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Der Israelit · 1868-04-01 · Heft 14-15 (1.4.1868) · page 24

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 14-15 (1.4.1868)
Date
1868-04-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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256 steht, so balle ich gerade letztere Stelle für corrupt, die wahrscheinlich wie in der erstercn did'J heißen muß. Denn solche Namensveränderungen komme», namentlich bei unbekannten Perionen in den rabbinüchen Schriften, wie dies jeder aufmerksame, unbefangenen Forscher eimäumen wird, sehr häufig vor. Um nur einige Beispiele anzuführen. will ich nur aus die häufige Verwechselung des bekannten Namens Rufus aufmerksam machen, von dem es zwei Personen gegeben hat, die eine hervorragende Rolle in der jüdischen Geschichte gespielt haben. Der Eine, T. Annius Rvft-S, war Statthalter von Judäa während der letzten Regierungsjahre des Kaisers Augustus, und der Andere, Tyiannrs Rufus (oima Dien), tritt in dem Aufstande des Bar Cochba sehr feindlich gegen R. Akiba auf. Und wie oft werden diese beiden nicht in den Quellen miteinander verwt ch^ selt und haben eine solche Verwirrung in der Geschichte hervorgerufen, daß sie kaum auszuklären ist. (Vergl. hierüber Jost Geschichte III. im Anhänge, S. 160, Anm. 24.) Da Beide Rufus geheißen und der Eine gewöhnlich Tyrannus (pu-no) genannt wurde, so wurde auch jener, da später beide für identisch gehalten worden find, unter demselben Prüdicate, das dann zum feststthenden vomen proprium gcwviden ist, benannt. So hat auch eine derartige Namensähnlichkeit der beiden Bibelübersetzer Akilas (D^py) und Onktkos (Di^paw), von beiten jener eine griechische, dieser eine chaldäiscke Bibelübersetzung geliefert, oft beide miteinander verwechselt und daher in den Talmuden und Midraschim zu vielen Mißverständnisien Anlaß gegeben (vergl. hierüber Elchborns Einleitung im alten Test. Th. 1. § 219 und Landau's Aruch Th. I., S. 11 u. s. f.). Ein ähnliches Verhältniß fand auch statt mit dem Namen Alexander. Dieser Namen, auf den großen macedonischcn Eroberer bezogen, lebte im Munde des Volkes, und obwohl Viele, besonders seit seinem welterschütternden Auftreten, später mit diesem Namen sich schmückten, leitete man doch nicht selten Thaten, von Andern d.ssilben Namens ausgeführt. auf jenen wieder zurück. Im Tract. Succa S. 51 wird uns von der Herilichkeit der Alexandrimschen Gemeinde und deren Tempel erzählt und zuletzt hinzugesügt: lrfto ppio Dm:oprK liu^op. Daß aber der Zerstörer jener Gemeinde nicht A. der Große, der Erbauer der Stadt Alexandrien gewesen sein kann, indem unter seiner Regierung sich die Israeliten dort zu einer Gemeinde, herdcigelcckt durch die Allen ohne Unterschied des Glaubens ertherlten Rechte und Privilegien, erst zu bilden angefongen haben, wird wohl ein Jeder leicht einsehen können. Dieser Judenfeind war aber kein anderer, als Tiberius Alexander, ein Alexandrinischer Apostat, Statthalter von Aegypten, durch welchen die Israeliten dreihundert Jahre später viel Elend zu erdulden hatten. (Jost. Gesch. d. Israeliten Th. II. S. Abhang S. 106 Not. 15.) Keinen wir nun zu unserem fraglichem did’j-ok zurück, so könnte bei ihm Sehnliches stattgefunden haben. Da dieser als wohlbekannte Persönlichkeit öfterer in den heiligen Schriften; dic'J aber, weil nicht so bekannt, selten vorkommt, so konnten diesem aus Unachtsamkeit der Abschreiber wohl leicht möglich die Vorsylbe '3X vorgesetzt worden sem, und so beide für identisch gehalten worden. Daß aber dieser did’J und der von mir in jenem Midrasch angeführte zwei verschiedene Personen waren, geht aus Folgendem hervor. Der im Midrasch Echa gedachte, wird als einer der größten Philosophen erwähnt, der eine hervorragende weltgeschichtliche, höchst einflußreiche Stellung einnahm und fast als Orakel verehrt wurde, wie aus den Worten niown bj idjdoj deutlich hervorgeht, während der Zeitgenosse des R. Möir eine ganz untergeordnete Rolle ge'pielt zu haben scheint, obwohl er gleichfalls als ein Weiser sich gerirte und als solcher gern mit jüdischen Gelehrten umging und mit ihnen disputirte. Er war jedoch neben seinem Webei Handwerke (»tui) nichts als ein wißbegieriger Mann, der weiter zu keiner hohen Bedeutung gekommen war. (Forts, folgt.) Noch einmal das althochdeutsche Schlummerlied. Die geschätzten Leser der wiffenschaftlichen Beilagen zum „Israelit" werden sich noch aus dem vorigen Jahre eines sehr interesianten Aufsatzes über daS obenbezeichnete Thema erinnern. Inzwischen war dieses Schlummerlied der Gegenstand eifriger Untersuchungen. So führten vr. Palm und Or. Kletke in der „Schlesischen Zeitung" eine lange Debatte über die Abfafsungszeit des Liedes und außerdem noch viele Andere. Die Sache hat jedoch so ziemlich jetzt ihren Abschluß erhalten und zwar durch die scharfsinnige Untersuchung des Prof. Ja ff 6 in Berlin, der in dem ganzen Liede eine moderne Fälschung erkannte, da in demselben versteckt die hebräischen Buchstaben n -> S rr Vorkommen, die zwar Herr Zappert, der Auffinder des Liedes, Ziporat deutet, die aber Professor Jaffä und alle Denkenden mit ihm- Kapert, also den Namen des „Finders" lesen. Risum teueatis asiuci. G. KarpeleS. B«lmrw»ru«he Mtoaawni l>r. Lehmann. — «eriag der Le -tour'ichen Hofduchhamdlung. — Dampf«Schnellprefsmdnnk von I. GottSleben in Mainz.

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