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Der Israelit · 1868-08-19 · Heft 34 (19.8.1868) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 34 (19.8.1868)
Date
1868-08-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IX. Jahrgang. De? Jsrue JM 3« Ein Kenlrat - Organ für das orthodon Iudenlhum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 19. August 5628 (186 8). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 6. IS kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 11/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Der israel. Religionsunterricht des weiblichen Geschlechts, Zeitungsnachrichten und Correspondenzen- Deutschland: München. Württemberg. Aus dem norddeutschen Bunde. Frankfurt a. M. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Triest. Trebitsch. Triest. — Italien: Rom. — Holland: Arnheim. — Schweden: Stockholm. — Amerika: New - Jork. Mexico. Rio Janeirou. — Feuilleton: Vater und Sohn. -• - Inhalt der Beilager ZritungSuachrichtrn und Lorrespoudeuzen: Deutschland: Mainz. Aus Unterfranken. Cassel. Aus Westphalen. — Oe st. Kaiserst.: Wien. Wien. Pesth. Pesth. — Holland: Amsterdam. — Rußland: Petersburg. — Leitender Artikel. Der israrlit. Religionsunterricht des weiblichen Geschlechts. C „Madame, schaffen Sie Mütter, die ihre Kinder erziehen können!" So sprach Napoleon I. zur Madame Campan und deutete damit die große Lebensaufgabe des Weibes an, wodurch es eingreift in das Geschick ganzer Nationen, so daß es den Faden der Geschichte spinnen hilft. Diesem ganz entsprechend sagt ein großer deutscher Autor: „Hinter jedem großen Mdnne steht eine große Mutter." Das jüdische Volk, ja sogar in seinem Ansange als bloße Familie, scheint diese große Wahrheit vermöge der ihm gewordenen Offenbarung früher als irgend ein anderes Volk schon damals eingesehen zu haben, als in der übrigen Welt der Zustand des WeibeS noch ein sclavischer war. — Abraham beschwört seinen treuen Diener, für Iizchak nur eine Frau aus seiner Familie zu nehmen, einsehend, daß das von Gott durch ihn begonnene große Werk der Erziehung des Menschengeschlechts durch die Offenbarung wieder in nichts zerfallen und vergehen werde, wenn Iizchak bei der Wahl seiner Lebensgefährtin keine Vorsicht gebraucht und er, der alte, leidenschaftslose, gottbegeisterte Vater wählt für ihn durch den treuen, ebenfalls, leidenschaftslose« Elieser. Und Gott leitete ElieferS Schritte durch Abrahams Verdienst zum Heile der Welt, so daß Iizchak in seiner Frau das wieder findet, was er durch den Tod seiner Mutter verloren. Diese Frau sieht wiederum die hohe Aufgabe des weiblichen Geschlechts und die Erfolglosigkeit aller Erziehung ohne gute Mütter klar ein, indem sie ihrem Manne sagt: ’nsp nn nunc nw« upy1 npi1? dn nn nua ’jdd ”na n«n 'v pan nnao PiO. „Mich ekelt mein Leben vor den Töchtern Cheths. Wenn Jakob sich eine Frau nimmt von den Töchtern Cheths, wie diese, was soll mir das Leben!" und deutet damit an, daß in dem erwähnten Falle ihre ganze Absicht in Betreff ihres jüngern Sohnes vernichtet und somit die Aufgabe der abrahamitischen Familie verfehlt sei. Und Jakob, „gehorsam seinem Vater und seiner Mutter," geht, beglückt von Gottes und der Eltern Segen, aber entblößt von jedem irdischen Gut, zu seinem Onkel und wählt dort, durchdrungen von der Ansicht seiner um ihn besorgten Mutter, die Rachel, von der es heißt: „sie war schön von Gestalt und schön an Bildung," ganz nach den schönen Worten Schillers: „Schöneres find ich nicht, so lang* ich wähle, „Als in der schönen Form die schöne Seele."

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