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Der Israelit · 1867-11-27 · Heft 48 (27.11.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 48 (27.11.1867)
Date
1867-11-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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825 Hexr Br. Loewe über diesenützliche Unternehmen beachtete, schrieb er: Diese Neuigkeiten entsprechen Leinahe wörtlich dem Verse aus Iesaias: „Bereitet den Weg des Ewigen; machet gleich Ln der Wüste ein Gebirge für unseren Gott. Jedes Thal wird erhoben, und jeder Berg und Hügel erniedrigt; die krummen Wege werden gerade und die hohen Platze gleich gemacht." (Jew. Chron.) Abessynien. □ Abessynien. Seit geraumer Zeit interessirt sich, die gesammte Journalistik lebhaft für das Schicksal der vom König TheodoroL II. von Aethiopien feit dem Jahr 1863 in Gefangenschaft gehaltenen Europäer, und die Regierung Englands scheint nun wirklich energische militärische Demonstrationen zur Befreiung ihres Konsuls Cameron und der deutschen Missionäre — getaufte Juden — ins Werk setzen zu wollen. Im Jahre 1862 nämlich kamen gleichzeitig mit dem neuen englischen Consul Cameron, dem Nachfolger S. W. PlodeuS in Habesch,*) der seinen Sitz in der türkischen Hafenstadt Massaua hatte, zwei zur englischen Kirche übergetretene Israeliten, Stern nnd RosenLhal nach Habesch, mit der Bestimmung, die Falaschah's, von denen in diesen geschätzten Blättern so häufig die Rede gewesen, — seit undenklichen Zeiten in Dembea und einigen andern Provinzen ansässige, naturalisirte Juden — zu bekehren und und zwar in Gemeinschaft mit einem bereits in Dschenda (zwischen Tschelga und Gondar) ansässigen Missionär. Die Genehmigung dieses neuen Unternehmens von Seiten des NeguL (König Theodor II.) und des Bischofs geschah nur unter der Bedingung, daß alle Neubekehrten nur zur abesiynischen Landeskirche sich bekennen sollten. Die neuen Gäste zogen sich indeß bald die Ungnade des Königs zu, geriethen bei ihrer Bekehrungssuchl, die es lediglich auf die abesiynischen Juden abgesehen hatte, mit den Behörden des Landes in offene Feindseligkeit und wurden endlich in Gondar gefangen gesetzt, bald darauf auch Cameron, der sie als britische Unterthanen erklärte. Es wird angenommen, daß die säubern Herren Missionäre die alleinige Schuld an diesem kostspieligen und voraussichtlich die schwersten Folgen für Abessynien und England nach sich ziehenden Krieg tragen; natürlich außer ihren Schimpfreden auf den König, dessen Gastfreundschaft sie genossen, waren es die Klagen der Falaschah's selbst, welche diese bei den Behörden gegen jene ungerufenen Neltgionsfriedenstöm und.Heuchler erhoben hatten. Seni(Uto«. Die Aerkaffme. (Fortsetzung.) IV. Die Reise war fast vollendet; man hatte Hamburg. Köln, Paris gesehen; man war in der Ausstellung gewesen, hatte dort manchen Bekannten getroffen und sich im &attgeit köstlich amüfizt 9lo<fy oft war das Gespräch auf religiöse Themata gekommen, und Herr Laditz hatte in Friederiken eine gelehrige Schülerin gefunden. Der Sommer war fast zu Ende, und wir treffen die Gesellschaft auf der Heimreise auf einem Dampfbote rheinaufwärts fahrend. War das ein Genuß nach dem Getriebe und Gewoge in der geräuschvollen Weltstadt, das herrliche Rheinthal zu bewundern! Ks war ein köstlicher Septembertag , fast zu heiß; aber auf dem Wasser herrschte eine angenehme Kühle. Friederike ging mit der Freundin auf dem Verdecke auf und ab; neben den Damen ging Herr Laditz, all die verfallenen Burgen, an denen man vorüberfuhr, bei Namen nennend, bald anmuthige, bald schreckliche Sagen erwähnend, die sich daran knüpften, bald historische Erinnerungen herbeiholend. Da war der Kaiserstuhl bei Rhense, da war eine Burg de- Kurfürsten von Trier, da drüben war's Kurkölnisch gewesen, und bis dahin hatte sich Kurmainz erstreckt. Die Damen hingen an seinen Lippen, er wußte so anmuthig zu erzählen, er wußte üllerall Bescheid. Die zerstörten Ritterburgen bauten sich wieder auf in seiner Gegenwart, die Berge und Felsen wurden lebendig durch feine Erzählungen. Jetzt wird Coblenz und Ehrenbreitftein passirt, da liegt das schöne Stolzenfels und drüben Oberlahnstein. Immer schöner und romantischer wird die Gegend; nur langsam fährt das Dampfbot stromaufwärts, doch noch zu schnell für den, der oll die köstlichen Bilder ins Auge fasse» will. Da ist der Loreleifelsen, den Heine verewigt hat in seinem wundervollen Liede, da liegt St. Goar und drüben St. Goarshausen; ehemals war das eine preußisch, das andere nasiauisch; jetzt find sie beide preußisch. Unzählige Schiffe bedecken den grünen Rheinstrom, auf dem linken wie auf dem rechten Ufer fahren die Eisenbahnzüge hin und her, die Berge durchbrechend, in den Bergen auf Augenblicke verschwindend, um daun wieder zu erscheine« jenseits der Berge. „ Ja," ergreift Laditz das Wort, nachdem Me eine Zeit lang stumm den herrlichen Anblick genossen „hier haben wirrem echtes Bild der Neuzeit; die Burgen der Raubritter kleben noch an den Felsen; aber sie sind zerfalle», unschädliche Ruinen. Sicher ziehen *) Name Abessyniens.

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