Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 45 (4.11.1868)
- Date
- 1868-11-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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mm H Jahrgang. M «S * Israelit. E i rl entrat - Organ für das orthodore Iudenlhum. Herausgcgeden von Nr. fUebmaun in Main z. Mittwoch, den 4 November 5629 (1868). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder A. S. 16 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen ***♦ Inserate IV2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichischc Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Lsterr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Rabbi Mendel Rosenbaum. — Der jüdische Opfercultus. — ArituagSvachrichte« und Correspondenzen: Deutschland: Darmstadt. — Oesterr. Kaiserst.: Lemberg. — Frankreich: Paris. — Engl and: London. — Spanien: Madrid. — Australien: Melbourne. — Arnilleto»: Vater und Sohn. Inhalt der ersten Beilage r Leitender Artikel: Wer ist Schuld daran rc. Kejw»-S»ach richten n«v CorrespoaSenzea: Oesterr. Kaiserst.: Wien. Oedenburg. — Donaufürstenth.: Bukarest. Bukarest. — Frankreich: Paris. — England: London. — Kenillkton . Die Emancipation der Juden in Frankreich. Inhalt der zweiten Beilage: b»de des Abgeordneten Smolka rc. Leitende Artikel. Natllii Mendel Rosenliaum. Mainz, den 27. Oktober. Noch zittert die Feder in unserer Hand — so sehr hat uns dn Trauerbotschaft von dem Hinscheiden des frommen, ö>len, thatkräftigen Rabbi Mendel Rosenbaum ^on Zell bei Würzburg ergriffen. Ach, wir können mit David ausrufen: nm orn ^dj brni -vo '3 :jnn ton „Wißt ihr denn nicht, daß ein Fürst, ein Großer, ^fallen ist in Israel!" . Tausende unserer geehrten Leser haben den edlen Mann gekannt und wissen, was das Iudenthum und die Iudenheit an ihm besessen; für diejenigen, die ihn nicht kannten, möge hier ein Brief eines der hoch-! gestelltesten bayrischen Staatsmänner zur Characteristik dienen; derselbe lautet: „Znnigverchrter Herr R 0 se n b a u m! Gestern habe ich dahier in *, wo ich mich seit mehreren Wochen in Urlaub befinde, Ihren Trauerbrief vom 28. d. M. erhalten, der mir die erschütternde und unerwartete Nachricht von dem Hinscheiden Ihres Herrn Vaters, meines besten und treuesten Freundes, brachte. Wie mich der Tod dieses Ehrenmannes, der mir in allen meinen Lebenstagen so treu, so aufrichtend zur Seite , stand, erschüttert hat, das sagen keine Werte. — Es ist für uns Hinterbliebenen hart, sehr hart, nunmehr diesen Gerechten unserem Anblicke, unserem verzehrenden Danke und unserer innigen Liebe, unserem Wohlthun auf immer auf dieser Welt entrissen zu wissen. — Cr gehörte zu den seltenen Männern, die nicht bloß das Herz auf dem rechten Flecke haben, sondern die auch da, wo das Leben sie hinstellt, auf dem reckten Flecke stehen, vermöge jener glücklichen Harmonie zwischen Wille und bewußter Kraft, die sich nicht bloß in ihrem Leben und in ihren Handlungen, sondern auch in jeder ihrer Aeußerungen ausprägt und dadurch ihrer ganzen Umgebung das Gefühl der Zuversicht und der Sicherheit mittheilt. Und nun ist diese unsere Stütze uns Allen für das ganze Leben entzogen! Es ist hart und schmerzlich, und ich habe keine Worte, dieß klar zu sagen. O, wie hat es mich gerührt, daß der edle Mann noch in der letzten Stunde an mich dachte! — Aber erhebend war sein Sterben, dieser wahre Tod des Ge? rechten, den er starb. — Gott har ihn gewiß gleich