Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1867)
- Date
- 1867-11-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VIII. Jahrgang. j\g m SD*/»: Israelit. Kentral - GrgELV das orthodoxe Iudenthum Herausgegeden von Dr. Lehmann in Mainz. Di*. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 13. November 5628 (1 867). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. E. oder st. 5. 1b kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an- Inserate li/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Eours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 st. österr. an die Expedition franco einzusmden. 2« halt: Leitender Artikel: Geist und Stoff. KeitnugSvachrichte» und Correspondenzru: Deutschland: München. Würzbmg. Regensburg. Gailingen. Breslau. Breslau. — Oesterr. Kais erst.: Wien. Wien. Pesth. Prag. Prag. — Donaufürstenth.: Jassy. — Asien: Calcutta.— Feoivetoa: Die Verlassene. sInhalt der Beilaaer Leitender Artikel: Literarischer Bericht. ZeitnugSuachrichteu und Eorres-ondevzen: Deutschland: München. — Oesterr. Kaiserst.: Brünn. — Frankreich: Paris. Paris. Bordeaux. — Leitender Artikel. Geist unS Stoff. Mainz, den 3. November. Im Anfänge schuf Gott die Himmel und die Erde. (Genesis 1, i.) ES ist wenig mehr als eine Woche verflossen, seitdem wir mit den obenstebenden Worten die Vorlesung der Thora ousts Neue begonnen baben. Diese Worte bilden die Grundlage aller positiven Religionen. WaS die Vernunft der Weisesten unter den Weisen der Nationen nicht zu erdenken vermocht.hat, das lernt das fünfjährige jüdische Kind, wenn es im Pentateuch zu lesen beginnt: „Im Anfänge schuf Gott die Himmel und die Erde". Es ist dieses der Anfang, das Ende, der Inbegriff der höchsten Weisheit. — Geist und Stoff!. Die Kluft zwischen Glauben und Unglauben, »wiscben religiöser Ueberzeugung und prmcüieller Religionslosigkeit hat eine Weite erlangt, welche Berge und Meere nicht auszufüllen vermögen. Schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden gab es Gottesleugner, Götzendiener, Religionsverächter; allein unserer Zeit war es Vorbehalten, eine Theorie populär zu machen, die heute weite Schichten der Bevölkerung durchdringt, eine Theorie, die noch weiter geht als der! Atheismus, die nicht nur das Dasein Gottes, die auch I das Vorhandensein des Menschengeistes leugnet; es ist i das jener nackte Materialismus der Büchner, Vogt, i MoÜeschott: „Es gibt keinen Geist, es gibt nur Stoff.! Das, was man Geist nennt, ist nichts als dasjenige, was aus einer bestimmten Organisation des Stoffes j hervorgeht und das man bester als „Kraft" bezeichnet. Das Gehirn producirt Gedanken wie der Unterleib Blähungen. Gibt es keinen Geist, so gibt es folgerichtig auch keinen Gott, keine Unsterblichkeit, keine höhere Sittlichkeit. Das höchste Gebot ist das, was die Tauglichkeit, die Nützlichkeit fördert. Sittlichkeit, Tugend,^ Barmherzigkeit, Gerechtigkeit sind nur Vehikel zur Beförderung oder Schaffung erträglicher gesellschaftlicher Zustände, Leben und Gesundheit und Lebensgenuß zu schützen oder zu befördern. Die Wett ist ein aus sich selbst sich entwickelnder Körper und der Stammvater des Menschen ist — der Affe."