Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1868)
- Date
- 1868-01-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IX. Jahrgang. t M* M S Der Israelit. Ein Henlral - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeden von V». Leh^rnn in Mainz. Mittwoch, den i& Januar 5628 (1868). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestms % Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 6. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate H/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pw Jahrgang 4 Lhlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusendm. In halt: Leitender Artikel: Uebertritte zum Judenthum. LeitunpSnackrichten vnd Lorrefpoudenzeu: Deutschland: München. München. Laupheim. Aus Baden. Frankfurt a M. Belgard. — Oesterr. Kaiserst.: Wim. Pesth. Prag. Tarnow. Brünn. Lrünn. Krakau. — Donaufürstenth.: Bukarest.— Holland: Amsterdam. Haarlml.— Frankreich: Paris. Paris. — Asien: Hongkong. — Palästina. — Australien: Sydney. — Feuilleton: Der Kabalist. — Doge und Diktator. — * M Inhalt dDWrilWer; ß Leiteoder Artikel: Eine rn btt Synagoge zrf Mainz vor^Ob Jahrm gehaltme Predigt. KeituugSvachrichteu vud Correipoudenzeu. Deutschland: Mainz. Mainz. Hamburg. Altona. — Lcsterr. Kaiserst.: Wim. Wien.Hohenems.Ung.-Hrodisch. — Donaufürstenth.: Bukarest. — Amerika: Rew-8)ork. Philadelphia.Wilmington. Feuilleton: Der Gesangme. Inhalt der wissenschaftlichen Beilager Antikritik. — Berliner'» Raschi- Ausgabe. — Bemerkungm. — Notiz. — Leitender Nrtik^I. Nkbrrtrittr zum Iudrnlhum. Mainz, den 9. Januar. Seit einiger Zeit mehren sich in Oesterreich die Uebertritte zum Judenlhnme, namentlich von Seilen weiblicher Individuen, ganz außerordentlich. Die Geistlichen anderer Religionen würden sich über den Zuwachs an Bekennern des von ihnen vertretenen Glaubens freuen. Das Judentbum und seme Vertreter hingegen wünschten niemals Proselyten zn machen; unter den gegenwärtigen Umständen aber wüsten diese Uebertritte zum Judenthume jedem wahrhaften Israeliten die tiefste Betrübniß verursachen. Die Neophytinnen haben gar nicht die Absicht, das Mische Religionsgesetz zu befolgen, und hätten sie sie auch, so würden die bekehrenden Neologen, welche den Namen „Rabbiner" mißbrauchen, sie daran verhindern. Was hat es mit Liesen von Heß in Weimar (ehemals in Stadtlengsfeld), von Geiger in Frankfurt, von Formstecher in Offenbach, von Landsberger in Darmstadt, von Aub in Berlin, von Wechsler in Oldenburg rc. in das Judenthum anMnommenen Individuen für eine Bewandtniß? Sind dieselben als Juden oder Jüdinnen zu betrachten? Sind Männer, welche den göttlichen Ursprung der mündlichen und schriftlichen Lehre leugnen, welche einen große« Theil der jüdischen Religionsgesetze selber übertreten, befähigt, irgend Bekenner fremder Religionen in das Judenthum aufzunehmen, bieten ihre Zeugnisse irgendwelche Garantie, daß die rituellen Acte wirklich geschehen, und wenn sie geschehen, laß sie auch gesetzmäßig geschehen sind? Hat doch Aub in Berlin an die Stelle des Beth Tin — die Mikwah? Frau geletzt; gibt er doch der künftigen Jüdin ein Zettelchen für die genannte Frau, in welchem er ihr befiehlt, die Vorzeigerin, ohne Beth Din, ncyy nra durch das Tauchbad zur Jüdin zu machen!!! Aber nicht darum allein handelt es sich; diese sogenannten Rabbinen machen den armen Proselyten weiß, sie brauchten, uw Juden zu sein, nur an Einen Gott zu glauben, keinen Sabbat und keine Speise- und keine Ehegesetze zu halten. Mit welchen Juden und Jüdinnen werden wir da beglückt! Wie wenn wir an den als Juden geborenen Religionsverletzern nicht genug zu tragen hätten! H