Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1868)
- Date
- 1868-07-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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tcn Einfluß auf die jüdische Gemeinde, und so wurde i die Wiener Gemeinde davon abgehalten, ihre Ehrenj schuld an den Todten abzutragen. — In amerikan. Blättern lesen wir, daß ein Einwohner von Nashville, (Vereinigte Staaten) im Besitze einer sehr alterthümlichen Münze sei, welche etwa die Größe eines amerikanischen Viertel-Dollars hat und auf beiden Seiten hebräische Inschriften trägt und zwar auf einer Seite ttnpn und auf der andern Seite b-riL" dpw. Einem jüdischen Alterthnmsgelehrten zufolge wurde diese Reliquie vor 2100 Jahren in Jerusalem zu den Zeiten der Makkabäer, ungefähr hundert Jahre vor der Regierung des Herodot, gemünzt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 7. Juli. Der Kaiser von Oesterreich hat dem k. k. Agenten und Generalconsul in Bukarest, Frhrn. v. Eder, den Orden der eisernen Krone 2. Kl., dann dem k. k. Statthaltereirathe und Verweser des k. k. Generalconsulates in Jassy, Ritter v. Wolf arth, den Leopold-Orden mit Nachsicht der Taxen zu verleihen geruht. Wien. Einen seltenen Fall von relig. Uebertritt erzählt die Wiener „Vorstadt-Zeitung:" Vor Kurzem ist hier ein junger Mann aus jüdischer Familie, Herr P., ein Schwager des Hofschauspielers S., zum Christenthume übgetreten. während dessen Großvater, ein Greis, der diesen Schritt schon längst gethan, sich fast gleichzeitig beim hiesigen Magistrat zum Rücktritt in'§ Judenthum angemeldet. Beide, Enkel und Großvater, haben sich zum Religionswechsel aus Opportunitäts- Gründen, die in der Liebe ihren Ursprung haben, entschlossen; Ersterer, um ein Christenmadchen zu heirathen, Letzerer, um neben seiner jüdischen Frau begraben zu werden, die ihm in den Tod vorangegangen. Von der fiebenbürgisch-rrrm Grenze, im Juli. Bekanntlich haben die Reformer in Bukarest vor einigen Jahren den berühmten Rabbiner Malbim auf eine schmähliche Weise von seinem Rabbinat verdrängt und dann den Reform-Rabbiner vr. Pick engagirt. Dieser trieb es mit feinen Reformen so weit, daß seine Gesinnungsgenossen daselbst auch ihn entlassen mußten. Benannter Reform-Rabbiner ist nun zum Christenthum übergegangen und hat sich in den Dienst der englischen Mission begeben. vr. I.Y. Frankreich. Aus einem Bericht des Wohlthätigkeitscomitss zu Paris ist ersichtlich, daß daselbst 1500 Familien leben, unter die jedes Jahr Mazzoth vertheilt werden, und daß, um dies ausführen zu können, ungefähr t 5,000 Fr. nöthkg sind. Tlemcen (Algerien.) Die Zeitungen von Tlemcen melden bei der Beschreibung der im dortigen Diftricte herrschenden schrecklichen HungerSnoth, daß daselbst bei 11 Geburten 99 Todesfälle Vorkommen; in diese Zahl find 67 Personen eingeschlofsen, welche todt auf den Straßen gefunden worden sind. Bei den Europäern und Israeliten jedoch übersteigt die Zahl der Geburten die der Todesfälle. Rnney. In Gentilly bei Nancy ist ein jüdisches Besserungshaus, wohin alle jugendlichen jüvischen Gefangenen von allen Theilen Frankreichs geschickt werden. Diese Gefangenen bilden eine Abtheilung der Ackerbau-Colonie, welche unter der Direktion des Grafen von Suzaincourt steht. Der Graf schenkt den jüdischen Colonisten große Aufmerksamkeit. Dieses Institut steht unter der Aufsicht einer jüdischen Gesellschaft, die in Paris ihren Sitz hat. Spanien. Madrid. Der würdige und ausgezeichnete Vorsänger Castro aus Bordeaux wurde nun zum viertenmal nach Madrid berufen, um daselbst an einem Knäblein die Beschneidung zu vollziehen. Die Ceremonie fand in einer sehr ehrwerthen Familie in Gegenwart von zwanzig Glaubensgenossen statt. Alle Anwesenden zeigten große Freude über die Vollziehung des Bundes der Beschneidung selbst in einem gegen die Juden so feindlich gesinnten Lande. Am selben Abend wurde noch eine Frau ebenfalls von einem Knaben entbunden, und so mußte sich Herr Castro entschließen, noch weitere acht Tage in Madrid zu verbleiben, um auch an diesem Kinde den n^D r.na zu vollziehen. Diese Zeit benutzte derselbe, um in Begleitung mehrerer Glaubensgenossen die Gräber mehrerer Israeliten aus dem englischen Begräbnißplatze zu besuchen. An einem besonderen Platze sind mehrere maLv. Herr Castro hat dadurch, daß er selbst durch die tropische Hitze sich nicht hat abhalten lassen, diese lange und beschwerliche Reise zu unternehmen, sich sehr um das Judenthum verdient gemacht. Hoffen wir, daß nunmehr bald durch die Anstrengungen unserer Glaubensgenossen, die bis jetzt in Spanien wohnen, der Zeitpunkt herbeigeführt werde, in welchen Israeliten öffentlich ihrem Glauben in diesem intoleranten Land, das früher das europäische Palästina war, anhängen dürfen. (Univ. Jsr.) England. London. In dem Vorstande des hiesigen Telegraphisten - Vereins sind die Baroninnen Lionel und Mayer von Rothschild uyd als Vice - Präsidenten sind die Herren Baron Lionel von Rothschild und