Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1867)
- Date
- 1867-09-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Vffl. Jahrgang. j o 38 Der Israelit. Ein Gentral - Organ für das orltzodore Kudenthum. Herausgegeden von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 4. September 5627 (186 7). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 16 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate U/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expeditwn franco einzusenden. Inhalt» Leitende Artikel: Teschubah. — Ueber die Reform der israel. Eidesleistung in Oesterreich. — LrituugSnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. München. Lübeck. — Frankreich: Metz. — England: London. — Feuilleton: Des Königs Eidam. Inhalt der Beilager Leitender Artikel: Einige Bemerkungen, die religiöse Trauung betretend. ZeitungSaachrichtea aud Korrespondenzen: Deutschland: Bad Nenndorf. Belgard.— Oesterr. Kaiserst.: Wien. Eisenstadt. AusKomorn. — Italien: Rom.— Frankreich: Paris. — England: London — Rußland: Odessa. — Leitende Artikel. Teschubah. Mainz, den 29. August. Wann diese Zeilen sich dem Auge der geehrten Leser und Leserinnen darbieten werden, dann befinden wir unS bereits im Elulmonate, im Monate der Vorbereitung zu den hohen Festen. Dann tönt bereits des Schofars herber, bitterer Ton in unser Ohr, uns zu mahnen, daß der Tag des Gerichts herannaht, daß die Tage der Teschubah nicht mehr fern sind und daß er kömmt, der ernste Tag der Sühne. So wollen denn auch wir uns vorbereiten und uns offenhalten die Pforten der Teschubah, der Rückkehr zu «nserm Gotte, von dem wir uns leider so manches Mal im Getriebe des Verkehrs, im Laufe eines sich lang dahindehnenden Jahres entfernt haben: ron? ■piSv'n ny kehre zurück, Israel, zu deinem Gotte! „Kehre zurück? kehre um?" wird Mancher halb 1 verwundert, halb entrüstet ausrufen; „ist das nicht! ähnlich dem verpönten Verlangen des verstorbenen > Stahl: „„die Wissenschaft soll umkehren!"" Umkehren,! im Zeitalter des Fortschrittes? Fort mit den Dunkelmännern, den Rückschrittspropheten! Wir wollen nicht umkehren; wir lieben unsere Eisenbahnen und 7>legrapheminien, un^re Dawpfboote uns Dampfmaschinen, unsern Comfort und unsere Handelsverbindungen, welche über die Meere hinausreichen, unsere.. Wir müssen dich unterbrechen, Freund, du mißverstehst uns ganz und gar; wir wollen dir weder die wiffenschastlichen noch die gewerblichen Errungenschaften der Gegenwart rauben, wir verlangen nicht, daß die Wissenschaft umkehre, sondern daß du selbst umkehrst, wenn du dich auf falschem Wege befindest; oder lebst du der festen Ueberzeugung, daß du nie vom Wege! des Wahren und Guten abgewichen bist — dann brauchst du freilich nicht umzukehren, dann schreiben wir nicht für dich, sondern für uns und noch viele Andere, die diese beglückende Meinung nicht von sich hegen. Für uns und diese Letzteren also wollen wir jetzt darlegen 1) die Nothwendigkeit der Umkehr, 2) wie wir uns selbst zur Rückkehr erwecken und ermuntern sollen, 3) in welcher Weise wir dieselbebewerkstelligen, und 4) wie wir uns vor einem Rückfall in die alte Sündhaftigkeit hüten und bewahren sollen. I. Wenn wir den Begriff der Teschubah, der Rückkehr oder Umkehr uns klar machen, so müssen wir zuvörderst den Weg genau in'S Auge faffen, den wir