Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1867)
- Date
- 1867-12-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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VIII. Jahrgang. J\i SL Israelit. Ein ' Genlrat-Hrgan für das orttjodore Audenthum. H gegeben von Vr>. Le- «rnn in Mainz. Mittwoch, den 18. December 5628 (186 7). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 1b kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen KN- Inserate 11/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco ernzusenden. Da mit dem 1. Januar ein neues Quartal beginnt, lo erlauben wir uns, die geehrten Abouueute» darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt: Leitende Artikel: Geist und Stoff. — Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Lorrespondeuzen: Deutschland: Mainz. München. München. Vom Niederrhein. — Ocsterr. Kaiserst.: Wien. Wien. Pcsth. Pesth. Brünn. — Palnstina: Jaffa. Jaffa. — Amerika: Portland. — Feuilleton. Die Verlaffene. Inhalt der Beilager Zeitungsnachrichten «nd Sorrcfpondenzen: Deutschland: Aus dem Großh. bad. Rabbinatsbez. Gailingen. Carlsruhe. Fürth. Aus Unterfranken. Berlin. Lauenburg in P. Wiesbaden. Aus Mccklcnburg-Schwerin. Aus Mecklenburg-Schwerin- Mecklenburg-Schwerin.— Oest. Kaiserst.: Wien. Agram. Lemberg. Lemberg. Leilmeritz. Pesth. Epcries. — Frankr.: Paris. — England: London, ^ull. Southampton. — Türkei: Konstantinopel. — Palästina: Jerusalem. Jerusalem. — Amerika: New-Mork. Washington. Savannah. Nrchmond. —_ Inhalt der wissenschaftlichen Beilage rl- Literarischer Bericht. — Einige Notizen über die Juden in China. — Kalendariu. — Leitende Artikel. Geist und Stoff. Mainz, den 10. December. VI. Die bisherige, Darlegung der Entwickelung des menschlichen Denkens hat-bereits gezeigt, wie daffelbe den Stoff weit hinter sich läßt; „Uriheilen" und „Schließen" sind Thätigkerten, die sich bereits gänzlich vom Stoffe unabhängig machen und als etwas Freies das Nothwendige beherrschen. Noch weit mehr ist dies mit der höchsten Stuke des menschlichen Denkens, mit I dem „idealen Denken" der Fall. Auch das ideale! Denken baut sich auf den niederen Denkthätigkeiten I ans, auch es ist kein Losgelöstes, Losgetrenntes, auch! in ihm bedarf man des Anschauungs- und Borstellungs-, i des Abstractions - und Vergleichungsvermögens, der! Erinnerung, des Begreifens, des Urtheilens und Schließens: allein eS steht höher als alle diese, es vereinigt sie m sich und hebt sie gleichzeitig empor, es bleibt! nicht am Einzelmn haften wie Anschauung und Vori stellung, es rft nicht als ein Besonderes beengt wie > der Begriff; es wendet sich dem Allgemeinen zu! und ist als solches erst die Wahrheit des Einzelnen! und Besonder«,, das heißt, es ist das eigentliche j Denken, das Lenken des Denkens. Wir sind hier an der größten Kluft angelangt, > die uns von den Materialisten trennt. Nach der Lehre des Materialismus gibt es kein ideales Denken. Dem-! nach gäbe es auch nichts Allgemeines; dann wäre der i am Einzelnen hastende, sich höchstens zum Besonder« erhebende Verstand maßgebend für unser Handeln; i dann müßten alle Menschen Egoisten, und der einzige Beweggrund ihrer Handlungen müßte die Selbstsucht : sein; die ideale Liebe, die ideale Freundschaft, die ideale * Tugend müßten dann aus der Welt verschwinden oder i zum Geschlechtstriebe, zur annehmlichen Geselligkeit, j zur socialen Nützlichkeit verblassen; es würde eine j Menschheit erstehen, deren höchstes Ziel die Pflege des 1 Körpers und der Reiz der Sinne wäre, und deren I Hoffnung sich lediglich dahin erstreckte, Speise für! Würmer, Dünger für Kohl und Rüben zu werden.! Denn die erhabenen Ideen, welche das Menschenge-! schlecht emporhcben, die Ideen von Gott, Seele. Un-! sterblichkeit, sie sind eben die großen Objecte des ideal len Denkens.