede sein. Ja, als im Jahre 1854 sich unter den Ausspicien deS nunmehr verstorbenen Marschalls O'Donnel eine liberale Revolution vollzogen hatte, beschlossen dennoch die Cortes, daß die katbolische Religion in Spanien die einzige bleiben solle. Man wird sich erinnern,, wie seitdem abweichende Meinungen verfolgt, hervorragende Männer des Protestantismus angeklagt und wegen Bibellesens zu langjährigm Kerkerstrafen verurtheilt wurden. Diesmal liegen die Verhältnisse allerdings anders. Die spanische Revolution von 68 hat die Religionsfreiheit auf ihre Fahne geschrieben und die gegenwärtige Regierung hat in ihrer im vorigen Monat veröffentlichten Proclamation dieselbe zugesichert. Damit scheint nun die Frage, ob die Juden nach Spanien zurückkehren und dort öffentlich ihrer Religion leben dürfen, im bejahenden Sinne erledigt; allein es scheint nur so; denn in der That steht dem nock das Verbannungsdecret von 1492 entgegen, welches nicht nur die Ausübung der jüdischen Religion in Spanien verbietet, sondern auch die Söhne des jüdischen Stammes von diesem Lande fernhält. Um darüber Aufklärung zu erhalten, haben wir und brieflich (in^ französischer Sprache) an ein hervorragendes Mitglied der gegen-