Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1868)
- Date
- 1868-02-26
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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154 iljettt, auf öffentlichem Markte neun Ruthenstreiche an einem besonders aufgerichteten Pfahle zu erhalten, sein „unflätiges" Buch (das Machsor) durch den Scharfrichter zerrissen zu werden; er selber aber solle in ewige- Gefänaniß gesetzt werden. Da die Anklagen gegen meinen Bruder angeblich auf die christliche Religion gegründet waren, so mußte der Markgraf zustimmen und sich selbst in der Person meines Bruders verurtheilen. Denn in der Thal, er der Markgraf, war es ja, der Elkan Frankel in allen Zweigen der Verwaltung des Fürftenthums eine so?roße Macht gegeben, seine absurden und geführten Gesetzen unterschrieben, seine Anordnungen gebilligt hatte. Am 2. November 17t 2 fand die Vollziehung degrausamen Urtheils statt. Der hochgestellte und einflußreiche Staatsmann Elkan Frankel wurde aus der Büttelei, wo er an der Wand in Ketten geschlossen war, auf das RathhauS geführt, ihm dort feit* Urthetl vorgelesen, dann den Scharfrichtersknechte* übergeben, die ihn fast ganz entkleideten, an de* auf dem ober» Markt aufgerichteten Pfahl banden und dann stäupten, während sein Buch (das Machsor) zerrissen und in dm Koth getretm wurde. Sodann wurde er auf den Schinderskarrm gebunden und auf die Wülzburg zu ewigem Kerker geführt. Sein Vermögen wurde eingezogen, und seine Frau und Tochter Eva wurden aus dem Lande geführt, entblößt von Allem, was sie hatten; man ließ ihnen nur die Kleider, die sie auf dem Leibe trngen- Der edle Märtyrer ging in ein bessere Welt über auf der Wülzburg im Jahre 1720, nach achtjährigem Leiden. Möge seine Seele im Gartm Gottes wohnen^ und ihr Verdienst uns schützen. (Fortsetzung folgt.) O ZEI6 ft] W. ie israel. Religionslehrer -, Schächter- und Vorsängerstelle zu Kaub en he im bei Mt.-Jpsheim, Mittelfranken, ist erledigt und soll bis längstens 1. Mai I. I. wieder besetzt werden. Fixer Gehalt jährlich 250 fl. nebst freier Wohnung und zwei Klafter Holz zur Beheizung, wobei Gelegenheit geboten ist, nicht unbedeutende Nebenverdienste zu erzielen, wofür jedoch nicht garantirt wird. Qualificirte Bewerber belieben sich unter Franco- Einsendung ihrer Zeugnisse an Unterzeichneten Cultus- Borstand zu wenden. Kaubenheim, 9. Februar 1868. G. S. Künstler, Cultus-Vorstand. ie hiesige Cantor und Schächterstelle, verbunden mit einem Einkommen von 3OOTHlr. ist vacant und zum 1. April 1868 anzutreten. Qualificirte Bewerber wollen sich bis spätestens den 25. März a. c. potto* frei bei uns melden. Reisekosten werden nicht vergütet. Falkenburg in Pomm., den 8. Februar 1868. Der Vorhand der Synagogengemeinde. Offene Lehrerstelle. An der Elementarschule der Unterzeichneten Gemeinde soll die zweite Lehrerstelle vom 1. Mai c. ab neu besetzt werden. Mit dieser Stelle ist folgendes Einkommen verbunden: a. für den Elementar-Unterricht während der gesetzlichen Dienststunden . . . 220 Thlr. b. für einen täglich zweistündtgm hebr. Unterricht außerhalb der gesetzlichen Dienststunden.. 80 c. für Ertheilung des Gesang-Unterrichts 25 ,r d. Zuschuß aus Communalmitteln. . . 25 „ überhaupt 350 Thlr. Außerdem bietet sich Gelegenheit zu Privat-Unterricht; auch wird die Gemeinde bei guten Leistungen sich zu einer successiven Gehallerhöhung verstehen. Candidaten, welche Nachweisen können, daß sie neben der erforderlichen Fachbildung auch eine gründliche hebräische Bildungsstufe erreicht haben, werden vorzugsweise berücksichtigt werdend Qualificirte Bewerber wollen ihre Meldungen nebst Zeugniffen schleunigst bei uns einreichen. Deutsch-Crone in Westpreußen, 4. Februar 1868. De« Vorstand der Synagogen-Grmeinde. Agenten - Gesuch. Für Mainz wird von einer renommirten deutschen LebensverstchernngS-Geseltschaft ein th ätiger Agent unter den günstigsten Bedingungen zu engagiren gesuchte Bewerber wollen ihre Adresse snb JLit. A. 3 poste restante Cassel senden.