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Der Israelit · 1868-02-05 · Heft 6 (5.2.1868) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 6 (5.2.1868)
Date
1868-02-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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-s PortSmvuch, Herrn Wderrmm» Emamrel-(Israelit), Ein glänzendes Bankett abgchalten wuchs. ES sollten damit die Verdienste, welche sich Herr Emannel während seines Dienstjahres um die Stadt erworben hat, anerkannt werde». „Die Lobes erhebur gen, welche bei dieser Gelegenheit Herrn Emanuel gezollt worden sind," 'schreibt die „Portsmouth Times", „waren keine alltäglichen, denn Männer der vers iedenen Glaubensbekenntnisse, Männer, die sonst in politischer Meinung Och gegenüberstehen, vereinigten sich dieseSmal, nm da sEhre zs ertheilen, wo Ehre verdient wird." Amerika. Raw-Uork. Aus mehreren Berichten des „Jew. Meff." ersehen wir, daß vor einigen Wochen die Juden Nerv Korks einen Bazar zu Gunsten zweier jüdischer Frauen-Wohlthätigkeitsvereine und einer Freischule abgehalten haben, wobei die beträchtliche Summe won 12,000 Dollar (30,000 fl.) eingegangen ist. Chatawoga. Das Gerücht, daß auf dem hiesigen Begräbnißplatz 60 jüd. Soldaten unter ihren tapferen Kameraden begraben liegen, scheint sich zu bestätigen. Es existirt hier auch eine jüdische Gemeinde, deren Mitglieder aber nur wenige sind. Diese haben nun von der Regierung der Vereinigten Staaten die 'Erlaub» iß erhalten, die Leichen auszugraben und nach Jüdischem Ritus zu beerdigen. Doch das kostet Geld, viel Geld, mehr als diese Gemeinde aufzubringen vermag. Auch soll diesen Tapferen ein Monument gesetzt werden und wird deßhalb an die Wohlthätigkeit aller Gemeinden appellirt, um dieses schöne Werk aus- Huführen. Afrika. TrnriS, 7. Januar. Bei uns nimmt die Unsicherheit immer mehr zu und Raubanfälle und Mordtaten find an der Tagesordnung, besonders macht -man mit dem Leben eines Juden nicht viel Umstände. Dies läßt sich um so leichter ausführen, da die Regierung solche Räuber und Mörder selten oder vielmehr gar nicht zur Rechenschaft zieht. Aber auch unsere jüdische Vertretung nimmt sich bei diesen traurigen Fällen der Sache zu lässig an, und es bewahrheitet Och oft: „wo kein Kläger ist, ist kein Richter". Bor einigen Tagen ging einer unsrer GlaubenSgenoffen, ein redlicher und geachteter Mann, Vater won vier Kindern, nach dem Stadtviertel der Muhamedaner, um daselbst Handel zu treiben. Da er lanals gewöhnlich anöblieb, so suchte« th« sein« Äugehörigen in der ganzen Stadt und fanden endlich am andern Tage seinen Leichnam, den man vor das Thor geworfen, nachdem «an ihm Kopf , Hände und Füße nbgehauen hatte. Bor ganz kurzer Zeit wurden vier Juden in einer Woche umgebracht, zwei davon hat man bis heute noch nicht aufgefunden. (Libanon.) Feuilleton. Der Kaöatrst. (Eine Sage.) (Schluß.) vm. Auf dem Piazzo del Populo wogte eine unabschbare Menschenmenge, um das seltene Schauspiel der Hinrichtung eines Mannes zu genießen, der gestern noch ein mächtiger Herzog und der Bräutigam der Karsertochter gewesen. Schon war das Blutgerüst errichtet. Tribünen waren erbaut für den Kaiser und seinen Hof, für den Pabst und sein Gefolge. Beim Anbruche des Tages schickte der Kaiser noch einmal zu Jakob und ließ ihm seine Befreiung vm Wiederherstellung unter der Bedingung anbieten, daß er im Christenthume verharre. Jakob hatte wiederum standhaft jedes derartige Anerbieten abgelchnt. Da kamen die Diener des Kaisers und nahmen dem Gefangenen die Ketten ab. Sie bekleideten ihn mit den herzoglichen Gewändem, häugten einen Hermelinmantel um seine Schultern und setzten die Herzogskrone auf sein Haupt. Dann führten sie ihn aus dem Gefängnisse auf den Piazzo del Populo , wo der Kaiser mit seinem Hofe und der Pabst mit seinem Gefolge bereits anwesend waren. Auf dem Blutgerüste stand der Henker mit entblößtem Schwerte. Dann trat ein Herold vor und verlas das Urtheil, daß Jakob von Enstsheim, bisher bekannt unter dem Namen Bilhard, Herzog von Schwaben, verurtheilt fei, all seiner Würden und Güter verlustig, und mit dem Schwerte vom Leben zum Tode gebracht zu werden. Ein anderer Herold trat heran, nahm dem Verurtheilten Herzogsmantel und Krone ab und legte sie dem Kaiser zu Füßen. Dieser hob sie auf, winkte den Grafe» von Staufen herbei und belehnte ihn auf der Stelle mit dem erledigten Herzogthume Schwaben. Nun forderte ein dritter Herold des ehemaligen Herzog Bilhard Schwert, nahm es in Empfang und brachte es dem Kaiser. Dieser übergab es dem Hofmarschall, der es zu Boden warf und einen der Henkersknechte herbeirief. Der Henkersknecht hob das Schwert auf und brach es in Stücke.

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