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Der Israelit · 1868-06-10 · Heft 24 (10.6.1868) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 24 (10.6.1868)
Date
1868-06-10
Page
– (sequence 20)
Language
German
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468 Einzelnen die gichtigere Leseait ermittelnd und im Ganzen das Verständniß fördernd, wofür dem Herausgeber auch von dem inzwischen verstorbenen Consistorial-Rabbiner Salomen Klein einige Beiträge zugegangen sind. Co weit das'Literarhistorische — häufig in gar zu beschränktem Maaste — im Commcntar berücksichtigt worden ist, waren die Schriften des Pr Zunz, wie auch briefliche Milthkilung'N dienet Gelehrten dem Herausgeber ein sicherer Führer auf diesem Gebiete. Zn dieser Weise dürfte diese Siddur-Ausgabe m gefälligem Quart-Format und in splendider Ausstattung einem längst gefühlten Bedürfnisse in der trefflichsten Art abhclsen; sie wird sich vorzüglich für den Gebrauch des Borbeters in der Synagoge rmpff tzlen, zumal auch die wesentlichsten Vorschriften des Gebetc-Rituals, die über vnp und iPsn,- rvs’B auch in deutscher Sprache, und von dem rühmtickst bekannten pcb Samuel Bon di in Mainz geprüft, mitgetheilt werden. Nachdem wir nun unser Referat, im Allgemeinen erstattet haben, woben wir noch Veranlassung nehmen, Einzelnes aus dem Commentare berauszuheben, wenn auch nicht immer berverzuheben, um Manches hier zu ergänzen, dort zu berichtigen. - Zur S. 33. Den Gebrauch, beim Eintritt in'ö Gotteshaus die Derse u. s. w. -pcn mn zu recitiren, habe ich bereits im Siddur Raschis Codex München Nr. 27 erwähnt gefunden. S. 34. Die Gcbete ^L'pn-r tut (von Gabirol) und T&n (ton Chaim) stammen aus dem spanischen Machsor, vgl. Zunz, Riten S. 153 und Literaturgeschichte S. 188 und 546. S. 35. In Bezug auf das Alter des Gesäuges |n« wäre nachzutragen, daß nach nvo nüz §. 31 bereits Scherira Gaon diesen Gesang gekannt und gerühmt habe. ■ S. 36. Heber den Wechsel der 2. und 3. Person in der SegcnSformel ^r-ip -srN nrx "p-o wäre Luratto's Erklärung zu Jesaja 1, 4 zuerst zu berücksichtigen gewesen. Es ist dieser Sprachgebrauch ganz biblisch, wie u. A. in Zephania 2, 3. iK Daß im Talmud bei bebräisch klingenden Wörtern wie pvtyb, porx statt fr ein o geletzt wird, weil man bei dort fehlender Vocalisirung sehr leicht mit fr lesen könnte, ist nicht richtig.. Der Grund ist vielmehr, weil die aramäische Sprache in ihrer noch harten, wenig gemilderten, nuancirtefi. Aussprache der Buchstaben nur O, nicht aber fr kennt. Wenn man aber trotzdem Wörter mit fr findet, so hat man nach Levy, chald. Wörterbuch S. 4 42 anzunehmen, daß deren Schreibung mit fr erst einer spätere^ Zeit.aügehört und als eine bloße Nachahmung^ schen zu betrachten sei, da in der That kn Manuscritztcn und besseren Drucken bei dergleichen Wörtern die Schreibung mit 0 sich findet.! S. 45. icw r.fc n&op. Daß Fcu- | fob auch den Beinamen Ieschurun erhallen, wird { durch den Hinweis auf Jesaja 44, 2 noch immer! nickt erwiesen; es gehört vielmehr noch dazu die Erklärung des Aben Esra, welcher, allerdings dem einfachen Sinne entgegen, in jener Stelle eine Andeutung auf Jakob finden will. S. 55. Nachdem der Herausgeber bereits abweichend von den andern Ausgaben die zweite Nej cension des Gebets vor dem Anlegen das Talith aus j dem Siddur des M. Epstein entlehnt hat — die erste! soll nämlich nach diesem Siddur, den übrigens Jakob Emden im 71 b. rwjpn n^n vom Sabbaläismus nickt frei sprechen will, nur für die der Kabbala Kundigen bestimmt sein — wäre es geeigneter gewesen, das schöne Gebet aufzunebmen, welches Z. Meklenburg versaßt hat und in seinem Siddur eck. Königsberg vor dem Anlegen das Talith zu beten empfiehlt, um in dieser Weise demselben eine weitere Verbreitung zu geben. S. 56. Von wesentlichen Aenderungen im Texte selbst, welche der Herausgeber auf Grund der im Kommentar de'aillirten Recktfertiguna vorgenommen hat, ist wohl die bedeutendste das pi“*? stack pyonb im Segeusspruch beim Anlegen der Tesillin *r vL', entgegen dem Verfasser des n’U, aber im Einklang mit dem Verfasser des yya, des pn!P nny^, beö rzvr ’-q-i und — füge ich hinzu — entsprechend der Leseart im italienischen Siddur eck. Mantua 1866. Ob aber Viele durch jene grammatische Auseinandersetz. ing für die neue Leseart fick werden gewinnen lassen, möchte ich bezweifeln. Die Emen, die ohne grammatische Kenntniß sind, stützen sich ans die Autorität ihres Siddur;*) die Anderen, wenn schon Erkenntnis für die grammatisch richtigere Leseart besitzend, pflegen nicht selten die alte, obwehl minder richtige, aber bereits lieb gewordene Leseart vormziehen, besonders wenn, wie in vorliegendem Falle (siehe Sckaare Teschuba zu Orach Chaim §. 2j, Note 6), noch mehrere andere Stimmen sich dafür entschieden haben. - ((Schluß folgt.) *) Sie sprechen tirit je,rem Polen, der in seinm 90.Lebenswahre, ohne Eltern, im Tischgebete immer noch emschaltete >jf> nb in?" u. s. w. und auf Befragen antwortete: Es steht doch so. iw meinem Siddur!" ., A M> jh'Jncä rtjru? Verantwortliche Revaction: Dr. Lehmann. ."ui . ÖHP’fce Gottsleben. in ÄMz. l» Schnetlpresseno'.ua von

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