Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1868)
- Date
- 1868-07-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IX. JahrgMg. _’( > . W* §§|/ _ Der Israelit. JW so. E r n Gentrat - Organ für das orthodoxe Zudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2 2. Juli 5628 (1868). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder % 5. 16 kr. rh Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate n/z Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Direkte Francozusendung unter StreilbaNd pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Zum neunten Ab! — Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Düsseldorf. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wien. Wien. — Rußland u. Polen: Warschau. — Donaufürstenth: Bukarest. — Türkei: Damaskus. — Amerika: Memphis. Feuilleton: Der kleine Jan. Inhalt der Beilager Leitender Artikel: Der öffentliche Gottesdienst. Zeitungsnachrichten »ud"Tsrrefpondeuzen: Deutschland: Stuttgart. Berlin. Breslau. Lyck. Margqrabowa. Hamm. Altena. Aus dem norddeutschen Bunde. — Oesterr. Kaiserst.: Wien Wien. Von der fiebenbürgisch-rum. Grenze. — Frankreich: Paris. Tlemcen. Nancy. — Spanien: Madrid. — England: London. — Rußland u.Polen: Aus Rußland. Warschau. — Serbien: Belgrad. — Palästina: Jerusalem. — Amerika. — Asien: Jaffa. — Feuilleton: Zion. Leitende Artikel. dum neunte» Äb! Es sind nur einige wohlgemeinte Worte, die ich an Sie, liebe und ernste Leser des „Israelit", zu diesem trüb-ernsten Tage richten will; sie gelten hauptsächlich der Beantwortung der nur zu oft gehörten, aus ganz verschiedenem Munde, in gar verschiedener Absicht, mit gar verschiedenem Tonklang, mit eigen- Ihümlichem Mienen- und Geberdenspiel ausgesprochenen und aufgeworfenen Frage: I „Haben wir in der lichten Gegenwart noch um »den Fall Jerusalems zu trauern oder nicht?" | Wenn ich zu diesem Zwecke einen Vers aus den tief empfundenen Klageliedern Jeremias' anführe, so hoffe ich, damit so manchem Leser dieser Blätter aus der Seele zu sprechen. Derselbe lautet: jrby ’öd aicm nijnn Ns»*n n? „Aus dem Munde des Höchsten kommt nicht Böses und Gutes." (Echah 3, 38.) Nicht Böses und Gutes, sondern das letztere allein, fügen wir unwillkürlich hinzu. Möchten alle von körperlichen oder seelischen Leiden, oder gar von beiden zugleich Heim gesuchten diese Worte tief in ihr Herz und ihre Seele graben, um dadurch all' des segenreichen und erquickenden Trostes theilhaftig zu werden, den sie jedem gläubigen Gemüthe im umfangreichsten Maaße zu gewähren im Stande sind. Der Gedenktag des neunten Ab ist, wie kaum ein anderer mehr, dazu geeignet, uns die tiefe Wahrheit dieser Prophetenworte überzeugend erkennen zu lassen. Wenn man auf irgend einen Leidenstag von den vielen in der Geschichte Israels die Worte Zephanja's anwenden kann: op i"3i Kinn m\n nnay, „Ein Tag des Grimmes war selbiger Tag, ein Tag der Noth und Bedrängniß, ein Tag des Schreckens und Grauens, ein Tag der Finsterniß und des Dunkels, ein Tag dichtesten und undurchdringlichsten Gewölks", (Zeph. 1, 15.), so ist es ganz gewiß der neunte Ab, weil es keinen anderen Tag in unserer leidenreichen Geschichte gibt, der so wie dieser das nationale Israel in seinem einheitlichen Bestände erschüttert, und in Folge dessen seine Fortexistenz gänzlich in Frage gestellt hätte. Ganz abgesehen von dem unermeßlichen Elende, das der Zerstörung des Heiligthumö durch Barbarenhände voranging, wie es uns in erschütternder Weise in dm Klageliedern Jeremias' vorgeführt wird, und uns die liefbetrübende Wahrheit veranschaulicht: -j^nnDi i’Dtno ins' HDD, daß die traurigen Spaltungen in Israels #