Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 40-41 (30.9.1868)
- Date
- 1868-09-30
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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776 Änti-Replik. (Schluß. Hiustchtlich meines Einwandes gegen dessen Erklärung der Stelle nnDD 50, 1 im wissenschaftlichen Beiblalte der Nr. 20 glaubt H. G. mit der Widerlegung leichtere Mühe zu haben. Ich hatte die gewöhnliche Erklärung vorgezogen, nach welcher man sich der Münzen enthalten wollte wegen der Vermischung mit den jerusalcmischen Münzen, welche heilig waren (enpn), weil dagegen hilft 5m wym. Hierauf replicirt H. G.: Ob diese Erklärung wirklich die gewöhnliche sei, wage er nicht zu entscheiden, richtig aber scheine sie keineswegs. Sehen wir vor Allem zu. ob beregte Erklärung die gewöhnliche sei? Ich weiß nicht, welche Erklärung H. G. bis jetzt für die gewöhnliche gehalten? Sollte er nicht ausRaschi geachtet haben, welcher rrn-rn b. c. Ans. nsD:> dde sagt: wni rDff5a rrntcr Dy mmp5t£Di nnjp -iid«i tcmpn bv •ODmi Mich dünkt, das sei deutlich genug gesprochen. Aehnlich erklärt Raschi \“y 52, 2. Da weder lusOrn noch irgend ein mir bekannter Commentator etwas dagegen einwendet, so glaube ich mit Fug und Recht diese Erklärung für die gewöhnliche zu halten. Doch H. G. meint, richtig könne diese Erklärung keineswegs sein, weil a. dann die im Talmud aufgeworfene Frage, daß das Gold und Silber von Jerusalem eine Minderheit sek, ganz müssig wäre, b. dann bw nyao mso gar keinen Sinn hätte, denn nj?3ü kann nur Gepräge bedeuten, e. sich die schwer wiegende Frage ausdrängt, ob ich denn im Ernst glaube, daß P'-!D «5d p5m5 nsi» c^"ipn? Er hält es nicht für denkbar, daß ein gewiegter Talmudist der Ansicht sein kann, daß ein wirklicher ttnpn t.d’« auf Grund einer jedenfalls nur etwas gemachten Auslegung einer Stelle des Propheten Ezechiel — mithin noch nicht einmal aus ntcm mm — hätte umgangen werden können? dh! H. G. fährt wörtlich fort: „Brauche ich daran zu erinnern, daß anpn -i:d\v schwerer wiegt, alsn5">j;, weil *)5«a BHpm '«: D'nxea n5ca n5nj; 5ioa ab? daß tsnpn "i:d\« schwerer wiegt, als mtP«, denn -hd« ms« Knpm imo ms« mp»? weil bei der geringsten n«m selbst dud «5m schon nbyn eintritt? Da sollte die Auslegung einer Prophetenstelle bewirken dm Unmöglich! Wenn crmrn 62, 1 von dem heidnischen Könige Belsatzar gesagt wird, er sei d5wi jd "ipyi, weil er die Tempelgeräthe in Gebrauch genommen, obgleich 5m ivyu Disnsv, um wie viel mehr hätte dies die Juden zurückschrecken müssen, sich jener Münzen zu bedienen, und nicht die Auslegung von zehn solcher Stellen hätte den tsnpn no’« beseitigen können. Nein, nein.' Es war nicht die Befürchtung eines cnpn t.dw, die sie beunruhigte." Ich antworte: ad a. Der Sinn der talmudischen Frage ist ja einfach, weil keineswegs die Münzen Jerusalems mit denen in der ganzen Welt vermischt worden, was auch die Worte Raschi's zur Stelle besagen. ad b. yjü bedeutet nicht nur Gepräge, sondern auch Münze. S. o»5pi? Cap. 2, M. 4, D’jnü 5ipp5 nin. Dort kann dies Wort unmöglich Gepräge bedeuten. Die Gemara daselbst erklärt ausdrücklich pp5v u5s. Dergl. Mussaphia zu Aruch 8. v. p2v, ingl. R. E. Levita im jomne, welche zu i5p»D yp3 Targum Ieruschalmi anführen pav. ad c. Daß ich keinen Augenblick anstehe, besagte gewöhnliche Erklärung zu der meinigen zu machen. Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, es sei dem Talmnd völliger Ernst gewesen, daß durch den Einbruch der heidnischen Horden in den Gottestempel die heiligen Gegenstände profanirt und ihrer Heiligkeit bar, i. e. aus unpn ,5m geworden. Das resultirt unzweideutig aus den einschlägigen Talmudstellen. In Betreff der Münzen will H. G. künsteln und meint, die Münzen seien gar nicht heilig gewesen. Wie aber? In 52, 2. 54, 1 ist die Rede von den Steinen des Opferaltars.*) Sind auch die nicht heilig gewesen? omj 62, 1 spricht ausdrücklich von amp ’5a zu Deutsch „heiligen Geräthen" und sagt deutlich dm wyw „sie haben ihre Heiligkeit verloren", weil 5m my: n',mst0 pD 'di i«s> H. G. führt diese Stelle für sich an, und scheint übersehen zu haben, daß sie gegen ihn spricht. Die entstehende Frage, wa-. rum Belsatzar gleichwohl hart gestraft worden, findet ihre Erledigung durch die Worte des Talmuds *"y 52, 2 in Bezug aus die Steine des Altars yD imin mu K-’Gnitm5 'di rvD;(5 cmn»«“* Was aber der Talmud ernst als Gesetzbestimmung hinstellt, das muß für mich möglich sein, das bin ich gewohnt, zu adoptiren, ohne mich auf willkürliche Unterscheidungen einzulassen zwischen gemachten und nicht gemachten Auslegungen. Ob ich glaube, daß pns «5a «är tcnpn? S. Maim. Hilch. nbyo C. 6, H. 3. Ob ich ein gewiegter Talmudist bin, weiß ich nicht, aber das weiß ich, daß “no« ms« rnn«. S. Pesach. 27, 2., Themura 34, 1., I. D. C. '142 §. 1., und alle Poßkim. Ferner weiß ich, daß mm ms« anpn eben wegen .">5'pv, außer wo keine n5'jm Statt gehabt, Peßachim und Themura ebend. Maim.;maprn^i '5rns C. 19,13. Es hat demnach mit der gewöhnlichen Erklärung durchaus keine Noth, und ist sie dem Sinne und besonders dem Wortlaute 5m upyjtp anpossend, was mit der Erklärung des H. G. nicht der Fall ist; namentlich begreife ich nicht, wie sie die Einbildung 5m wyw den damaligen Juden über die Demüthigung hinweggeholfen? Wenn jedoch gleichwohl H. G. seine Erklärung besser gefällt, so habe ich Nichts dagegen. ___ D. Deutsch, Rabbiner. *) 33 er gl. Nachmanides im mnir> z. St. Verarttworttiche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'fchen Hofbuchhandlung. — Dampf - SchnellprefjendruS von I. Eott,leben in Rain,.