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Der Israelit · 1867-11-20 · Heft 47 (20.11.1867) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 47 (20.11.1867)
Date
1867-11-20
Page
– (sequence 18)
Language
German
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816 u. z. aus dem nüchternsten und profansten aller Gründe, nämlich — des Kostenpunktes willen. Ich halte dafür, daß ganz besonders in der ersten Zeit möglichst ökonomisck vorgegangen und echt kaufmännisch möglichst ausschließlich für die unmittelbaren Zwecke gesammelt werde. Reisen kosten sehr viel, es ist doch noch die Frage, ob diese ungeheuren Ausgaben (besonders wenn das Haupt-Comitö allmonatlich sich versammeln soll) von dem formalen Gewinne einer einheitlichen Organisation ausgewogen wird. — Bei weitem wichtiger ist wie auch Hr. Gg. M. bemerkt die Frage über das Verhältnis der beiden Branchen deS Vereines resp. ihre Vereinigung selbst; mit andern Worten, ob ein deutsch-österreich-ungarischer oder ein deutscher und ein österreich-ungarischer Verein. Mit großer Befriedigung vernahm ick, daß meine Argumentation über das doppelseitige Bedürfniß hüben und drüben dem Hrn. Gg. M. überzeugend war; wir stehen daher so ziemlich auf gleichem Boden. Aber auch nur so ziemlich, da sich Hr. Gg. M. dessen noch immer nicht entschlagen kann, daß hier das Eine, dort das Andere vorwiegend sei, daß die von mir angeschlagene Seite sehr viel, für die andern eigentlich nur sehr wenig Geld nöthig sei rc. Da ich nun die Zerreißung dieses ungetheilten, einen Ganzen für ein großes Uebel halte, so muß ich wohl aus diesen wichtigsten aller Punkte nochmals zurückkommen. Ich behaupte, und alle Glaubensgenossen in Ungarn und Oesterreich, die nur irgend einen universellen Blick haben, werden dies bestätigen, daß das Bedürfniß der Commis- und Lehrlingsversorgung in religiöser Beziehung hier zu Lande ein ganz ebenso großes Bedürfniß wie in Deutschland; andererseits aber auch Grund meines dreißigjährigen Aufenthaltes in diesem meinem Geburtslande, daß die Sorge um die zweite Seite des Vereins auch dort keine so verschwindend kleine ist. ja, wenn man nur statistische Notizen sammeln wird, als eine viel größere erscheint, als diejenigen, welche glücklicherweise davon verschont sind, glauben werden. Und selbst zugegeben, daß diese Seite eine relativ untergeordnete ist, kann das Mehr oder Weniger hier in die Wagschale fallen? Geht nach Halle und seht euch dort um, welche Wunden der dortige Wochenmarkt am nuitf schlägt! Geht nach Pommern und noch nach vielen andern Gegenden! es wird Euch doch ein wenig wurmen! — Das viele Geld, das hoffentlich überall eingehen wird, soll dazu verwendet werden, die öffentliche Meinung zu unsern Gunsten zu bearbeiten, also theils durch Benutzung öffentlicher Organe, spezielle Flugschriften, resp. Brochüren, Benutzung sämmtlicher gesetzlicher Mittel zur Bearbeitung der Wahlen maßgebender Persönlichkeiten in Cvmmunalbehörden, niedriger und höherer Beamten, Volksvertreter u. s. w. u. s. w.; nicht also neue Petittonen bei der Legislative, welche, ohne thatkräftige Agitation leicht einem Danaidenfässe gleichen, oder wenigstens eine nur nach Menschenleben zu bemessende Geduld beanspruchen, gegen welche eine Hillel'sche Natur — Hitzköpfigkeit wäre. Ser richtig sagt Hr. Gg. M. selbst, daß wir einer moralischen Macht bedürfen, diese kann aber nur auf obige Art erlangt werden. Wenn daher Hr. Gg. M. fragt, wo die gemeinsame Thätigkeit eigentlich beginnen soll, so ist darauf nach meiner unwandelbaren Ueberzeugung einfach zu erwiedern: mit beiden Seiten des §. 2 meines Entwurfes u. z. beide für beide Ceutralcomito's solidarisch, wie ich schon §. 12 Ende des Statutenentwurfs gesagt. Deutschland ist genügender Markt für die Placirung von jungen Leuten, meint Hr. Gg. M. Wollte Gott, es wäre so! jetzt aber dürfte wohl kaum 10 °/0 der Stellensuchenden durch zuverlässige Stellengebende befriedigt werden können. Hoffen wir, daß durch Verlegung der Wochenmärkte der Markt für Stellensuchende ein immer ergiebigerer wird! Für heute ist Ungarn und Oesterreich überhaupt mit seinen etwa 000,000 jüdischen Seelen dafür am allerwenigsten gleichgültig. Daß aber zwischen Deutschland und Oesterreich ein geringerer Austausch als etwa England mit Frankreich ist, kann nicht zugegeben werden; möglich, daß dies in allgemeiner merkantilischer Beziehung ist, für die Zehudim aber sicherlich nicht. Dieselbe Anschauungsweise und derselbe Typus wenigstens in Süddeutschland ist unzweifelhaft. — Einern Subduattsmus zwischen den transleithanischen und cisleithanifchen Ländern, wie ihn Hr. Gg. M. allerdings nur flüchtig anregt, kann man sicherlich nicht das Wort reden, so schlimm stehts mit dem Antagonismus beider Ländergruppen nicht, am allerwenigsten aber bei unseren Brüdern. Daß ein GeneralComite gleichsam als Central- Comitö sehr hinderlich und ganz unpraktisch wäre, gebe ich zu; nach obiger Auseinandersetzung aber ist auch hierzu keine Veranlassung. — Daß ein rein deutscher Verein nicht aus eigenen Füßen stkhen könnte, habe ich meines Wissens nicht gesagt; jedenfalls wollte ich dies nicht. Daß aber sowohl in Rücksicht auf die Bevölkerungszahl sowie aus den doch noch nicht so wie, besonders in dieser Frage, in sehr vielen Gegenden Deutschlands leider grassirenden Indifferenttsmus der Verein in Oesterreich hoffnungsvoller und lebensfähiger erscheint, wird Keiner, der die Individualität beider Länder kennt, in Abrede stellen. Eben deshalb sollen aber beide Länder Hand in Hvnd gehen p'n prn -iDw nny' injn rix. Dies die Bemerkungen, welche die sehr geschätzte Antwort des Hrn. Gg. M. meinerseits hervorgerufen. Es erübrigt mir nur, demselben meinen besten Dank für die Förderung des Vereines abzustatten, was hiermit herzlichst geschieht. Die Erwiederung des Hrn. S kutsch gibt mir, weil keine neue Argumente beibringenb, keine Gelegenheit zu Gegenbemerkungen. Da ich meine Monita

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