Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1868-05-20 · Heft 21 (20.5.1868) · page 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 21 (20.5.1868)
Date
1868-05-20
Page
– (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2447343-2447363--06166-2461707
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

407 tier Widerlegung anführt: d"r"-> did'JP« ^xv r&nn nfinaa ym pan Dnb mx? Und vergleichen -wir diese Fragen mit den Fragen, die dem Berichte des Talmuds (Tamid 32) — gemäß Alexander unseren Weisen vorgelegt, so finden wir, daß sie nicht nur in dieselbe Kategorie fallen, sondern sogar ganz entsprechende, ja auffallende Aehnlichkeit mit jenen har en. Also Fragen, die der damalige Welteroberer vorgelegt hat, ganz dieselben oder ähnliche hat auch sein Begleiter und Geheimschreiber Eumenes sich erlaubt an die Gelehrten zu richten. Und an wen haben unsere Weisen diesen Fragensteller zur Beantwortung beschicken? An *6«3n rpv xix den Baumeister A. I., weil dieser am besten seiner Kunstfertigkeit wegen sie zu geben geeignet sei. Daß aber dieser genannte Künstler, den er auf seinem Baugerüste vorfand, ohne alle Beweise und nur apodiktisch, nach der Ansicht des H. D. schwerlich ein Zeitgenosse A. M. gewesen sein kann, ist durchaus nicht abzusehen. Es wird seiner nirgends weiter, weil er kein Gesetzeslehrer, sondern nur in seinem Fache ein kunstgeübter Kenner war, Erwähnung gethan. Ein solcher, von dessen Zeit und Wirken weiter keine Kunde zu uns gedrungen ist, kann in jede Zeit versetzt werden, und da demnach durchaus nichts im Wege steht, ihn als Zeitgenossen des Eumenes zu halten, so kann er durchaus nicht als Gegenbeweis für unsere Behauptung dienen. Meiner in jenem Aussatze ausgestellten Hypothese ist nickt nur durch diese scheinbaren Gegenbeweise des H. D. nicht die Spitze gebrochen, sondern sie hat, wie ich hier nachträglich genügend bewiesen zu haben wähne, noch an Glaubwürdigkeit und Intension zugenommen. — Zu dem bisher Gesagten erlaube ich mir aber noch hiiiMufügen, daß nicht umsonst jenem der Zauberer an die Seite gesetzt worden ist. Denn so wie bei Eumenes, wie ich bereits dort erwähnte und wie noch dargethan werden soll, unter Alexander ein Zusammensiuß von Völkern stattfand, so wird ganz dasselbe auch von diesem heidnischen Seher behauptet. So spricht daher der Midrasch (Bamidb. r. Cap. 20 in Tanchuma) zur Erklärung des Wortes rnins von ihm i3 D’un '3d2 mp rvn ’jntw id d«p*id /3nBr oder wie Raschi diese Stelle erklärt: DrmrUN P D’sno D’D/cn „Alle Könige Härten sich brieflich an ihn um Rath gewandt." — So fügt auch Raschi in seinem Midr. Commertar zu Ber. R. Cap. 65 hinzu, rnoi«n *3 lDJDru nun ny&o pi ■Vinci 3L" D'IBIN IMttf Dp3 b*X D^J/n Ld'.y.i n«. Beide, Bileam' wie Eumenes waren also die vermittelnden Personen, Israel gegenüber, bei dem Völkerthume und daher beide in ihrem Erscheinen und Wirken, auch jeder seine eigenthümliche Rolle spielend, ziemlich gleich. Gehen wir aber noch tiefer in die Wirksamkeit dieser beiden Helden ein, so stellt sich uns ihre Aehnlichkeit noch auf einer ganz anderen Seite und zwar in den Folgen ihrer Handlungen, in dem Ergebnisse ihres Auftretens dar, so daß zwischen beiden vollkommene Parallelen gezogen werden können. Zu Bileam nämlich kam Balak, König von Moab, ihn einladend, Israel vermöge seines Zauberspruches zu verfluchen und zu vermindern. Aber sogern er auch diesem Verlangen Folge leisten wollte, so mußten doch seine Worte durch göttliche Einwirkung eine ganz entgegengesetzte Wirkung hervorbringen. So sehr auch zu jener Zeit das Damokles-Schwert über Israel hing, so wurde es doch durch göttliche Fürsorge gerettet. — Aber auch zur Zeit, als Alexander im Begriffe war, gegen Iudaea zu ziehen, kamen ihm die Samaritaner (o'rra) mit der Anklage gegen Israel entgegen und baten ihn, es ihnen möglich zu machen, Israel den Todesstoß zu geben. Aber so sehr er auch auf ihren Wunsch eingehen mochte, so mußte er doch fast wider seinen Willen, Juda mit Gnadenbezeugungen von sich entlassen, irr&« n»3 n« D’non uppn» pnnrp /on ornjop^xD heißt es daher im Talmud (Joma 61, a). Hier vertraten die Samaritaner gewissermaßen die Stelle Balaks, und Eumenes, die Seele Alex, erwirkte vielleicht durch seinen einflußreichen Rath die Begnadigung der fast schon dem Untergang preisgegtbenen Juden. Wie es von Bileam, wie oben gezeigt worden moi«n b3 iqphj heißt; so sagt auch IoskphuS: Dt quurn Phoenices ac Chaldaei sperare? t sibi lkeret quitquid iratus rex posset permittere direptionem urbis et pontificis exquisitum supplicium, plane contrarium evenit. „Und als die Phönicier und Chaldäer hofften, daß ihnen, was auck der erzürnte König gestatten könnte, die Vernichtung der Stadt (Jerusalem) und die nachgesuchte Strafe des Hehepriesters erlaubt sein würde; so ereignete nck gerade das Gegentheil." Ebenso heißt es bei Bileam n!Ppn *p -pnV« 'n -prn ,“313!? (Deuter. 23, 6). Wie Balak nun tief aufgebracht über das unerwartete Gebühren seines herbeigerufenen Sehers von Schmerz und Zorn bewältigt, diesen zu Rede stellte: so wagte auch.dexanders Liebling, Parmenio, dem mächtigen Gebieter Vorstellungen über sein nickt zu enträthselndes gnadenvollcs Benehmen gegen die Juden zu macken, bis dieser ihm das wunderbare Geheimniß entdeckte (Joseph Antiquit. XL Cap. 8.) Da nun die Samaritaner, wie aus Talmud und Iosephus (i> id) erhellt, vorzüglich bei Alex, wegen des prachteollen Tempels Beschwerde führten, um ihn zu küssen Zerstörung zu bewegen, so konnte wohl gerade hierin der Rath des Eumenes durch die Worte: 13^ nitsmo >roi m-DJD uni zu dessen Erhaltung auf ihn mit eingewirkt haben. Ganz in demselben Sinne hat aber auck Bileam geprocken: 3py iriü no ✓«"W1 i'r«j3BrD (Numeri 24, 5), „Wie schön sind deine Zeile Jakob, deine Wohnungen Israel!"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.