Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1867)
- Date
- 1867-11-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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823 8) des Bezirksrabbiners Schott in Bühl im Belage von fl. 200; 9) des Samuel A. Rothschild im Betrage von 'fl. 200. Zweck dieser Stiftungen ist theils Armenunterstützung, theils Verrichtung von Seelengebeten. 10) die Stiftung des BezirksLUesten Joel Levi Neumann im Betrage von fl. 3300. Die Zinsen von fl. 1000 sind zur Besoldungsaufbesierung des Ortsrabbiners in Randegg, und im Falle das Ortsrabbinat eingehen sollte, für höheren Religionsunterricht, von weiteren fl. 1000 zur Bestreitung eines Seelengebets und zur Armenunterstützung, von fl. 1100 zu verschiedenes wrhlthätigen Zwecken, worunter auch Unterstützung von Ortsarmen ohne Unterschied der Religion, und fl. 100 zu einem -ron u bestimmt. III. In der iSr. Gemeinde Wangen. 1) die Stiftung des Mannes Wolf im Betrage -von fl. 200; 2) des Josef M. Wolf im Betrage von fl. 200; 3) des Michael und der Chaje Pikart im Betrage von fl. 200; 4) der Jeanette Pikart im Betrage von fl. 50; 5) der Sara Weil im Betrage von fl 100; 6) des Daniel Jacob im Betrage von fl. 200; IV. In der isr. Gemeinde Thiengen. 1) die Stiftung des Josef Guggenheim im Betrage von fl. 150; 2) des Seligmann Guggenheim im Betrage von fl. 200. V. In der isr. Gemeinde Worblingen. 1) die Stiftung des Salomon Rothschild im Beirage von fl. 200; 2) des Wolf Rothschild im Betrage von fl. 100. , (Fortsetzung folgt.) Aus Süddeutfchland. Unmittelbar vor den jüngsten hohen Festtagen und noch während derselben führte mich eine Geschäftsreise durch mehrere bayerische und württembergische Gemeinden und erlaube ich mir, über die in denselben herrschende Religionsrichtung Manches zu referiren. Den ersten Sabbat brachte ich in München zu und habe zu meiner Freude gefunden, daß daselbst in vielen, wohl in den meisten Familien noch ein religiöser Geist herrsche. Wohl trifft man auch da, wie in den meisten größeren Städten gar Manche, die sich über die Ceremonialgesetze hinwegsetzen und namentlich an Festtagen wie an Werktagen Geschäfte treiben, doch bilden diese immer nur die Minorität und sind die Ausnahme; die meisten Haushaltungen werden rituell geführt und verdient manche Hausfrau wahrlich als •Vn ntPN bezeichnet zu werden. Der Gottesdienst wird fast noch ganz — mit Ausnahme einzelner — nach altherkömmlicher Werfe abgehalten und findet man keine Instrumente zur Erhaltung der Andacht nöthig. Nicht so in Augsburg, wo bereits ein Aelodicon, der gewöhnliche Vorläufer der Orgel, Eingang gefunden. Zwischen Rabbiner und Gemeinde scheine» dort mächtige Zerwürfniffe zu herrschen und bewährt sich schon dadurch Q1V2 px px dm. Von dort betrat ich in Ulm die roürttemberg'sche Grenze nsp TV auf gut deutsch übersetzt, eine Stadt, wo alle Religiosität — bei Israeliten — ein Ende zu nehme» scheint. Nicht nur, daß an 0"'? rutr fast alle Läden geöffnet sind und von 70—60 Familien kaum der siebente Theil den Sabbatgottesdienst besucht, sondern übersteigt das, was ich nach meinem Weggehe» gehört, alle Begriffe von Jndifferentismus, man darf sagen Gottlosigkeit! vjin ru^sn youffn Nachdem man fast allen religiösen Gesetzen Valet gesagt, war noch ein einziger Tag übrig ihn dp. — der doch noch respectirt wurde, nämlich der heilige O'TD'i, dp. — Diesem ist man dort, wie ich hörte, und das aus zuverlässiger Quelle — derart zu Leibe gegangen, daß sich mehrere Partieen meist verheiratheter Familienväter, lauter hochphilosophisch gebildete Kaufleute vereiniget haben und in öffentlichen Gasthäusern — welch ein Heroenftück — dinirten! Auch sollen im Gottesdienste Streitigkeiten entstanden sein, ob solche aber np^no waren, möchte ich eben so sehr bezweifeln, als die Fragen, ob solche Gememden noch jüdische zu nennen und zu rechnen sind. Nicht viel anders wird es bald in de» nahen Gemeinden Laupheim und Buchau aussehen, wo man am Sabbat öffentlich Rauchenden und Zu- und Abfahrenden begegnen kann! Wie Ihre jüngste Nummer berichtet, will man in L. auch einen Gottesdienst k la Stuttgart einführen, während man sich doch in dem nahen B. überzeugen könnte, daß weder Orgelttang noch Chorgesang allein im Stande ist, Ruhe herzustellen, vielweniger Andacht hervorzurufen. Ueber Stuttgart ist Ihnen längst berichtet und ich schließe daher für heute, mit dem Wunsche, Ihnen in Zukunft Erfreulicheres mittheilen zu können. Der Banquier Sal. Kaulla in Stuttgart hat eins Stiftung von 5000 fl. zu dem Zwecke gemacht, daß von den Zinsen Talmudunterricht, vom Stuttgarter Rabbiner (!) ertheilt, bezahlt werde. Das neueste Regierungblatt enthält die Verfügung, daß die iSr.Standesbücher überall, wo Rabbinen wohnen, von diese» und nicht wie bisher von den Ortspfarrern, geführt werden sollen. Daß der früher eingesandte Bericht über die Cichorienfrage in Nr. 28 dem Handlungshaufe Jacob» Straus in Heilbronn will zugeschrieben werdm, beruhet auf Jrrthum, was die verehrt. Redaktion bezeugen kann.*) *) Geschieht hiermit. Äeb.