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Der Israelit · 1868-10-21 · Heft 43 (21.10.1868) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 43 (21.10.1868)
Date
1868-10-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IX* Jahrgang. ’v: JM L3 De^t Israel tt. Ein Gentral - tzrgan für das orthodoxe Kudenthum. Herausgegeden von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2!. October 5629 (186 8). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des JahrgMgo 3 Thlr. pr. C. oder il. 5. 16 kr. rh Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und No st ärmer nehmen Bestellungen an. Inserate IV2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusenrung unrcr Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Spanien. — Der jüdische Opfercultus. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Hamburg. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Krakau. Aus Lemberg. Subcn. — Belgien: Brüssel. — England:Rochester. — Rußland.— Donaufürstenth.: Galatz. Galatz. Rumänien. — Feuilleton: Vater und Sohn. Inhalt der Beilage: Leitende Artikel: Die Falascha's. — Das Gebetbuch des Hamburger Tempels. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Magdeburg. — Oesterr. Kaiserst.: Lemberg. — Feuilleton: Die Emancipation der Juden in Frankreich. Inhalt der Extra-Beilage: Dritter und Schluß-Rechenschafts-Bericht vom Unterstützungs- Comite in Memel. — Oesfentl. Dank. — Zur Unterst, der nothl. Glaubensgen. in Preußen. — Zur Unterst, der nothl. Glaubensgen. in Rußl. u. Polen. — Spenden für die Armen des hl. L. — Für die Wittwen u. Waism im hl. L. — Verein zur Förderung des Ackerbaues im hl. L. — Für die All. Jsr. Univ. zu Paris. —Sabbat-Verein. — Für den leidenden Rabb. Natonek. — Für die Suppen - Anstalt in Jerusalem. — Für den leidenden Jacob Stein in Eller bei Hadamar. — Für die arme Schneidersfamilie in Ermershausen. — Leitende Artikel. Spanien. Mainz, den 13. October. Spanien, das Land, an das sich für uns so viele freudige, erhebende und große, aber noch mehr schmerzliche Erinnerungen knüpfen, zieht gegenwärtig die Augen der ganzen civilisirten Welt aus sich. In Spanien ist die Religionsfreiheit, die Freiheit und Gleichheit der Confessionen proclamirt! Wer hätte Solches gedacht, wer Aehnliches erwartet!! Das schöne, fruchtbare, metallreiche Spanien war schon vor zwei Jahrtausenden der Wohnsitz zahlreicher israelitischer Einwanderer. Vor zwei Jahrtausenden, als der heilige Tempel in Jerusalem noch stand und die pyrenäische Halbinsel ein römisches Bentzthum war, schon damals, lange bevor ein Christenthum existirte, waren viele Juden nach der schönen Hispania gewandert und hatten sich dort dauernd niedergelassen. Mit der Eroberung Spaniens durch die christianisirten Gothen begann für die dortigen Israeliten eine lange Leidenszeit, die erst durch die Eroberung des Landes durch die Mauren ein Ende nahm. Von dieser Zeit an entwickelte sich schnell ein reges, geistiges Leben unter der jüdischen Bevölkerung der pyrenäischen Halbinsel. Dies schöne Land wurde bald der Hauptfltz talmudischer Gelehrsamkeit. Rabbi Iizchak Alfaßi, Rabbi Iizchak Iben Giath, Rabbi Chißdai Hanagid, Rabbi Samuel Hanagid, Rabbi Chanoch, Rabbi Joseph Iben Migaes.b, Rabbi Moses Maimonides, Rabbi Salomon Iben Gabirol, Rabbi Moses Iben Esra. Rabbi Abraham Iben Esra, Rabbi Iehuda Hallevi, Rabbi Menachem ben Seruk, Rabbi Jona Iben Gannoch, Rabbi Iizchak Arama — und so fort, eine unendliche Reihe großer Talmudisten, erhabener Philosophen. edler Dichter, bedeutender Grammatiker! Und mit einem Schlage bat der grausamste Fanatismus dieser reichen Geistesblüthe ein Ende gemacht! Eine Million braver, fleißiger, edler, betriebsamer, gebildeter Bürger wurde von Isabella, der Katholischen, im Jahre 149^aus dem Lande in's Elend getrieben. Die Schätz^pes im selben Jahre neuentdeckten Welttheils konnten die Wunde nicht heilen, welche die katholische Isabella dadurch ihrem Lande geschlagen; das große Weltreich, welches der Nachfolger Isabellens, Carl V., und dessen Sohn Philipp II. den Spaniern zu Füßen legten, konnte das seiner edelsten,

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