Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 32 (5.8.1868)
- Date
- 1868-08-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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I ten, um die heilige Lehre Israels vom Untergange zu retten. (Beth Jakob.) Holland. Amsterdam. Herr vr. A. C. CoSmann wurde zum Bezirksrichter ernannt. Der König von Preußen hat dem Herrn L. Pincofss aus Rotterdam den Kronenorden 4. Klasse verliehen aus Dankbarkeit für die an preußischen Unterthanen erwiesenen Dienste. (N. Weekbl.) Frankreich. Paris. Herr Meller, ein thätiges Mitglied der „All. Jsr.", beabsichtigt, nächstens Palästina zu bereisen, um zu erforschen, ob eS von Vortheil ist, Colonien daselbst zu gründen, daß die Juden aus Persien, die gerne auswandern möchten, daselbst sich ansiedeln können. England. London. Bei einer jüngst stattgehabten Versammlung einiger Herren, die sich für den Wohlthätigkeitsverein für „jüdische Blinden" interesstren, wurde dem Präsidenten Benjamin Philipps eine merkwürdige Geschichte erzählt. Eine Frau, die stockblind war, erhielt schon seit 11 Jahren von diesem Verein Pension. Während eines heftigen Gewitters, das vor einigen Wochen daselbst war, kam ihr es plötzlich vor, als wenn sie einen Schein von Licht bemerkte, und in der That mit jedem Tag konnte sie immer besser sehen, so daß sie jetzt wieder ihre ganze Sehkraft erlangt hat. Die arme Frau theilte mit, daß sie durch den Donner und den Blitz stark erschüttert worden ist. (Morning Advertiser.) London. Bis jetzt hatten die Londoner Juden fern, eigenes Hospital. Die jüdische Gemeindemitglieder geben vielmehr zum allgemeinen Hospital ungefähr 5000 L. (60,000 fl.), wofür ihnen ein Theil des Hospitals, der aber lange nicht zureichend sein soll, zur Verfügung gestellt wird. Obgleich sich die jüdischen Kranken aller nur möglichen Aufmerksamkeiten in diesem allgem. Spitale zn erfreuen haben, kommen doch manchmal einzelne Klagen vor. Man soll deßwegen im Schooße der jüdischen Gemeindevertretung mit dem Gedanken umgehen, ein jüdisches Spital zu gründen. Rußland und Polen. Warschau. Am 30. März d. I. starb in Dresden der Banquier Jakob Platow im Alter von 68 Jahren. Der Verstorbene wurde hierher gebracht, 605 um in seiner Vaterstadt begraben zu werden. In seinem Testamente hat er nachstehende Summen zu wohlthätigen Zwecken vermacht: dem hiesigen jüdischen Hospital 1590 Rubel, den Schutzhäusern Nr. 1 und Nr. 2 je 700 R., einer hiesigen Synagoge 500 R., der neuen Synagoge zu Krakau 600 R., zur Herstellung einer Mauer um den jüdischen Begräbnißplatz zu Praga (Warschau) 12000 R., dem Vereine win D^ony 500 R^, als Beisteuer zur Bestreitung der Gemeindebedürfnisse in Praga 2600 R., der Gemeindekasse Warschaus 300 R., dem christlichen Waisenhaus 1000 R., dem protestantischen Hospital 650 R., zu verschiedenen andern Zwecken 3500 R., außerdem hat er noch ein Kapital von 25000 R. als „Jakob- Stiftung" ausgesetzt, dessen Zinsen an solche Kaufleute ohne Unterschied der Religion vertheilt werden sollen, die unverschuldeterweise ihr Vermögen verloren haben; auch sollen von diesen Zinsen einige Stipendien der studirenden Jugend gegeben werden. (Hamagid.) Asien. Damaskus. Im vorigen Jahre haben wir unfern geehrten Lesern mitgetheilt, daß der englische Vice-Consul in Saida den Begräbnißplatz der dortigen Juden gewaltsam weggenommen hat. Die Juden brachten die Sache zur Kenntnis; der „Alliance isr." Der Präsident derselben wendete sich dieserhalb an den englischen Gesandten in Konstantinopel. Dieser hat nunmehr dem englischen Consul in Damaskus Ordre zugehen lassen, sich nach Saida zu begeben, um den Streitpunkt einer genauen Prüfung zu unterwerfen. Bei dieser Untersuchung hat sich nun auf das Evidenteste herausgestellt, daß der Vice-Consul in der That das Besttzthum der Israeliten mit Gewalt sich angeeignet hat. Auf Veranlassung des Consuls von Damaskus wurde der Platz ihm abgenommen und durch ein behördliches Document bestätigt, daß der Begräbnißplatz für immer der jüdischen Gemeinde daselbst gehört. Die englische Missionsgesellschaft wird immer erfindungsreicher. Sie nimmt jetzt auch Frauen in Diensten, die an ihrem verdienstvollen (?) Wirken tbätigen Antheil nehmen. So kamen auch hierher einige dieser dienstbaren Geister, dieselben gingen von Haus zu Haus bei den Juden hausiren, um Geschäfte zu machen, ersuchten dieselben ihnen ihre Töchter anzuvertrauen, welche sie unentgeltlich in allen weiblichen Arbeiten unterrichten wollten. (Sehr uneigennützig.) Es kann nicht genug auf das Treiben dieser säubern Gesellschaft aufmerksam gemacht werden, damit doch endlich Maßregeln dagegen getroffen werden. (Libanon.) Teheran. Dem Berichte des englischen Ge-