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Der Israelit · 1868-01-08 · Heft 2 (8.1.1868) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 2 (8.1.1868)
Date
1868-01-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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26 Judenstadt plünderten — am 22. Kislew 5505 (1774) — erschlagen ottfn tpn’p by, „weil er den Namen GotteS heiligte." Vielleicht kann Einer unserer geehrten Leser in Prag nähere Auskunft über dies tragische Ereigniß geben. — Der Leichenstein des R. Moscheh Charis so wie der eines seiner Vorgänger, Rabbi Juda Löb Enosch, Verfasser des mirr bip, eines Commentars zu dem kabbalistischen Werke nnoNö mwy, war verfallen; in Folge dessen die hiesige mnp '"on auf Anlaß eines ihrer Mitglieder, Rabbi Bär Scheuer zwei neue Leichensteine setzen ließ, für die der Herausgeber dieser Blätter die Inschriften verfaßte; sie folgte hierin dem Beispiele ihrer Väter, die im Jahre 5552 für Rabbi Schimeon Hagadol einen neuen Leichenstein anstatt des verfallenen aufrichtete. — Ein Sohn des Rabbi Moses Charif, Rabbi Jakob Brandeis, war Rabbiner in Darmstadt, ein Enkel von ihm, Rabbi Abraham Brandeis, war Rabbiner in Bingen und dessen Bruder, Rabbi Sender, war Chasan in Mainz. Sowohl hier als auch in hiesiger Gegend leben noch Nachkommen von Rabbi Moscheh Charif, ja eine seiner Töchter starb erst vor noch nicht langer Zeit in Frankfurt a. M. Das vorliegende Schriftstück enthält zuvörderst eine kurze Predigt des Rabbiners in hebräischer und deutscher Sprache. Dieselbe hebt die Zeitumstände hervor. Vergessen wir nicht, daß der Vorgang im Jahre 1763 vor sich ging, gerade zur Zeit des Ausgangs des siebenjährigen Krieges, der Deutschland so kurze Predigt hrer rn extenso wrevergeben,;edoch nach dem hebräischen Texte, den wir in jetztübliches Deutsch übertragen wollen. (Schluß folgt.) AeitungSnachrLchtert und Corresporrdenzen. Deutschland. Aus Weftphalen. Allem Anscheine nach geht man jetzt, nachdem unter dem 27. Nov. v. I. die Einführung des Curatoriums der Marks Haindorf'schen Stiftung Seitens des königl. Provinzial-Schulcollegiums stattgefunden, ernstlich mit dem Plane um, die schon lange in Aussicht gestellte und von den israel. Gemeinden Westphalens und der Rheinprovinz so sehnlichst gewünschte Reorganisation der Vereinsschule zu Münster zu realisiren. Die Nummer 49 des „Israelit" enthielt unter ihren Anzeigen ein Ausschreiben des Curatoriums genannter Stiftung, in welchem für die Vereinsschule ein academisch gebildeter Direktor und Lehrer gesucht wird. (Das Direktorium ist nämlich seit dem Tode des Professor Hamdorf, der zwar auf medicinischem Gebiete eine Celebrität, aber nichts weniger als Schulmann war, erledigt.) Von dem Anzustellenden wird verlangt, daß er neben pädagogischer Tüchtigkeit insbesondere auch die Fähigkeit besitze, Lehrerzöglinge in den hebräischen Lehrfächern auszubilden. Daß gerade auf den letzteren Punkt ein besonderes Gewicht gelegt wird, hat uns und gewiß auch jeden Israeliten Westphalens und Rheinlands, dem die religiöse Erstarkung und Kräftigung der israel. Gemeinden genannter Provinzen am Herzen liegt, innigst erfreuet. Möchte es dem zukünftigen Director gelingen, durch Heranbildung tüchtiger, für das echte und wahre Judenthum und ihren Beruf begeisterter und insbesondere mit vorzüglichen Kenntnissen in den hebräischen Lehrfächern ausgerüsteter Lehrer das bei vielen Gemeinden geschwundene Vertrauen zum Vereine wieder herzustellen und die seit längeren Jahren aus gedachter Anstalt hervorgegangenen und bei vielen Gemeinden in Mißkredit gekommenen Lehrer wieder zu Ansehen zu bringen! — Daß wir hier nicht mit zu grellen Farben zeichnen, wenn wir von Mißtrauen gegen viele Vereinslehrer sprechen, geht schon daraus hervor, daß schon seit mehreren Jahren so manche isr. Gemeinde wegen Besetzung ihrer Lehrerstelle sich nicht mehr, wie früher, an den Verein wendete, sondern zum Ausschreiben der Vacanzen in öffentlichen Zeitschriften ihre Zuflucht nehmen. & L... M. R. SB er Hu, im Decbr. Am 4. Tage des Chanuea- Festes fand bte statutenmäßige General-Versammlung des Talmud-Vereins Statt, in welcher über die Wirksamkeit und die Vermögenslage des Vereins während des abgelaufeuen Jahres Bericht erstattet wurde. Indem wir uns noch Vorbehalten, auf die Thätigkeit des Vereins näher einzugehen und fromme Wünsche für die Zukunft hieran zu knüpfen, heben wir für heute aus dem Berichte Folgendes hervor: Die Vorträge des Dr. David Cassel am Sabbat-Vormittag über den betreffenden Wochenabschnitt erfreuten sich regelmäßig eines großen Zuhörerkreises. Bei der Anwesenheit des hochgefeierten Predigers Herrn Sälomon Pleßner aus Posen im vorigen Ellul-Monate hat derselbe auf die Bitte des Vorstandes einen religiösen Vorttag gehalten, und war es eine erhebende Freude, zu sehen, wie Alles sich drängte, um aus dem beredten Munde des altbewährten Lehrers das Wort Gottes, rein und unverfälscht zu hören. Für die Zwecke der Vereinsschule wurden 780 Thaler verausgabt; eine von der Versammlung gewählte Commission sollte über eine Umgestaltung der Unterrichts-Anstalt Berathung pstegen. Die Talmud-Vorträge, welche allabendlich im Bet Hamidrasch gehalten werden, wurden mit 134 Thlrn. honorirt; für Jahrzeiten wurden 60 Thlr. verausgabt, die Verwaltungskosten Betrugen 150 Thlr. Die Ein-

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