Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 42 (14.10.1868)
- Date
- 1868-10-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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DL Jahrgang. „M L2 ♦ E i n Kentrat - Organ für das orthodore Iudenlhum. Herausgegeden von Di». Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 14. October 5629 (186 8). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 8 Bogen. Preis des Jahrgcmgs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 11/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Der jüdische Opfercultus. — Wer ist Schuld daran, daß die jüngere Generation ohne Kenntniß des Judenthums und seiner Institutionen heranwächst? Zeitungsnachrichten und Corrcspondenzcn- Deutschland: Mainz-Mainz. Würzburg. Haßfurt a. M. Berlin. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wien. — Donaufürstenth.: Bukarest. Bukarest. — Frankreich: Paris. Paris. — England: London. London. — Amerika: New-Aork. — Afrika: Capstadt. — Feuilleton: Vater und Sohn. Inhalt der Beilag»« Leitender Artikel: Die Falascha's. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: München. Augsburg. Berlin. Aus Westphalen. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Lemberg. Lemberg. Sered. — Italien: Vercelli. Livorno. — Dänemark: Kopenhagen. — Schweden: Stockholm. — Palästina: Jerusalem. Zephat. — Feuilleton: Die Emancipation der Juden in Frankreich. Leitende Artikel. Der jüdische Opfercultus. Mainz, dm 29. September. Der Opfer dienst, wie ihn unsere Voreltern im heiligen Tempel in Jerusalem vollbrachten und dessen Wiederherstellung wir täglich vom Allgütigen erflehen, ist eine der drei Säulen, auf denen das Judenthum, auf denen die Welt beruht. Seitdem unser Volk in der Verbannung lebt, hat es dafür nur Ersatz in den Opsergebeten und in dem Studium der Opfervorschriften, welche letztere jedoch für die Gegenwart keine practische Bedeutung zu haben scheinen. Gegen die Opfergebete und gegen die Beschäftigung mit dm Opfervorschristen während des Gottesdienstes hat sich in den jüngstverslossenen Jahrzehnten eine nicht unbedeutende Opposition erhoben; in einer unlängst stattgehabten Versammlung sogenannter Rabbinen war man darüber einig, daß die Gebete um die Rückkehr in das heilige Land und um die Wiederherstellung des Opferdienstes aus dem jüd. Gebetbuche auszumerzen seien; dem entsprechend hat man denn auch einmüthig beschlossen, das Mussaphgebet einfach zu streichen. Während nun von der Rückkehr in das heilige Land und dem erhofften persönlichen Messias in diesen Blättern bereits häufig und ausführlich die Rede war, wurde dem Opfercultus noch keine ausführliche Besprechung zu Theil. Es erscheint dieses aber um so mehr geboten, als es uns bereits vorgekommm, daß selbst Leute aus unserm Lager durch Unwissenheit oder durch Mißverstehen mancher Aussprüche der Propheten sich haben verleiten lassen, in Bezug auf die Opfergebete mit unfern Gegnern zu sympathistren. Solche Erscheinungen sind gar schmerzlich. Möge es uns gelingen, durch die folgende Reihe von Abhandlungen die Unwissenden aufzuklären und Mißverständniffm vorzubeugen, j I. Wichtigkeit des Opfercultus. Der Opfercultus nimmt in der Religion Israels eine hohe und bedeutende Stelle ein. Der Talmud erzählt uns, daß schon Adam Gott ein Opfer brachte; die heilige Schrift berichtet von den Opfern Kajins und Hebels, Noah's und Abrahams; ehe noch Gott die Israeliten aus Mizrajim führte, mußten sie in dem Lande der Knechtschaft das Peßach-Opfer darbringen; der dritte Theil der fünf Bücher der höchsten