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Der Israelit · 1867-12-18 · Heft 51 (18.12.1867) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 51 (18.12.1867)
Date
1867-12-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Wissenschaftliche Beilage )n Nr. 51 des Israelit. Frankfurt a. M-, im November. Literarischer Gericht. iu2uy. pns’ ^>"2 c?T2N 'n hd»?i3V6tn 'd; zum ersten Male nach einem Mfcr. herausgcgeben und mit Commcntar und Einleitung versehen von vr. B. H. Auerbach, Rabb. zu Halber stadt. I. Theil. 4°. 159 S. Halberstadt 5628=1867. Die Werke älterer Autoren, die nur dem Namen nach gekannt werden, weil ihre Schriften das unglückselige Loos getroffen, in irgend einem Bibliotheken- Winkcl den Würmern als Wohnung und Nahrung zu dienen, der Dunkelheit entziehen zu können und zu entziehen, und sie dem Publikum zuzusühren, ist sowohl ein Glück als auch ein wohl zu schätzendes Verdienst. Aber auch glücklich zu presien ist der Autor auch noch nach seinem Tode, wenn sein Werk in die richtigen Hände kommt, in die Hände eines Mannes, der durch die Herausgabe den Autor nicht um die Achtung bringt, in welcher derselbe gestanden, so lange man ihn nur dem Hörensagen nach gekannt hat, sondern, der es versteht durch Takt und richtiges Gefühl im Behandeln des Wertes, den Ruhm des Autors nur noch zu vermehren. Die Herausgabe eines altern Manuskriptes ist nichts Leichtes; wie Vieles ist da zu ergänzen und zu berichtigen, eine Aufgabe, die nur dem möglich ist zu lösen, welcher die in das betreffende Werk einschlägige Literatur im vollsten Maße beherrscht. — Glücklich Herr vr. Auerbach, dem es gelungen ist, das Weik einer von allen Seiten anerkannten Autorität dem Staube der Bibliotheken zu entreißen, aus dem 100jährigen tiefen Schlaf zum neuen Lebm zu erwecken, — glücklicher noch der unsterbliche Geist des R, Abraham b. Jizchak Ab beth Din, für dessen Werk , ein so würdiger Herausgeber sich gesunden, der seinenEschkol" in so herrlichem Gewände, so makellos und rein, wieder zum Leben erweckt schaut. Das Buch „Eschkol/ deffen erster Theil jetzt vor uns liegt, dem noch zwei Theile, die mit Spannung erwartet werden, folgen sollen, verbreitet sich über alle in der Diaspora anwendbaren Gesetze in kurzer und bündiger, der Sprache der Gaonim sich annähernden, Weise. Ter Verfeffer desselben ist R. Abraham b. Jizchak Ab beth Din (Ende des 12. Jahrh), eine anerkannte Größe seiner Zeit, der Lehrer des R. Abraham b. David (V'::**"-,) und des R. Serackjah Halevi (Titten tya). Ta nun der Verfasser des Eschkol der älteren Periode angehört und der Lehrer der eben erwähnten Autoritäten war, so ist die Herausgabe des uns vorliegenden Werkes von unschätzbarer Wichtigkeit für die richtige Erkenntniß der älteren Schriften, da dasselbe über Vieles, was bis jetzt unklar und zweisel-; hast geblieben ist, Licht verbreitet. Zu den Quellen,! die sich namentlich in neuester Zeit für die Wiederherj stellung eines richtigen Talmudtextes geöffnet haben, ist durch den „Eschkol", der die älteren Lesarten aufbewahrt, eine neue, wichtige hinzugekommen. Da der i „Eschkol" ferner häufig die Gaonim citirt, so wird es! auch möglich werden mit Hilfe dieses Buches, einiges! Licht in die Wirrniß zu dringen, in welcher sich jetzt noch! die Rechtsgutachten der Gaonim befinden, von denen oft emes und dasselbe vier oder fünf Autoren zugewiesen wird. Endlich wird uns Vieles, was bis jetzt in den Schriften der Schüler des Ab beth Din unklar war, klar und verständlich werden. Aber das ganze großartige Werk wäre für uns ein minder werthvolles Capital geblieben, dessen Reichhaltigkeit wir nicht genug gewürdigt Hütten, wenn nicht Herr vr. Auerbach mit seiner immensen Gelehrsamkeit und seinem tiefen Wissen im Gebiete der Talmudliteratur, uns durch einen dem Werke beigefügten Commentar „ Nachal Eschkol", einmal auf die Quellen, aus denen der Vers, geschöpft, hingewiesen, und andererseits durch Erläuterung schwieriger Stellen uns ein tieferes Verständniß ermöglicht hätte. — Von ganz besonderm Werthe ist die Vorrede zum Werke, die uns mit dem Verfasser selbst und seinem Zeitalter näher bekannt macht und viele Jrrthümer, die von früheren Literatoren begangen worden, berichtigt. An dieser Vorrede können wir deutlich sehen, wie derjenige Literaturgeschichte schreibt, der die Tie-; fen des „Meeres des Talmud" und die in dieselbe einl schlägige Literatur erforscht, zum Unterschiede von dem,! der seine Literaturkenntniß aus den Titeln, Vorreden und Inhaltsverzeichnissen der betreffenden Werke ge-! sammelt hat. Es wird zum allgemeinen Nutzen ge-; reichen, wenn wir hier Einiges aus der Vorrede, wo-! durch alte Fehler berichtigt, und neue Gesichtspunkte! eröffnet werden, mittheilen. Das Todesjahr des R. Abraham b. Jizchak wird von Mein (Ein!, zu Beth habechirah) als 4919 d. j W. 1159 angegeben. Schon Grätz (Gesch.VI, 235) I merkt an, daß dieses Datum nicht das richtige sein! könne, da N. Abr. den R. Tam als eines Verstor-! denen erwähnt und stellt dafür das Datum 1178. j Daß jedoch auch dieses nicht die richtige Zahl sein kann, darüber wollen wir uns durch Auerbach beleh-! ren lassen. Daß R. Tam 4934=1171, wie von Vie-! len angenommen wird, (auch von Grätz sGesch. VI., | 211]) gestorben sein soll, ist einmal deßhalb unwahr- I scheinlich, weil der treue und genaue Berichterstatter > R. Joseph Hakohen gewiß nicht unterlossen hätte, zu! berichten, daß dieser gleich nach der Abfassung seines i Sendschreibens an die rheinischen Gemeinden, die Erinnerung an die Verfolgung zu Dlois (1171) durch

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