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Der Israelit · 1868-07-29 · Heft 31 (29.7.1868) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 31 (29.7.1868)
Date
1868-07-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IX. Jahrgang, jw *1. Der Israelit. Ein Gentrat - Hrgan für das orthodore Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 29. Juli 5628 (1868). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 6. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1% Sgr. die Petitzeüe oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Der Orient. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Ulm. Aus dem norddeutschen Bunde. — O esterr. Kais erst. : Wien. Pesth. Eisenstadt. Aus Papa. — Palästina. — Amerika: New - Pork. — Feuilleton: Der kleine Jan. Inhalt der Beilage» Telegraphische Depesche. Zeitungsnachrichten »ud Correspoudeuzeu: Deutschland: Mamz/VMchen. Fürth. Aus UnkÄstanken. Paderborn. Posen. Breslau. — Oesterr. Kaiser st.: Wien. Triest. Bartfeld. — Frankreich: Aus Paris. Paris. Paris. Paris. — England: London. — Türkei: Aleppo. — Amerika: New-Aork. Nerv-Aork. St. Franzisco. Cincinnati. — Feuilleton: Rabbi Markus Benedikt. Leitender Artikel. Der Orient. y. Unter den drei Clafsen der jüdischen Gesammtbevölkerung ist die Arbeiter- und Kleinhändlerclasse die weniger geachtete. Ihr fehlt es besonders an großmüthigen Beschützern. Meistens unwissend, ist diese Classe größtentheils auch mittellos, wenn auch manchmal das Glücksrad seinen Segen auf den Einen oder den Andern ausschüttet. Im Allgemeinen jedoch kann man behaupten, daß die Armuth in gewisien Familien eine stete zu sein scheint. Der Mangel an Bereicherungsquellen und der unbedeutende Handel, welcher überdies meistens in den Händen der Europäer liegt, sind die Ursachen dieses stabilen traurigen Zustandes. Die Nüancen des Groß-, Mittel- und Kleinhandels existiren in der Türkei noch nicht, was sich aus dem Mangel an Fabriken erklären läßt. Israeliten sieht man darum selten bei Handwerken, weil die meisten Professionen entweder von Christen oder Muhamedanern ausgeübt werden, welche sich zur Annahme jüdischer Lehrlinge nicht^ verstehen. Uebrigens können jüdische Knaben des noch frisch blühenden Fanatismus halber bei keinem nichtjüdischen Meister auf die Dauer bleiben. In dieser Beziehung wäre es ein verdienstliches Werk, Jünglinge nach Europa zu bringen, um sie dort ein ordentliches Handwerk erlernm zu lasten. Bei ihrer Rückkunft in die Heimath könnten dieselben sich gut ernähren und zu gleicher Zeit die Wohlthäter ihrer Mitbrüder werden, von denen sie dm den Einen oder den Andern zur Arbeit erziehen würdm. Ein derartiges Unternehmen, klein und bescheiden bei seinem Beginne, würde gewiß mit der Zeit die segensreichsten Folgen haben; außerdem ist dessen Ausführung schon deshalb leicht möglich, weil kein großer Geldaufwand dazu erforderlich ist. Sie sehen, mein geschätzter Leser, daß ich nach und nach alle jme Punkte berühre, welche unser Interesse für das türkische Iudenthum erweckm können. Lasten Sie mich daher einm Augenblick von dem ebenbesprochmen Gegenstand abschweifen, um Ihnen etwas über den social-politischen Stand der orientalischen Juden mitzutheilen, und zwar führt mich dazu meine oben angedeutete Bemerkung, daß der Fanatismus jüdischen Lehrlingen den Aufmthalt bei nichtjüdischm Meistern unmöglich macht. . -S ft ri f. 1 *: Ü t k 1 ■; j i t i i ' i : -?!

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