Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 37 (9.9.1868)
- Date
- 1868-09-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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n. Jahrgang. J\§ 37 Der Israelit. Ein Henlrat - tzrgan für das orthodore Iudenthuin. Herausgegeben von D*. £cf>mamt in Mainz. Mittwoch, den 9. September 5628 (1868). Dies« Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgomgs. 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate IV2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. L. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Der Aufschwung zum Bessern. ArttunflSnallirichten und Korrespondenzen' Deutschland: Aus der Provinz Starkenburg. Aus Württemberg. Crefeld. Aus Wcstphalcn. Belgard. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wien. Prag. — Schweiz. — Afrika: Capstadt. — Feuilleton: Vater und Sohn. Inhalt der Beilage» Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Msmx. Mainz. Cassel. Aus Westphalen. — Oesterr Kaiser st.: Wien. Prag.— Donaufürstenth.: Aus Rumänien. Bukarest. — FruiÜcton: Rabbi Markus Benedikt. Inhalt der wissenschaftlichen Beilage» Literarisches. — Die neue von Fischer (und Gelbe) besorgte Ausgabe des Buxtorf'schcn L*xieon Clialdauuni talni. et rabb. — Heber Ursprung und Character der hebräischen Sprache. — Leitender Artikel. Der Umschwung jnm Gessern. Mainz, den 31. August. Als vor 21 Jabren zum ersten Male eine sogenannte Rabbinerversammlung (in Braunschweig) zusammentrat, da versetzte dieses Factum die gesammte jüdische Welt in die größte Aufregung. Die Anhänger der Neuerung erwarteten großes Heil, die Conservativen großes Unheil von dieser Persammlung. Eine „Reformation" schien sich auf jüdischem Gebiete vollziehen zu wWen. Und in der That, die Zeit war dazu angethpA ungeheure Umwälzungen erwarten zu lassen. *5* . Mit dem Men hatte man vielfach gebrochen, Neues war nicht dafür an die Stelle getreten. Da kamen sie, die Philippson, die Geiger, die Holdheim, die Einhorn, die Stein und ihre Genossen, um bei der Geburt eines neuen Judenthumö Hebammendienste zu leisten. In Braunschweig verlies die Bersammlung resultatlos. „Nächstes Jahr in Breslau; da wirds werden!" In Breelau verlies die Verjavunlurg resultatlvs; nun, das kommende Jahr m Frankfurt a. M., in der alten deutschen Kaisert'rönungssta t! Aber der Nym' us der alten Kaiser konnte diesen jüdischen Luther und Calvin keine Autorität verleiben. Die Rabbinerversammlung war dem F uch der Lächerlichkeit verfallen, ihre Beschlüsse wurden verlacht und es hatte des Protestes der li9 frommen Rabbinen kaum bedurft, um daS an sich Nichtige auch für nichtig zu erklären. Nichtsdestoweniger war damals ein solcher Protest nothwendig, weil es immerhin Fanatiker der Reform gab, welche diesen Versammlungen und ihren Beschlüssen Autorität beilegen wollten. Zmeiundzwanzig Jahre sind seitdem verflossen. Die Hauptreormer von damals sind großentheils verschwunden; Holdhcim ist gestorben, Einhorn ist überS Wasser geflohen, Stein ist abgesetzt; nur Philippson und Geiger vegeliren noch. Wir sagen vegetiren noch; denn Geiger, welcher vor mehr als dreißig Jahren mit so ungeheurem Geräusch als Weltverbesserer austrat, Geiger, der das Judenthum mit Kanonen wegblasen wellte, ist als ein leerer Knalleffect in die Luft — verpufft; sein Einfluß auf die deutschen Glaubensgenossen ist wie der in seiner speziellen Gemeinde gleich Null; selbst der abgedankte Stein gilt in Frankfurt