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Der Israelit · 1867-10-10 · Heft 41-42 (10.10.1867) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 41-42 (10.10.1867)
Date
1867-10-10
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Wissenschaftliche Beilage;u Nr. 41 & 42 des Israelit. Erklärung einer TalmudsteUe. Von J. Glück, Erfurt. Es gehört sicherlich zu den erfreulichen Merkmalen unserer Zeit, daß man jetzt mehr als jemals auch mit kritischem Geiste und mit der Leuchte der Wiffenschaft in die dunkelsten Gänge des Talmuds einzudringen bestrebt ist. Während die Gelehrten vergangener Jahrhunderte erstaunlichen Fleiß und Ausdauer fast lediglich auf Erforschung und Feststellung der talmudischen Halacha für die religiöse Praxis auswandten und auf diesem Gebiete ein massenhaftes Cchrrftthum erzeugt haben, wie es sonst nirgends angetroffen wird, lassen es sich die begabtsten Geister unserer Zeit auch besonders angelegen iein, die reichen Schätze, welche in diesem Schachte auch für die Wissenschaft in allen Specialitäten verborgen sind, zu Tage zu fördern. Jeder Freund dieses altehrwürdigen Religionswerkes wird dieses Streben nur mit Freude begrüßen und jedes Körnchen, das zur Klarlegung dunkler Partien etwas beitragen kann, willkommen heißen. Er wird nicht verkennen, daß hierdurch bereits viele sonst unklare Stellen zum richtigen Verständniß gelangt sind und wenn zuweilen auch Jrrthum und Fehler mit unterlaufen, so sind diese einmal im Wesen alles menschlichen Thuns begründet und tagen ebenfalls das Ihrige bei, aus dem Jrrthum die Wahrheit zu erkennen. Indem wir hier eine solche nicht leicht verständliche Talmudstelle zu erörtern versuchen, bemerken wir, daß die Auslegung derselben aus mancherlei Schwierigkeiten gestoßen ist, und übergeben deßhalb unsere Auffaffung und Erklärung der nachsichtigen Beurthcilung der kundigen Leser dieser Blätter. Die hier m Rede kommende Stelle befindet sich im Talmud jer. Maser scheni 1, 2. Diyc rn “Pno ivk «svd p ins -ne» j/dod dp rmn den ’EW 's 'Eip -rnsiy -M-r ruso bv rPcn Nach herkömmlicher Auffaffung: Mrt der Münze eines Empörers, wie Bencasiba, darf man den Maser scheni nicht auslösen, hat Jemand ruso hm Diyo, ein solcher Fall kam vor R. Jmi und er sagte, man solle die nson, den gehabten Gewinn, in's Salzmeer werfen. Tie Stelle hat verschiedene Auslegungen erfahren, namentlich hat das, was man unter bw royo dusd zu verstehen habe, zu seltsamen Combinationen geführt. Nach Zuckermann u. A. soll es götzendienerisches Geld bedeuten. Levy, Gesch. d. jüd. Münzen S. 127 ff. will tusd DM soviel wie im DM darun- ( I ter verstehen, gestützt auf die Mischna Kethub. 9, 9. > Ebenso Grätz, Gesch. d. I. IV., S. 514. Frankel, Monatsschrift 1866, Aprilheft, gelangt sogar zu der jedenfalls etwas gewagten Conjectur, daß hier d:sd nicht Gefahr bedeute, sondern ein Ortsname sei. Wir glauben allen diesen Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, wenn wir uns an dem eigentlichen Sinne dieser wie der hier noch in Betracht kommenden Stellen halten, welcher ist festzustellen, mit welchen Münzen man den nicht auslösen dürfe. Vor Allem scheint uns daher die Annahme, daß TiDff ysoo, die Münze eines Empörers bedeute, nicht zutreffend. Denn abgesehen, daß es alsdann nyson "msn oder -nie bv 'sde heißen müßte, — das könnte allenfalls eine Corrumpirung des Textes sein, wie sie nicht selten vorkommt — will auch das nachfolgende *o*ns p ins zu derselben nicht recht paffen. Unter tvd mrstand man im Alterthum, wie noch jetzt eine Person, welche sich gewaltsam gegen die rechtmäßige Herrschaft austehnt, und es ist wohl kaum denkbar, daß die damaligen Juden, denen jene große Epoche des Bencasiba und deffen tragisches Ende noch in so frischer und heiliger Erinnerung vorschweben mußte; denen auch, wie genugsam bekannt, bte römische Herrschaft als eine usurpirte und gottlose im Innersten verhaßt war, den großen Agitator als tvö und jene Zeit als mno DM bezeichnen sollten, wodurch sie zugleich selbst alle jene großartigen Bestrebungen und ihre Faktoren gebrandmarkt hätten. Außerdem vermögen wir auch den Zusammenhang zwischen tew ysco und mso rsyo urcht zu begreifen; roch weniger die Beziehung, welche diese Stelle zur Mischna hat, zu welcher sie doch unzweifelhaft gehört. In dieser (Maser scheni) heißt es: Eine weitere Ausführung v.. yiEPCK dy uw "'wyo pbbriD pn «sv uw ysDen by *6: dieser Mischna ist unsere fragliche Stelle, und den eigentlichen Grund gibt Maimuni zur Mischna: dind swn *?ss -psn rn:i ,ww"n so« nsn’w :es i*osirP *?svw *psn nt 'ww "piD -)we:. Demnach ist der Schwerpunkt der Mischna sowohl wie der fraglichen Stelle lediglich in dem Umstande zu suchen, daß man den nur mit gangbarer Münze auslösen darf. Was hat aber der Moment der Empörung damit zu schaffen? Wir glauben daher nicht zu irren, wenn wir -new ysüD „eine streng verbotene Münze" übersetzen. Das Wort "pd heißt allerdings „ empören", aber in der Form Ty)/2 vom Rad. "ns — umherirren, verfolgen, welche letztere Bedeutung hier sehr gut als „verbieten" aus-

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