Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 18 (29.4.1868)
- Date
- 1868-04-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IX. Jahrgang. M 18 Der Israelit. Ein Gentrai' - Hrgan für das orlhodore Iudenthum. Herausgegeden von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 29. April 5628 (1868). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. b. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen ckld Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1% Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusmden. Inhalt. Leitender Artikel: Die Verhandlungen des Norddeutschen Reichstages über die Verhältnisse der Juden in Mecklenburg. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. München. Kitzingen. Aus dem Norddeutschen Bunde. Memel. — Oe st. Kais erst.: Wien. Wien. Ofen. — Italien: Mantua. Turin. — Holland: Amsterdam. Utrecht. — Rußland: Rostwadow. — Feuilleton: Elvire. Inhalt der Beilage, Leitender Artikel-. Bericht. ZeitnugSnachrichte« «ad Korrespondenzen: Deutschland: Vom Rhein. München. Berlin. Aus Westphalen. Aus Westphalm. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. — Donaufürste nth.: Bukarest. Bukarest. — Frankreich: Paris. — England: London. London. — Palästina: Jerusalem. — Amerika: Philadelphia. — Feuilleton: Die Juden in England. Inhalt der Extra-Beilager Zur Unterstützung der nothleidenden Glaubensgenossen in Preußen. — Zur Unterstützung der nothleidenden Glaubensgenossen in Rußl u. Polen. — Spenden für die Armen des hl. L. — Verein zur Förderung des Ackerbaues im hl. L. — Bau jüd. Armenu. Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Sabbat- Verein. — Leitender Artikel. Die Verhandlungen des Norddeutschen Nkilystages über die Verhältnisse der Juden in Mecklenburg. Berlin, 16. April. Die Tribünen sind mäßig, der Saal ist sehr lückenhaft besetzt. Wir zählen in der ersten Stunde der Sitzung circa 120 Mitglieder. Am Ministertische Präsident Delbrück, Bundes-Commissare Graf zu Eulenburg, Hoffmann (Hessen), v. Watzdorf (Weimar), v. Oheimb (Lippe), Müller (Mecklenburg), Gildemeister (Bremen), später Bundeskanzler Graf Bismarck. Präsident Simson eröffnet die Sitzung 10 Uhr 20 Min. Die Zahl der neu Eingetretenen, welche sich auf zehn beläuft, wird fast um das Doppelte überboten von den Urlaubsgesuchen. Das Haus genehmigt diese letzteren fast ausnahmslos. Das Haus tritt in die Tagesordnung, die Interpellation des Abg. WiggerS (Berlin) ein, Äe dshin geht: 1) Ist es zur Kenntniß des BundeS-PräsidiumS gelangt, daß die beiden mecklenburgischen Regierungen gesetzliche Bestimmungen erlassen haben, nach welchen jüdische Glaubensgenossen, welche Grundeigenthum erwerben, von den mit dessen Besitz verbundenen Rechten der Ausübung der Landstandschaft, der Jurisdiction und eines wesentlichen Theiles der Polizei ausgeschlossen worden sind? Eventuel 2) ob und welche Schritte gegenüber diesem im Widerspruch mit dem Bundes-Freizügigkeits-Gesetz stehenden Vorgehen der gedachten beiden Regierungen Seitens des BundeS- PräsidiumS geschehen sind oder noch beabsichtigt werden?" Abg. WiggerS (Berlin): Meine Herren! Rach dem sogenannten landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche vom Jahre 1755, der fteilich nicht in rechtlicher, doch gegenwärtig noch in factischer Wirksamkeit in Mecklen-' bürg besteht, sind mit dem Besitze von ritterschöstlichen Gütern bestimmte landstandschastliche Jurisdictions¬ und obrigkeitliche Rechte verbunden. Man pffegt sonst wohl zu sagen, wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Bei uns aber vertritt den Verstand der Erwerb des ritterschastlichen Grundeigenthums, ganz abgesehen davon, wie die persönliche Qualifikation deS Besitzers ist. Nur für die jüdischen Glaubensgenossen war eine Ausnahme gemacht worden, indem