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Der Israelit · 1867-12-04 · Heft 49 (4.12.1867) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 49 (4.12.1867)
Date
1867-12-04
Page
– (sequence 20)
Language
German
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854 besonderer Charaklerqröße. In der Thal ist das zinslose Verleihen von Capitalien selbst an Nichtjuden schon nm des herrlichen OL'N ttnmp Willen besondere Tugendgröße; jedoch involvirt das Unterlasten nicht die Epur eines i«t> oder nwy oder auch nur mm« ja auch nur eigentlichen pm mo’«. Bab. Mez. 70 b kommt wohl vor, daß man selbst von Heiden keine Zinsen nehmen soll; aber nicht aus seichtem CosmopoUtismns, sondern aus Besorgniß, daß man durch die Verbindung mit ihm sittliche Nachtheile erleiden könnte ('»ffyDD nvv' ko») weshalb auch '”n hd wirklich gestattet ist wie Maim. und y"v wirklich recipiren; von einem nnj? bDD ist nicht die blastcste Idee. Ja selbst vom jjson rn, welcher mindestens der V’y entsagt, nach zur robn erhobenen Ansicht alle noachrdischen Gebote gewissenhaft hält, nach einer Ansicht im Talmud sogar alle Pflichten außer mm« übernommen, auch von diesem gilt die Satzung; roana im« pGrn wdb p1? man darf sowohl ihnen Zinsen geben als von ihnen nehmen, welche Bestimmung ebenfalls von Maim. und yuw ausgenommen. Dem gegenüber Übertritt der, welcher von eiwm Juden mit Zinsen ein Darlehen entnimmt, sechs mosaische Verbote, der Verleiher zwei, der Bürge, der Zeuge, der Makler, ja sogar der Nathgeber, Eines. Warum Gott dies Gebot nur auf Darlehen von und an mm.m beschränkt, darüber sind schon viele sehr gediegene Gründe gesagt worden, unsere Tendenz ist hier nicht eine Apologie der rv.ao zu schreiben, genug, daß die Thatsachen feststehen. — Wir haben hier ein eklatantes Beispiel, wie die unlautern Reformbestrebungen, so ganz still und unter der Hand Dichtung für Wahrheit ausgeben, die zu den gravirensten mmm« führt. — 1t otiz e n. In der wistenschastl. Beilage dieses geschätzten Blattes Nr. 41/42 bietet Herr I. Glück aus Erfurt die Erklärung zweier Talmudstellen. A. Jeruschalmi M. Schern 1, 2: „bv roj/ö ib .mn D1^ iT’jn 'rn« '1 ’Clp finaij/ «n« ,-ÜDD r6cn. Nach ausführlicher Erörterung kommt Herr Glück zu dem Resultate, der Sinn dieser Stelle sei: Hat Jemand »uaD bv ny/o, nämlich Geld, das nur mit Gefahr anzubringen ist, ein solcher Fall kam vor R. Jmi und er sagte: /daß man zwar mit solchem Gelde, weil nur pmn »"y auzubringen, nicht auslösen darf, da dies jedoch einmal geschehen [«nmy «n«] und wie zu vermulhen steht, das Object gar nicht mehr vorhanden war) man solle dien«jn in's Meer werfen". Ich gestatte mir hierzu die unmaßgebliche Bemerkung, daß es mir durchaus nicht bekannt sei, daß bei uv npyo anzuwenden wäre n«:n V/?’. Hat man w"ü mit ungeeigneter Münze ausgelöft, derart daß tu? xb mcy/o, so bleibt das in der früheren Heiligkeit. Wer daher außerhalb Jerusalems davon genießt, hat Geißelstrase verwirkt, entweder 'mmNio oder pa-na, je nachdem, s. Maim. Hilchoth L/"v Cap. 2, § 5. 6; aber was hat hier nwri iPr zu thun?? Ueberhaupt finde ich nur nwn “ptm bei nwn mm«, und zwar, nach Uebereinstimmung der meisten Decisoren, nur bei V‘y und dergl. s. I. Deah. Cap. 110 S. Cohen § 2, ferner O. Chajim Cap. 4i43 M. Abr. §6; aber ist, meines Wissens, kein rnv'«.* *) L. Erklärung der Stelle Bechoroth 50. a. wpa f. f. Herr Glück erklärt «mw mit ab sch leisen. Er präsumkrt, „Hadrian, um die Juden zu demüthigen und zu höhnen haben die Münzen aus jener Zeit, so wie alle, welche in Jerusalem gang und gäbe waren, einziehen, das Gepräge abschleifen und seinen Namen oder dem Aehnliches darauf prägen lassen. Herr Glück schließt: Den Juden, welche sehr bald die Absicht sie zu verhöhnen, erkannten, mußten nunmehr diese Münzen ein Dorn im Auge sein, und sie hätten sich des Gebrauches derselben gern enthalten, bv nyao »jsd, wegen des abgeschliffenen Gepräges von Jerusalem, wenn ihnen dies nicht eine so große Verlegenheit bereitet hätte. Es mußte daher die Auslegung der Stelle Jes. Dönern mat über die Calamität hinweghelfen." Ich gestehe, daßich, mit meiner geringen Einsicht, mich in diese Erklärung nickt zu finden weiß. Verstehe ich anders recht, so will Herr Glück sagen, die Juden haben sich der Münzen enthalten wollen wegen des Hohnes, und nicht wegen irgend eines mm«. Was nützt aber hingegen msns '"y “?in wyw? Nach der gewöhnlichen Erklärung hingegen wollten sie sich der Münzen enthalten wegen der Vermischung mit den Jerusalemiichen Münzen des Tempels, welche heilig waren; also wegen tcnpn mm«. Dagegen hilft allerdings din wyw. D. Deutsch, Radd. in Sorau (O.-Schl.). *) Es wäre daher allerdings am besten, wenn sich lr mm rc:t> mit >"§ mm erklären ließe Ich weiß nicht, wie die rabb. Commentare diese Stelle erklären. Ich besitze nur die neue Kretkschiner Ausgabe des Jeruschalmi, die den kleinen Comm. der Krakauer Edition hat, welcher eigentlich gar kein Commentar ist, ja, zuweilen noch weniger, weil er mitunter irre leitet. So z. B. Berachoth S. 3, 1: (zu Abschnitt I, Mischn. 5) jtw pwi >i>zf> p>S dcp. Hierzu der Comm.: .zn-, was gar keinen Sinn hat. Der Commentator hat aber einfach übersehen, daß hier anstatt z>r>; zu lesen sei. Ferner i"j? Absch. 1 gegen Ende (S. 40, 2) rwpsaf»/ hierzu der Comm. cn, was ganz falsch ist. S. Aruch e. v. In Ber. 13, 3 erklärt er selbst anders. Wohl irre geleitet von ihm, hat mm 170 diesen argen Schnitzer nachgeschrieben. Besagte Kroetsch. Ausg. — keineswegs wohlseil — hat nicht einmal einen Nachweis für die Vorkommen» den Bibelstellen. Das versprochene Glossar, die Einleitung u. s. w. ist nicht geliefert worden, und wird es auch kaum werden. Lerantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hosbuchhanolung. — Dampf,Schnellprefsendruck van I. Gottsleoen in Main,.

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