Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1867-07-31 · Heft 31 (31.7.1867) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
8 (1867)
Issue
Heft 31 (31.7.1867)
Date
1867-07-31
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447291-2447322--05358-2460860
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

542 ypNommen ein,.. haß z u,v e r l äs s i g e; Resultate nur durch eine gute Erziehung zu erreichen sind. Allein wie ^Sie selbst' bemerken, ist der Plan heute noch unausführbar. Wohl wird fchvn seit vielen Jahren in denAnstalten, auf diedas ganze Judemthum ..mit -.Stolz blickt, in Frankfurt, Mainz, Fürth, Pfungstadt, Segnitz M. ,a. thatfachlich solche Jugend erzogen; allein ich kann nicht zugeben, daß der Verein in er st er Linie berufen sein soll „Jünglinge religiösen Willens..und Wissens zu exzichm," dies ist noth- -rvendige -B-asiL, -aber ist, für -wirklich«- Unterkommen schon in jetziger Generation (nicht erst in den von Ms erzogenen) zu sorgen. Es entgeht Ihrer sachgemäßen Auseinandersetzung selbst nicht, daß dieser Weg wohl ein wirklich nothwendiger und recht gründlicher sei, aber eben zu sehr an deutscher Gründlichkeit laborirt, die etwa seit einem Jahre ziemlich in Mißkredit gekommen, womit wohl nicht gesagt ist, daß dieß nach allen Seiten auch mit Recht geschehen, aber doch das Bedürfniß der THatsachen, das facta loquuntur, sich mit Recht Bahn bricht. Ihrer Bemerkung gegenüber, daß dieser Weg yhve großen Fond eröffnet werden könne, erlaube ich mir zu bemerken, daß hier zum Resultate ,zu kommen das Allsrschwierigste, ja Allerkostspieligste sein dürfte, denn wohl werden Sie zugeben, daß gute Erziehung Geld, viel-Geld kostet und kosten muß (ex nifiiio nihil fit) u. z. so viel Geld, daß, wenn man sich diese Organisation einigermaßen vor stellt, man an der Houorirung der Lehrkräfte in den verschiedensten Oertern verzweifeln müßte, was wir illber auch nicht wollen, denn ich sehe auch die Nothwendigkeit solcher gründlichen Remedur in Verbindung mit der sofortigen Realistrung des eigentlichen Zweckes ein, und wird rv"iyn schon helfen. Sie finden meinen Entwurf zu complicirt, ich habe in den Anmerkungen zu demselben selbst auf die große Complication deffelben aufmerksam gemacht und alle Welt ersucht, Vorschläge zur Vereinfachung -zu machen. Niemand mehr als ich würde sich darüber freuen, Md würde ich Ihnen sehr zum Dank verpflichtet sein, wenn Sie auch hierin Ihre intellectuelle Kraft angedeihen ließen. Wie sich das so ganz Unbestimmte „den Verein aus seiner Wirksamkeit heraus sich vie für ihn geeigneteste, seine Entfaltung am wenigsten hemmende äußere Umkleidung gestalten zu lassen," realisiren läßt, und wer sich, ohne daß die Wahl auf ihn gefallen (wobei wsr wieder eine Wahlordnung nicht umgehenkönnen) wsrthschaften, verordnen rc. rc. wird, das kann ich in der That nicht begreifen. Ihr Vorschlag scheint, wie aus Ihrer folgenden Auseinandersetzung hervorgeht, dahin zu gehen, daß die Subcomitss vom Centralcomite ernannt werden sollen, ein Vorschlag, der mir allerdings auch schon hon anderer Seite gemacht worden, und welchen ich als ganz offene Frage betrachte; aber das Centralcomite muß ja wenigstens gewählt werden, wer wird denn so prätentiös sein, sich zu solchem aufzuwerfen? — Auch wäre es, meiner unmaßgeblichen Ansicht nach, sehr schädlich, wenn dieselben Männer die Coinitemitgliedschaft als unkündigbare Domäne behalten, alle andern Mitglieder nur zahlende Mitglieder wären, es wird dadurch jedes Interesse gelähmt; es muß der Wettstreit der Berufung zum Ehrenamte gefördert und nicht unterdrückt werden, selbst, wenn nur durch den Hebel eines sehr verwickelten Apparates möglich. Ob das von Ihnen in Anregung gebrachte Recurs Veto nicht mehr hinderlich als förderlich ist, mag ich nicht entscheiden; ich befürchte es aber; daher glaube ich, dürfte mein Vorschlag, die Wünsche der nicht erscheinenden Mitglieder in Subcomitss vor der Wahl rechtzeitig zu eruiren, vorzuziehen sein. Doch möge auch hierüber wie über alles die öffentliche Meinung entscheiden. Rücksichtlich der Privatdivergenzen der Behelligten glaube ich in Anmerkung 5 des StatulenentwurfS dieselbe genügend begründet zu haben; es hänselt sich eben stier sehr oft, ja meistens um Privatintsressen vieler Mitglieder, was bei der „Alliance" nicht der Fall ist. — Den Wunsch, die durch den Verein zu versorgenden jungen Leute zu Beiträgen zu verpflichten, habe ich niemals geäußert, wodurch die dießbezügliche Discusston nicht für meine Adresse ist. Uebrigens ändert dieß nicht viel, jeder wahre mir hat die Pflicht, sein Urthsil über die hierher gehörigen Fragen abzugeben. Meines Theils glaube ich, daß es nicht zu viel verlangt wäre, wenn man Eltern, für deren Kind w der Verein thätig ist, verpflichtet, für die Bemühung wenigstens für das Kind ein Minimum jährlichen Beitrages zu zahlen, auch ein Commis wird wohl noch 1 Thlr. jährlich zu entbehren haben, und wir dürfen, wo bl besonders im Anfänge, bevor der Verein eine so große Mitgliederzahl besitzt, daß es ihm auf Hundert mehr oder weniger nicht anzukommen braucht, kaum so gerechter Betheiligung gegenüber, die reine ideale Großmuth vorziehen; Rücksichten auf notorische Ausnahmsfälle können ja die Agenten des Vereines immer nehmen. Uebrigens sind Ihre Vorschläge, davon speeielle Associationscaffen zu bilden, auch nicht acceptabel. (Schluß folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.