Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1868)
- Date
- 1868-11-04
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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842 die Bicomte de Mirabeau, Lachkze aus Quercy, Bischof von Lydda auch entschließen können, durch die erlittene Niederlage über die Gesinnung des Hauses verständigt, der Gewährleistung einer vage ausgesprochenen Gewissensfreiheit zuzustimmen, so wollen sie den fremden Culten doch neben dem katholischen keine Geltung einräumen. Der Erzbischof von Paris aber beantragt sogar, den ganzen Satz, den Castellane vorgeschlagen, zu verwerfen und, sowie die Stelle über die vom Staat geschützte Religion gestrichen worden, auch von der Freiheit des religiösen Bekenntnisses gänzlich zu schweigen. Die Aussicht ans die Annahme dieser Motion, die das bisher für den Fortschritt Gewonnene wieder vollständig in Frage stellen mußte, bestimmte den Grafen Castellane, den zweiten Theil des von ihm entworfenen Artikels zurückzuziehen, um unter die Menschenrechte wenigstens die Freiheit der religiösen Meinungen ausgenommen zu sehe«. Und in der That erreichte er diese Absicht; freilich wurde auch der erste Theil seines ursprünglichen Entwurfes noch durch beschränkende Zusätze abgeschwächt; immerhin aber heißt es seit der Sitzung vom 23. August in der „Erklärung der Menschenrechte": Art. 10. Niemand darf selbst wegen seiner religiösen Meinungen beunruhigt werden, vorausgesetzt daß die Kundgebung derselben die auf dem Gesetz beruhende öffentliche Ordnung nickt stört.6) _ . (Fortsetzung folgt.) 6)Kul ne doit efre inquiete pour ses opinions me me r el gieuses, pourvu que leur Manifestation ne trouble pas l’ordre public etabli par la loi. Die Zusätze sind aus drei Anträgen entstanden. M. de Virieu will den Zusatz pourvu . . . public, dazu wird das Unteramendement gestellt etabli ... loi, und als besonderer Antrag wird die Einschiebung von meine vorgeschlagen, über dessen Tendenz man wohl im Zweifel sein darf. ANZEIGEN. ich mit Lehrer Herzfeld dahier nicht in einen Ehrenkränkungsproceß gerathen wollte, um dadurch seine weitere Existenz nicht zu untergraben, so habe ich mich vor dem Großherzoglichen Landesgericht zu Höchst erklärt, meine Annonce in Nr. 34 dieses Blattes zurückzunehmen, was ich hiermit veröffentliche. Neustadt, den 27. October 1868. Der israel. Vorstand _I. Marx_ C^ie israelitische Gemeinde zu Höringhausen sucht einen Religionslehrer und Vorsänger, welcher nicht allein im Hebräischen, sondern auch im Deutschen gründlichen Unterricht erlheilen kann. Der ffxe Gehalt beträgt 200 Thlr. Pr. Crt., freie Wohnung mit 500 Qu.-Kl. Garten; ist derselbe vlE, so hat er auch hierdurch ein nicht unbedeutendes Einkommen. Bewerber wollen innerhalb 14 Tage a dato ihre Zeugnisse über Befähigung und streng religiösen Lebenswandel einschicken. Hauslehrer gesucht! Zn einer größeren Stadt Süddeuffchlands wird ein Hauslehrer gesucht, welcher den Unterricht im Talmud, sowie in der englischen und der französischen Sprache zu ertheilen versteht. Gehalt nebst völlig freier Station 500 ff. — Franco - Offerten sud Nr. 1009 befördert die Exp. d. Bl. /Lin im Metallwaarenfach bewanderter junger Mann sucht entweder im Comptoir oder auf Lager, oder als Reisender Stellung. Antritt kann sofort erfolgen. Adressen an I. Meyev, Hamburg, 1. Elbestr. 28, bei Simon Meyer. Hauslehrer gesucht! In einer streng orthodoxen Familie zu Berlin wird für mehrere Kinder von 16 — 10 Jahren ein (wenn auch bejahrter) Philologe als Hauslehrer gesucht. Derselbe muß religiös, im Jüdischen sowie in den allgemeinen Wissenschaften und in der Musik gebildet sein, und sich zu Vorträgen in einer Synagoge, wie auch für die Functionen eines Vorbeters qualificiren. FixirteS Gehalt 300 Thlr. jährlich, bei freier Station. Näheres in der Expedition d. Bl. und Nr. 1021. Das Alles aber für 10 Neugroschen! Darnach dürfte^es wohl keinem Zweifel unterliegen, daß nach Leiten der Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit sowohl wie der Gediegenheit des Inhalts der „Laien" gegenwärtig keine Concurrenz hat. (lleipriger Nachrichten.) Die artistische Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. (Echo der Gegenwart.) Der „Salon" ist durch jede Buchhandlung und Postanstalt zu beziehen. Preis pr. Heft 10 Sgr.