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Der Israelit · 1867-08-14 · Heft 33 (14.8.1867) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 33 (14.8.1867)
Date
1867-08-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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577 eine Zeit zur Freude — als Israel in Egypten war und man dasselbe mit Härte zu schwerer Arbeit zwang, da sah Gott seine Noth und sein Drangsal, und der Heilige, gelobt sei Er! wollte das Ende durch das Verdienst der Väter beschleunigen und sprach zu ihnen: „Verringert Euern Namen um einen Buchstaben, auf daß ich Euern Kindern die Zeit der Erlösung rascher herbeiführe." — „Wie kann ich, o Herr der Welt!" sprach Abraham, „dieses thun? Du hast mir den Buchstaben he gegeben, daß ich Vater einer Menge van Völkern werde,39) gebe ich denselben zurück, so werde ich, wie ich gewesen!" — „ Und ich," sprach Jakob, „verringere ich meinen Namen um jod, so bleibt akeb!" — 40) „Nun," sagte Jsak, „gebe ich das jod hin, so bleibt fechok!") Früher nämlich schrieb sich Jsak eben mit einem sin, weshalb auch viermal noch dieses Wort so in der Schrift geschrieben sich findet, 42) zum Zeugniß, daß er allüberall nach den vier Seiten der Welt so geheißen. — „ Aber," fuhr Jsak fort, „nimm mir o Herr der Welt! das sin und gib mir dafür das zadik, und so möge Israel 210 Jahre in der Gefangenschaft Egyptens bleiben, so viel Jahre als das sin mehr als das zadik ist." —43) So geschah es denn auch durch das Verdienst Jsak's, und Israel zog aus Egypten, die Thora zu empfangen, die seine Freude ist allzeit. — „Eine Zeit zum Klagen" — als die Engel des Friedens bitter weinten Der die Zerstörung des Tempels, und „eine Zeit zum Frohlocken" — als Israel in das gelobte Land einzog. — An den Ausgang aus Egypten wird aber hier nach der Geschichte von den Kundschaftern und an das Einziehen in das gelobte Land nach der Zerstörung des Tempels ermahnt, UM erst die Strafe und dann das Gute zu erwähnen, denn so ist es Brauch in Israel, gleich dem Segen Jakobs und nicht wie der Segen Bileams. Jedoch im Anfang, bevor Abraham geboren worden, geschieht erst des Guten Erwähnung: „Eine Zeit zum Geboren-werdm" u. s. w. — „Eine Zeit war, die Steine wegzuwersen" — als die Herrlichkeit Israels vom Himmel zur Erde geschleudert ward, da lagen die heiligen Steine vorn auf allen Straßen zerstreut,4b) und „eine Zeit wieder, die Steine einzusam- 39) 1 B. M 17, 4. — 4") fterfe. — Vergl. 1. B. M- 25, 36 und 37, 36. — 41) Spott. — 42) So Ps. 105, 9. Jerem. 33, 26. Amos 7, 9. 43) Vergl. Pirke R. Elies. Cap. 48. — Das Targum zu Schir Halch. 2, 8. — Auch der Zahlenwerth des Wortes po5«a (1. B M- 21, 12) ist 210. — 44) Vergl. Megilla 31, d. — 45) Klage!. 4, 1. — mein" — zur Zeit Mordechri's und Esther's, wo es hieß:4°) „Gehe und versammele alle Jehudim!" — „Eine Zeit zum Umarmem" — zur Zeit Esra's, als sie von Babel zucückkehrten, denn so pflegt es ja bei Zurückkehrenden zu geschehen, daß sie sich gegenseitig umarmen, und „eine Zeit, Den, der umarmen will, zurückzustoßen" — zur Zeit der Könige aus dem Hau'e der Hasmonäer, als Jawan's Reich zur Herrschaft gelangt und über die Töchter Jsrael's ein hartes Geschick verhängt war.— „Eine Zeit, die Weisheit zu suchen" — zur Zeit Hillel's, des altern, und R. Akiba's, als sie Gott baten, ihnen den Genius der Thora vollständig in Besitz zu geben,47) und „eine Zeit, die Weisheit zu verlieren" — als Israel in die Gefangenschaft Evom's wanderte, da verlor sich die Wnsheit aus seiner Mitte; aber es wird mit gleichem Maaße vergolten, wie geschrieben stehtiS) „Ich werde die Weisen aus Edom schwinden lassen." — „Eine Zeit, die Thora zu bewahren" — eben in jenen Verbannungen. — Wie vielfach erging Verfolgung und Tod in der Gefangenschift Eoom's über Israel, und dennoch ward die Thora nicht von ihm vergessen! Aber, ach, es gab auch „eine Zeit, abzuwerfen" — als die Spätern nicht so wie die Frühem die Kraft hatten, in Noth und Drangsal der Versuchung zu widerstehen, und das Joch des Gesetzes abwarfen und aus der Gesammtheit Israels austraten! — „Eine Zeit zum Zerreißen" — als eben jene Abgefallenen die Thora zerrissen, sie in viele fremde Sprachen übersetzten und zugleich fremd- und abartig deuteten! — Hierüber heißt es: schauet mich nicht an, daß ich so schwarz bml Mich hat die Sonne so verbrannt, meiner Mutter Söhne waren mir gram!" — Aber es gab auch „eine Zeit zum Zusammennähen" als ein Onkelos, so wie mancher Andere, zum Judenthum übertrat und sein Targum schrieb und die Rcsse, welche Frevler gemacht, wieder zusammennähete. Hiervon h ißt es:^°) „Schwarz bin ich. doch lieblich, ihr Töchter Jerusalems! lieblich und schön, wenn auch die Uebersetzung aus den Hütten Kedir^s kommt, weil Verstänvniß und Erklärung weiß und glänzend sind wie die Teppiche Salomo's". — (Fortsetzung folgt.) 46) Esther 4, 16. — 47) Vergl. Hechal. rabb. Cap. 30 und Othioth der. Akiba oth zadi. — 48) Obadja V. 6. - 49) Hohes!. 1, 6. — 50) Hohesl. 1, 5. — * I I r l ' i i

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