Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 41-42 (10.10.1867)
- Date
- 1867-10-10
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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VIII. Jahrgang._ ZweiteBeilage zu Rr. 41 &42 desZsraelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mainstockheim in Unterfranken. Am 8. Sept. wurde in der Erziehungs-, Unterrichts- und Handels- Anstalt des A. Hirsch dahier im Auftrag unseres Districts-Rabbiners Bamberger in Würzburg, welcher damals daran verhindert war, durch den Districts- Nabbiner Adler von Burgpreppach in Gegenwart von Sachkennern und Schulfreunden eine eingehende Prüfung abgehalten. Dieselbe liefert ein höchst befriedigendes Resultat und zeigte klar, daß der erwähnte sehr gelehrte Instituts-Director und sein tüchtiges Lehrerpersonal mit aller Gründlichkeit und dem rühmlichsten Fleiße den Unterricht ertheilen. Wir haben uns überzeugt, daß ein trefflicher Geist in dieser Anstalt herrscht, in welcher nebst den hebr. Lehrgegenständen auch die modernen Sprachen und andere Wissenschaften gründlich gelehrt werden, so daß sie mit vollem Rechte als eine der besten bezeichnet werden kann. Wolf Roth st ein. H. Stern. Breslau. Herr Or. Cohn von Breslau wurde von der österr. Regierung zum ersten Consul ernannt. (Hamagid.) MiloSlaw (Posen), 22. Sept. Gestern Vormittag brach in einem Hause der Judenstraße, dessen Besitzer einen Theeranstrich vollziehen ließ, Feuer aus. Das ganze sog. Judenviertel, im Ganzen einige vierzig Hauser, ist niedergebrannt und ist dadurch eine große Anzahl armer Familien obdachlos geworden. Die Synagoge und der sogenannte Bazar sind vom Feuer verschont geblieben. Oesterreichischer Kaiserstaar. Man schreibt aus Güfstng, Eisenburger Comitat: Am 28. Sept. starb hier ein Mütterchen, Namens Rebekka Neumann, israelitischer Consession, im Alter von 105 Jahren. Sie hatte 36 Enkel und 51 Urenkel. Italien. SitNNU. Bor einiger Zeit verschied dahier Herr Angelo Paggi, ein tüchtiger Hebräer. In Sienna war er Lehrer an einer Schule, die ihm nur ein sehr kümmerliches Einkommen brachte. Dem „Däueatvre Isrüslita" entnehmen wir über ihn Folgendes: „Mehrere seiner katholischen Schüler, die ihn als einen gründlichen Hebräer kannten, waren mit ihm sehr befreundet. Zuletzt drang sein Ruf als Gelehrter selbst zu den Ohren des Prälaten Minucci, welcher damals den erzbischöflichen Stuhl zu Sienna inne hatte. Wiewohl dieser Geistliche kein fanatischer Proselytenmacher war, bot er nichtsdestoweniger dem jüdischen Gelehrten an, ihn als Professor des Hebräischen an .der Universität anzustellen, wenn er zum christlichen Glauben übertreten werde. Doch der hochbetagte Gelehrte erwiderte dem Prälaten, er danke ihm für seine Güte; da er in der Geschichte und auö eigener Erfahrung' gelernt habe, daß die Juden unterdrückt würden, so könne er sich nicht mit dem Gedanken vertraut machen, die Partei der Unterdrückten zu verlassen, um sich mit derjenigen der Unterdrücker zu vereinigen und daß er, wenn die Verschiedenheit der Religion seine Beförderung verhindere, die Stelle eines armen Schulmeisters einer einträglichen Professur vorziehe. Diese einigermaßen heftige Erwiderung erregte, zur Ehre des Prälaten sei es gesagt, durchaus nicht dessen Mißvergnügen und er drückte dem Israeliten sein Bedauern darüber aus, daß er ihm wegen einiger bestehender Gesetze, welche er nicht umgehen könne, die fragliche Stelle nicht übertragen dürfe. Afrika. Tunis« Der Bey von Tunis, schreibt die „Lckuoator« Israelits," wählt immer die tüchtigsten Männer als seine Aerzte, ohne Rücksicht auf deren Glauben. Sein letzter Arzt, der auch Promedicus der Regierung war, war Herr Dr. Castclnurro, ein Israelit. Sein gegenwärtiger Arzt ist Herr vr. Lumbroso; beide sind ans Livorno gebürtig. Trotz der hohen Stelle, die diese Männer besaßen, haben sie bei keiner Gelegenheit unterlassen, ihre jüdischen Gefühle zu zeigen.' (Jew. Chron.) Australien. Melbourne. Das Verwaltungs - Comit6 des Melbourner Hospitals hat in einem werthvollen Geschenke seine Anerkennung gezeigt für die großen Dienste des Herrn Henry I. Hart (Israelit) amerikanischen Consuls, durch dessen Vermittlung in Verbindung mit dem Bazar, welcher jüngst in dieser Stadt abgehalten wurde, die schöne Summe von 3600 Psd. St. zum Baufond der Anstalt einging. Die Adresse, welcke einstimmig angenommen wurde, enthält die Resolutionen, in denen das Comite seinen Dank ausdrückt, und trägt die Unterschrift des Herrn P. Palnier, Vorsteher Per Legislatur, der auch Vorsteher des Hospital - Comitss ist. Das Geschenk ist mit Wappenbildern bemalt.