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Der Israelit · 1868-08-19 · Heft 34 (19.8.1868) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 34 (19.8.1868)
Date
1868-08-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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645 während der jüd. Feiertage, die im Laufe der Monate September und Oktober stattfinden, keinen Dienst verrichten brauchen, und daß selbst denjenigen jüdischen Soldaten, die um diese Zeit an den militärischen Uebungen im Lager zu Millingen Theil nehmen, Gelegenheit geboten wird, in den benachbarten Gemeinden dem Gottesdienste beizuwohnen. (N. Weekbl) Rußland. Petersburg 2. August. Ein ostpreußisches Blatt dringt einen neuen Schmerzeneichrei von hier über oie Mißhandlung oer hiesigen Iuoeneoölkerung, die der furchtbare Hunger aus dem Westen des Lundes ncra? der kaiserlichen Hauptstadt getrieben und die man schaarenweise, weil nur mit gewöhnlichen Paffen versehen, an Händen und Füßen gekettet, in Gesellschaft von Räubern und Mördern öffentlich durch die Straßen schlepptum sie dann ans den Schub - den russischen Etap — zu -etzcn. Was ist gegen diese Schmach und Grausamkell der neue Warschauer Befehl, kerne christlichen Ammen zu halten , was sogar die rumänische Versenkung von ein paar Elenden in die Douuuflutheu? Der Briefsteller beklagt die Gleichgiltigkeit und Hartherzigkeit der moskovitischen Reichen und Gelehrten und ruft deshalb unser Mitleid wach, indem er uns den eklatanten Fall zu erläutern sucht. Sämmtliche Israeliten des Czarenreichs sind bekanntlich in nur zwölf Gouvernements zusammengepreßt und erst seit wenigen Jahren dürfen Kaufleute erster und zweiter Gilde, sowie Aerzte und Handwerker, auch im eigentlichen Großrußland wohnen. Während man aber bisher von den übrigen Hunderttausenden einzelnen Fremden hier wenigstens einen Aufenthalt von drei Tagen gestattete, überfällt die Polizeimannschaft gegenwärtig die Unglücklichen zur Nachtzeit und wirft sie an Arm und Bein gefisselt in den finstern Kerker, um sie dann, Verbrechern gleich, Monate lang durchs ganze Land trasportiren zu lasten. Welche Barbarei im 19. Jahrhundert, welche Schande in der Periode der Aufklärung und der Civilisation! ruft der Correspondent aus. Der Kaiser lst edel und barmherzig, fügt d.rselbe hinzu, uno in seinem Sinne geschieht diese moderne Judenverfolgung in Petersburg gewiß nicht. Der Briefsteller glaubt, daß nur die ausländische Preffe der in diesem Hur.gernothjahre doppelt harten Maßregeln Einhalt thun kann nnd bringt daher im Interesse der allgemeinen Humanität dieses außerordentliche Ereigniß öffentlich zur spräche. Um mich wegen weiterer Auskunft zu verschonen, und meine mildtbätigen israelitischen Glaubensbrüder in Europa vor Täuschung zu bewahren, gebe ich folgenden Aufschluß: Karl Herzfeld, Lehrer und Cantor, hat hier ein Einkommen von 500 fl. nebst freier Wohnung. Was sein religiöses Betragen mit seiner ganzen Familie betrifft, so ist dasselbe nicht nach unsrem Glauben zu empfehlen. Neustadt a. O., den 13. August 1868. Der israel. Vorstand I. Marx. Oeffentliche Warnung! Da ein vagabundirendes Subject die Wohlthätigkeit und Unterstützungskassen durch die Angabe besonders mißbraucht: er sei ein Tochtermann des zu Michelstadt verstorbenen Rabbi Seckel Löb; — aber deßhalb eingezogener Erkundigungen und erhaltener authentischer Mittheilungen gemäß, — kein Tochtermann gedachten sel. Rabbi seit längeren Jahren mehr lebt, so wirb hiermit vor einem solchen Schwindler öffentlich gewarnt! — Bescheidene Anfrage! Seid wann ist der in ansip-vp Kreis chd (Stuhm) geborene Schächter und Privatlehrer Weinberg Rabbiner und Dr. geworden? Etwa durch den in Schippenbeil am4 d. M. mit entblößtem Haupte abgehaltenen religiösen Dortrag, in welchem nicht bloß hebräische Bibelverse, sondern sogar der Gottesname (hebräisch) vorkamen? Oder durch die ganz neu in ihrer Art daselbst gegebene Erklärung des Verses in Jesajas I. 15, wonach Gott das Gebet der Cultusbeamten Ostpreußens nicht erhört, da sie zugleich Schochtim sind? Bezieht sich der Ausdruck mdv D'zn ddh’ nicht auf Raub und Mord? Oder ist ein önnp, der einen religiösen Act übt, ein Mörder? Sollte man einen solcherr Mann nicht zunr Landrabbiner (pwn Op Ol) für Ostpreußen erwählen? Wir rufen dem Herrn W. zur Jes. I. 16, m mn iam; er wird uns schon verstehen! — U. A. w. g.

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