Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1868)
- Date
- 1868-05-20
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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40^ Und wenn wir nun endlich als Schlnßbetrachtung mvch eine Parallele zwischen den spätern Folgen und Entwickelungen, die zwischen diesen beiden verschiedenen Zeitepochen sich wie von selbst ergaben, ziehen, io bietet sich unseren Blicken ein merkwürdig ähnliches, ja fast gleiches Verhältniß dar. Denn was bei Bileam fein auszusprechender, aber unterdrückter Fluch nicht vermochte, das erwirkte, und vielleicht noch kräftiger als jener, sein Unheils schwangerer, dem König gegebener Rath, auf welche Weise Israel beizukommen sei. Wann nämlich können Bet- und Lehrhäuser am besten unbesucht und leer bleiben? Wenn die Jugend und überhaupt die leichtsinnige Volksmenge durch Sinnlichkeit und Ueppigkeit von dem göttlichen Streben abgelenkt werden. Und dies that der P eordi en ft mit seiner abscheulichen Begleitung leider auf's Vollkommenste, so daß unsere Weisen mit Recht die Worte ausstießen: x"y nay x?i pao na bx-uEn vn v'pm' N’Dnnsa nnj? an1? -mia x^x. „Wohl wußten die Israeliten, daß an dem Götzendienste kein Gewinn ist, und ergaben sich ihm nur deshalb, um desto zügelloser der Sinnlichkeit fröhnen zu können. (Sanhedr. 63 5.) Daß aber Alex, und sein Freund Eumenes jenen Act des Wohlwollens an Israel nicht aus Liebe hervorgehen ließen, braucht nicht erst bewiesen zu werden, zumal, wie wir gesehen, Iosep. ihn iratu8 rex (erzürnter König) nennt. Er hätte es vielleicht ebenso gefaßt wie Bileam und Balak gemeinschaftlich. Er ward aber gewissermaßen genöthigt, augenblicklich seiner zu schonen. Jndeß aber war sein Erscheinen in Judäa von den nachtheiligsten Folgen für Israel. Denn er verließ das Land mit demselben Seherblick, wie Bileam in der Wüste, daß nur durch Einführung fremder Sitten und Gebräuche Israel am leichtesten beizukommen sei. Und in der That, kaum verließen die griechischen Heere das heilige Land, so überwucherte bald der glänzende, vollwüchsige Hellenismus, der moderne und classische Peordienst, daö einfache und kunstlose Iudenthum. Denn bald erhoben sich in Israel griechische Ringschulen und griechische Spiel- und Schauspielhäuser, und die ganze griechische Denkweise in Philosophie und Dichtkunst fand leicht in das Gemüth der für diese geistige Richtung nicht geschaffenen Isrneliten Eingang, so daß natürlich Tempel, und Lehrhäuser bald ganz vernachlässigt wurden, wie es ausdrücklich in den Büchern der Maccabäer, vorzöglich im 2. Cap. 13, 14 und 15 heißt: „Und das heidnische Wesen nahm also überhand, daß die Priester des Opfers des Tempels nicht mehr achteten, sondern liefen in das Spielhaus und sahen, wie man den Ball schlug und andere Spiele trieb, und ließen also ihrer Väter Sitte fahren und hielten die heidnischen für köstlich." Strafte Gott jedoch den Peordienst drrrch einr Pest,.die viele Tausende von Israel hinraffte, so deckmirte hier AntiochuS Epipbanes, jener griechisch-macedonische König, Israel nicht minder, bis, wre damals ein PinchaS aufstand, der den Simri, zusammen mit: dem Gegenstände seiner Sünde erstach und dadurch dem Verderben ein Ziel setzte, hier ein Nachkomme dieses Eiferers kühn sich erhob, der gleichfalls einen vor seine Augen (wie es — so wie bei Simri Tx-üyi »ja my va »j»ybi niEfo »J’jp — deutlich im 1. B. der Maccabäer 2, 23 heißt) hmtretenden abtrünnigen Israeliten mit seinem Schwerte zugleich mick dem anwesenden Hauptmann durchbohrte und eben dadurch in die Fußtapsen seines Uhrabnen trat: „Das sah Mathatias und ging ihm durch's Her; und sein Eifer -entbrannte um das Gesetz. Und lief hinzu und tödtete bei dem Altar den Juden und den Hauptmann des Antiochi und warf den Altar um." — Durch diese kühne heroische That hat er den Zorn Gottes gleichfalls abgewendet und dann die Wiederbelebung und geistige Auferstehung Israels vermöge seiner glorreichen Söhne, denen Gott ein zweites Friedensbündniß' gewissermaßen zngesichert, erwirkt. Haben wir diesen Gegenstand nun so weit in Extenso zu erörtern uns beflissen, so sei es uns schließlich noch erlaubt, nochmals einen Blick auf die zu Grunde liegende Midraschstelle in Echa R. Zu werfen, um zu sehen, worauf sie eigentlich beruht. Und was bemerken wir da? Wir erblicken zu unserer Freude einen VerS, auf dem jene Werte basiren, der dm Buche Daniel entnommen ist und folgend ermaßen lautet: xasn ywsa -rann by in:n „Und ein Heer wird sich lagern über betft Opfercultus durch Mrssethat". Und dann heißt eS nach einigen gemachten Vergleichen gleich unmittelbar darauf: ':ai Q’O’joxai 'd: psiaP’S nay xd. Worauf aber zielt dieser gedachte Vers wie das ganze Capktel, dem er entnommen? Nickt anders als auf die Zeit Alexanders des Großen und seiner aus ihm sich entwickelnden Epoche! Denn auf ihn deutet bekanntlich der in diesen: Abschnitt so oft vorkommende auyn t>e?s hin, wie es Schemoth R. 51, Pirke R. Elieser 28 und der Siüukpioth zum zweiten Tag des Neujahrsfestes, ganz besonders aber VerS 2 l dieses Cap. selbst heißt: xin i»j»y pa nerx rftnun ppm?' ‘vyst’n ■vssro ptpxnn "pan. In dem Commentar der in Prag 1837 erschienenen Ausgabe des Daniel heißt eö zum erstgedachten Grundrerse: pPsy upjh yrea Ton ianp» o D'jrn wy nt^xa a»na »naTa t>xua 'n. Und zu dem letztgedachten Verse heißt es wiederum: pL'xnn "pan ppio omjopjpx xn. Hieraus ist also deutlich ersichtlich, daß unsere Weisen bei aiawax die Zeit Alexanders des Großen vor Augen hatten. Ör. Aron Hirschfeld. Verantwortliche Xedaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Stoux'schrn Hofbuchh«rdlung. — Dampf»SchneLprefsendruck von I. Gott-leben in SÄckn-.