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Der Israelit · 1867-08-21 · Heft 34 (21.8.1867) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 34 (21.8.1867)
Date
1867-08-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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587 quemlichkeit der Besucher zu treffen, Adressen an den Sultan und Vice-König von Egypten vorzubereiten und zu überreichen, die Honneurs der Stadt zu machen und der verdiente Ruf der Gastfreundschaft aufrechtzuhalten. Die Localblätter geben weitläufige Berichte über die vollständig befriedigende Erfüllung dieser mannigfachen Pflichten von Seiten des Mayors. Es ist bemerkenswerth, daß ein Mitglied des jüdischen Volkes (der Mayor ist bekanntlich ein Jude), dessen frühere Geschichte mit der Egyptens in Verbindung steht, die Adresse an den Vice-König in Egypten überreicht hat. Der Sprecher der Deputation, welche den beiden Fürsten die Adresse übergab, war ebenfalls der Mayor, dessen einzige Unterschrift diese Documente trugen. Diese Verhältnisse werden den beiden Fürsten den besten Beweis von Englands Liberalismus liefern und diese Unterschrift wird ihnen stets in Erinnerung bringen, daß der Mann, welcher an der Spitze der hiesigen Stadt steht, ein Mitglied desjenigen Volkes ist, das unglücklicherweise, in mehreren Ländern noch aller bürgerlichen Rechte beraubt ist und das früher in ihren eignen Ländern die niedrigste Stellung einnehmen mußte. Hinzufügen wollen wir noch, daß die Regierung dem Stadtrathe ein besonderes Schiff während der Besichtigung der Flotte zur Verfügung stellte, und daß der Mayor, während der Fahrt, wiederholte Beweise seiner Gastfreundschaft, welche sein Dienstjahr auszeichnet, gab. (Jew. Chron.) Amerika. Washington. Den amerikanischen Zeitungen entnehmen wir, baß Herr Markus Otterburg, Bruder des Herrn Dr. Otterburg von Paris, zum Gesandten der vereinigten Staaten in Mexrko ernannt worden ist. Der junge Diplomat ist amerikanischer Bürger und war seit mehreren Jahren Consul der vereinigten Staaten in Mexiko. Die Negierung hat ihn, indem sie seine hohen Verdienste anerkannte, zu diesem hohen, bei den gegenwärtigen Umständen sehr wichtigen Posten erhoben. — Da Herr Otterburg erst nach dem Tode des Kaisers Maximilian zum Gesandten ernannt wurde, so konnte er auch nichts dazu beitragen, das Leben dieses unglücklichen Fürsten zu retten. Hoffen wir, daß er seinen hohen Einfluß auch zum Schutze für seine Glaubensgenossen, die in diesem Lande wohnen oder durch dasselbe reisen, benutzen werde. St. Louis. In St. Louis in Amerika wurde am 24. v. M. unter den üblichen Formalitäten der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt, welche von der hiesigen Tempelbaugesellschast mit einem Kostenaufwands von 100 000 D. errichtet werden soll. Bei der Feier betheiligten sich außer den bestehenden jüdischen Gemeinden auch die Geistlichen anderer Confesstonen, ferner die Freimaurer-Groß Loge von Missouri und mehrere dieser angehörigen Logen. Feuilleton. Des Königs Kidarn. (Fortsetzung.) YL In den Spättommertagen siedelte der Hof nach dem Jagdschlösse des Königs in Litthauen über. Der junge Geistliche, welcher der Prinzessin den Religionsunterricht zu ertheilen hatte, begleitete sie dorthin. Esther war seit jenem Sabbat im Walde nur eine stumme, gleichgiltige Zuhörerin, die süßen Worte des Priesters machten keinen Eindruck mehr auf sie. Maria bemerkte das wohl, allein sie wollte die Freundin nicht kränken und schwieg. Destomehr verdroß es den Priester, und dieser verfehlte nicht, die verstockte Jüdin beim Könige zu verklagen. Der König ließ Esther rufen und redete mild und freundlich zu ihr; er versprach ihr, sie auszuftatten mit königlicher Freigebigkeit und ihr einen Gemahl auszusuchen unter den Großen des Landes; nur solle sie nicht verstockt sein und ihr Herz weder den Wahrheiten des Christenthums noch gegen die Pflicht der Dankbarkeit verschließen. Esther küßte, ohne ein Wort zu erwiedern, dem Könige die Hand, auf die zwei große Thränen fielen. Der König bemerkte es; er nahm diese stummen Beweise der Rührung für Zustimmung und entließ das junge Mädchen, nachdem er es auf die Stirne geküßt hatte. Als Esther den König verlassen hatte, wurde sie zur Königin gerufen, die überaus zärtlich und liebevoll gegen sie war; sie theilte der Freundin der Tochter im Vertrauen mit, daß für diese bereits sehr glänzende Anträge vorlägen; auch mit Esther habe man es gut im Sinne; man würde sie auf die glänzendste Weise versorgen; dagegen erwarte man mit Bestimmtheit, daß Esther sich nicht weigere, in den Scheoß der Kirche sich aufnehmen zu lassen; die Confirmation der Prinzessin könne nicht schöner als durch die Taufe der Freundin gefeiert werden. Auch der Anrede der Kömgin setzte Esther nichts als Thränen entgegen. Die Königin wollte sie zu keinem Versprechen drängen; sie umarmte sie innig und sprach: „Du kennst jetzt unsere Wünsche; mache unS Freude!" Als Esther allein in ihrem Zimmer war, verschloß sie die Thüre; dann warf sie sich auf die Knie nieder und flehte zu Gott um Kraft und Beistand.

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