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Der Israelit · 1868-04-29 · Heft 18 (29.4.1868) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 18 (29.4.1868)
Date
1868-04-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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325 er wiederholt dafür. Auch in der großen Synagoge der Aschkenasim-Gemeinde wurde an diesem Tage ein feierlicher Gottesdienst gehalten. Der Consul versicherte bei dieser Gelegenheit, daß er alles Mögliche, für die jüdischen Gemeinden thun werde. G. Schlank. Amerika. Philadelphia. Der verstorbene Is. Le es er hat seine große Bibliothek dem vor Kurzem errichteten Rabbinerseminar verm. cht. Feuilleton. Die Juden in England. In dem eben erschienenen Essays von B. Cacrost (London, Trübner u. Co.) findet sich eine Abhandlung über die Juden in Westeuropa, die mit einer Ueb erficht der Zustände dieser Glaubenögenossenschaft in England schließt und mancherlei interessante historische Reminiscenzen enthält. Im Jahre 1290 waren sie nach einem vergeblichen Versuche Eduard I, sie zum Christenthum zu bekehren, in der härtesten und graus imsten Weise aus dem Lande getrieben worden, und erst unter Cromwell erhielten sie, trotz heftiger Opposition hervorragender Männer der Kirche und des Rechtes, wieder die Erlaubniß, sich in England aufzuhalten, ohne daß ihnen jedoch eine bleibende Ansiedlung in Form des Rechtes gestattet worden wäre. Was der republikanische Protektor verweigerte, bewilligten die reaktionären Könige Karl II. und Jakob II.: sie ertheilten den Juden Naturalisationspatente, und, so sehr man auch bemüht war, sie zur Rücknahme dieser Vergünstigung zu bewegen, weigerten sie sich doch, das gegebene Wort zu brechen. Wilhelm IV. aber legte ihnen eine Fremdentaxe auf, die erst unter Georg II. aufgehoben wurde, und zu gleicher Zeit ging eine Akte durch, welche fremden Juden die Naturalisation gewährte. Dazumal schon befürworteten die Bischöfe und die bedeutensten Staatsmänner diese Maßregel der Duldsamkeit, aber der Mob war dagegen. „Zu dem No koper^-Geschrei gesellte sich der Ruf: „Keine Juden, keine Holzschuhe", und übertönte die Stimme des Rechtes. Sydenham, daö für die Juden gestimmt hatte, verlor seinen Sitz für Exeter; der Bischof von Norwich wurde, so oft er sich öffentlich zeigte, wegen seines günstigen Votums insultirt. Die Straßenjungen riefen ihm zu, er möge kommen, sie zu beschneiden; an den .Kirchenthüren las man: „An Samstagen werden die Juden, an Sonntagen die Christen konfirmirt", und in der nächsten Session sah sich der Herzog von New-Castle gezwungen, ein Bill einzubrinzen, welche das eben erst gegebene Gesetz anullirte, und sie mit aller Eile durch die beiden Häuser zu treiben. Wieder verging ein Jahrhundert, ohne daß sich irgend etwas in der Lage der Juden geändert hätte, und so sehr hielt man an dem alten Vorurtheile fest, daß ein gewisser Saul, der Sohn eines Juden und einer Christin, obwohl selbst ein Christ, nur nach wiederholten, mehrere Jahre hindurch fortgesetzten Anstrengungen das Bürgerrecht der City erlangen konnte. Erst im Jahre 1830 wurden wieder energische Schritte für die bürgerliche und politische Emancipation der Juden gethan. In erster Linie stand dabei Sir Francis Goldschmid, upd Macauly verd ente sich bei den bezüglichen Parlamentsverhandlungen seine Sporen. Wie zwanzig Jahre später, als es sich darum handelte, die Juden zum Parlamente zuzulassen, hielt er eine seiner glänzendsten Reden, diesmal seine Jungfernrede, aber Sir R. Jnglis, der Tory, siegte, und die Bill, welche die Emancipation der Juden beantragte, siel mit bedeutender Stimmenmehrheit durch. Glücklicher waren die Juden außerhalb der Hallen der Gesetzgebung, und Lord Denman, damals Common Sergeant der City, gestattete, daß sie den Eid auf das alte Testament leisteten und das Bürgerrecht der City erlangten, wodurch ihnen der Weg zu Gemeindeämtern geöffnet war. So wurde David Solomon im Jahre 1855 Sheriff von London und Middlessex, aber damit war ein sonderbarer Konflikt in der eigenen Person gegeben. Der Sheriff von Midvlessex braucht nämlich als Kronbeamter die Erklärung, welche mit den Worten „bei dem wahren Glauben eines Christen" schließt, erst nach seinem Amtsantritte zu unterzeichnen, konnte daher ungehindert Prozesse instruiren, Geschworene citiren und die sonstigen Obliegenheiten eines Sheriff's erfüllen. Als Sheriff von London aber war er Beamter einer Korporation, mußte als solcher die erwähnte Erklärung vor seinem Amtsantritte unterzeichnen, und war daher als Jude unfähig, den Posten zu übernehmen. Eine Parlamentsakte, welche festsetzte, daß der Sheriff zu keinem Eide und zu keiner Erklärung verpflichtet sei, zu denen nicht auch der Sheriff einer Grafschaft verbunden wäre, half ihm aus der Klemme und am Ende des Jahres erhielt er Indemnität. Durch dieses Schlupfloch zog der Sheriff von Middlessex den jüd. Sheriff von London, unbeschadetea Leibes und Gewissens, durch die Umwallung des Gesetzes. Es folgten dann mehrere jüdische Wahlen zu Munizipalämtern, die aber anullirt wurden, bis Sir Robert Peel dem Skandal durch einen Akt ein Ende machte, welcher die als Stein des Anstoßes dienende

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