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Der Israelit · 1867-08-28 · Heft 35 (28.8.1867) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 35 (28.8.1867)
Date
1867-08-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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SS er Israelit. Ein Kenlrat - Grgan für das orthodore Kudenthum. Herausgegedm von »r. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2 8. August 5627 (186 7). Diese Zeitung erscheint wöckientlich einmal, Mittwoche, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder st. 5. 16 fr. rh Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate H/a Sgr. die Petitzeüe over deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition frrnco einzusenden. Zn halt» Leitende Artikel: Der Orient. — Heber die Reform der israel. Eidesleistung in Oesterreich. — LeicungSuachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Baden. — Öesterr. Kaiserst.: Szerdahely. — Frankreich: Paris. Paris. — England: London.— Schweden: Stockkolm. — Donaufürstenth.: Bukarest. — Australien: Sydney. — Asien: Smyrna. — Feuilleton: Des Königs Eidam. Inhalt der Beilager Leitender Artikel: Die Bibel und die Naturwissenschaft. — LkitnnpSnachrichteu und Korrespondenzen. Deutschland- Würzburg. Stuttgart. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Peterwasar. — Italien: Bologna. — Donaufürstenth.: Bukarest. — Türkei: Konstantinopel. — Feuilleton: David Rubeni und R. Salomo Molcho. - Leitende Artikel Der Orient. Seit einiger Zeit, besonders seit der weithin sich erstreckenden Dampflinien, wird das Interesse Europas rege für unsere Brüder im Morgenlande. Einzelne Berichte machten das jüdische Pu«>likum mit den allgemeinen Verhältnissen dieser Länder ein wenig bekannt; diese Berichte selbst beruheten meist auf vorübergehender Anschauung und hatten die Vulgarisirung gewisser Thaten zum Zwecke, welche das Eine oder daS Andere für den Orient vollbracht zu haben glaubten. Während der Eine den Stand unserer Brüder von der phantastischen Höhe des klassischen Morgenlandes beobachtete, gefiel sich ein Anderer darin, die dortigen Juden so prosaisch zu beurtheilen, daß man fast die Hand eines Eisenmengers in dessen Schriften wähnte. Zwar lebe ich noch nicht sehr lange in dieser Gegend, allein mein beständiger Eontact mit allen Schichten der jüdischen Bevölkerung bat es mir ermöglicht, einen mehr als oberflächlichen Einblick in die jüdischen Verhältnisse zu gewinnen. Das Resultat dieser gewissenhaft angestellten Betrachtung will ich hiermit Ihren gesch. Lesern überliefern. Wohl kenne ich die Unzulänglichkeit meiner Fähigkeiten, was mich eben zwingen wird, meine Schilderungen schmuck- und prunklos darzubieten; vielleicht gewähren mir Ihre gütigen Leser Nachsicht. Ich meinerseits werde mich bestreben, das durch Wahrheitsliebe zu ersetzen, was meinem Style an Eleganz mangelt. Mit der Karte in der Hand will ich diesen Bericht beginnen. Sobald wir einmal Bukarest verlassen haben, verlieren wir im Allgemeinen das deutsch-jüd. Element; fortan erscheint der Jude mit der türkischen Kopfbedeckung, oft auch das türkische Costüm tragend. Wir befinden uns unter den sogenannten spanischen Juden oder Spaniolen, ihrer Mundart wegen so genannt, ldenn bis heute haben sie das Altspanische als Muttersprache beibehalten. Freilich wird diese Sprache sehr unkorrekt gesprochen; sie ist nicht rein und ist mit Worten aus allerlei Idiomen vermischt. Dies liegt eben an dem Verfalle, welchen wir zu betrauern haben, in der Mitte dieser so fürchterlich heimgesuchten Brüder. Mit grausamer Wuth aus dem zweiten Mutterlande vertrieben, konnten diese Unglücklichen nur um den Preis ihrer letzten Habe Ausnahme bei dem damals so übermüthigen Türken finden. So wurde diese Sprache vernachlässigt; abgeschloffen von der Gesammtwelt, konnten die nach und nach entstan-

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