Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 25 (17.6.1868)
- Date
- 1868-06-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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langt ist. UeberdieS sind Rath Rixner von mehreren andern getauften Israeliten die Konversionen zum Judenthum vorderhand mündlich angemeldet worden. Wien, 4. Juni. Die „Oesterreische Correspondenz" meldet: „Der österreichische Generalkonsul in Bukarest erhielt die ihm zugesagte Genugthuung in einer sehr verbindlichen Zuschrift der rumänischen Regierung. Wien, 4. Juni. Aus Bukarest wird der „Presse" geschrieben, daß unser General-Konsul Baron Eder nunmehr eine große Entschiedenheit in der Judenfrage entwickle, und sich durchaus nicht mit den halben Antworten und Zusicherungen der Herren Bratiano und Golesko abfertigen lasse. Er beharrt energisch bei der bekannten Genugthuung und soll dieselbe auch — wie die „ Oest. Corresp." hört — in einer verbindlichen Zuschrift der rumänischen Regierung erhalten haben. Wien. In einem „'Eingesendet" des „Pesther Lloyd" wird Folgendes erzählt: Bei dem im Komitate Gomogy, Bezirk Karad. gegenwärtig r-ig ntlich im Dorfe Köttse befindlichen Stuhlrichteramte ist es nicht wie anderwärts Gebrauch eine Vorladung durch den betreffenden Ortsrichter zuzusenden, sondern es werden sogleich, und sei die Angelegenheit noch so geringfügig, 5—6 Panduren vom Herrn Stuhlrichter zur Herbeischaffung des Angeschuldigten abgesendet. Es wäre schon die strenge Behandlung durch Beschimpfungen, Drohungen und Ohrfeig en von Seiten des Herrn Stuhlrichrers genug, allein das barbarisch rauhe, peinlichste Verfahren der Panduren, mit deren Wachtmeister an der Spitze, (überhaupt wenn ein JSrael'te in deren Hände gelangt) h ißt dem Zeitgeist geradezu in'S Angesicht geschlagen. Einer solchen Handlungsweise ist vergangene Woche ein Menschenleben zum Opfer gefallen. Ein gewisser Hirsch, aus dem Markte Adand (als äußerst braver Mann allgemein bekannt), hatte einer dortigen Herrschaft vor bereits geraumer Zeit den Betrag von circa 400 st ö. W. gegen Hypothek von Silber-Eßzeugen, Wäsche und Kleidungsstücken geliehen. Die Herrschaft, welche den Betrag nicht zahlen konnte, machte beim Her n Stuhlrichter in Kö tse die Anklage, ein Bedienter habe ihr die als Hypothek bezeichneten Gegenstände gestohlen und dieselbe an Hirsch verkauft oder bei demselben deponirt. Es wurde somit gleich der Bediente verhaftet. Am 26 v. M. wurden vier Panduren mit ihrem Wachtmeister nach Adand abgesendet, um Hirsch abzuholen. Der Arme wurde noch am selben Tage an daS Stuhlrichteramt nach Köttse eingebracht. Am darauf folgenden Tage, als derselbe zum Verhör gezogen werden sollte, war man nicht wenig überrascht, daß der Gefangene nirgends auszufinden war. Man vermuthete, daß Hirsch nach Hause geflüchtet sei, demzufolge der Pandurenwachtmeister gleich den Befehl ertheilte, „schnell ein Fahrzeug zu miethen, rvenn's auch 20 fl. kostet (nach einem Orte in der Entfernung von zwei Stunden), Hirsch hat Geld genug." — Unterdessen aber kam schon die Gattin sammt mehreren Verwandten des Hirsch herbeigeeilt, mit einem Schreiben von der erwähnten Herrschaft und etwas später kam sogar btef* selbst mit dem Bemerken, man möge den Verhafteten frei lassen, da der die Klage bildende Gegenstand bereits bestens geordnet ist. Die Forderung war der Herrschaft einfach geschenkt worden, denn die Verwandten erinnerten sich, daß Hirsch, welcher nie vor irgend einem Gerichte, außer im vergangene Jahre ein einziges Mal in Köttse, vermöge einer ihm von einem Bauer abgeleugneten Wechselfchuld, vor dem Stuhlrichter zu thun hatte und dort so fein behandelt wurde, daß er Zither öfter sagte: „Bevor ich noch einmal beim Gericht in Köttse etwas Vorhaben soll, wünsche ich lieber gleich zu sterben." Die Verwandten waren demnach nach Köttse geeilt, wo sich ihre traurige Ahnung leider bestätigen sollte. Der Arme hatte sich crhenkt und war, da man ihn auffand, bereits eine Le'che. Wien, den 11. Juni. Soeben erhalten wir die traurige Nachricht, daß der hiesige Rabbiner, Herr Lazar Horowitz, heute Nachmittag (Donnerstag) den 11. Juni, im Bade Vöslau mit Tode abgegangen ist. Derselbe war einer berühmten Rabbinerfamilie entsprossen und zählte zu seinen Ahnen die größten Koryphäen des Judenthums (-»in d"*vid ,nt<b&n ,nber Bnn). n"a'V'j"n. Brünn. Wie wir aus gut unterrichteter Quelle erfahren, hat das k. k. Ministerium an die hohe Statthalterei in Brünn die Weisung erlassen, im Vollzüge jenes Paragraphen der Staatsgrundgesetze, der jeder Confession die Verwaltung ihrer Fonds zuweist, den mähr, jüdischen LandeSmassafond, der bisher von der k. k. Statthalterei verwaltet wurde, der mährischen Judenschaft in Verwaltung zu übergeben. Hiedurch ist zugleich dieser Fond als ein jüdisch - konfessioneller erklärt und eine langjährige Streitfrage über die Bestimmung desselben zur Entscheidung gebracht. Der Landesmaffafond Mährens beträgt über 960,000 fl. und sind die einleitenden Schritte wegen Uebergabe desselben bereits im Zuge. (Abdl.) PreMurg, 19. Mai. Die hiesige Judengemeinde sollte gestern der Sckauplatz seltsamer Proselytenmacherei sein und der Seelenfänger ist der hier statienirte englische Misiionär S . . . n, Schwiegersohn des hiesigen evangelischen Predigers G. Der Vorgang ist nämlich folgender: Vor einiger Zeit kam ein armer und verlassener Judenknabe aus Klausenburg in Siebenbürgen hier an und fand hier hinreichende Unterstützung, und da er sich entschieden dahin äußerte, lernen zu wollen, wurde er in die hiesige Gemeindeschule ausgenommen, die er auch, aber ohne Erfolg, besuchte. Leider mußte er später auch wegen seines den Schulgesetzen nicht entsprechenden Betragens aus