Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 8 (1867)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1867)
- Date
- 1867-07-31
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447291-2447322--05354-2460856- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
538 mit Beifügung moralischer Lehren. Dieses Testament wurde mit sehr weitläufigen Anmerkungen von seinem ältesten Sohne R. Jacob Levi Hurwitz in Prag 1615 in 40 veröffentlicht. Eine zweite prachtvolle Ausgabe mit Beifügung des Testaments seines Enkels N. Sabbathai Scheitel Levi Hurwitz erschien in Amsterdam 1701 in 40 bei Jmanuel Athias. Sieben berühmte Rabbiner, die auf Verlangen des ersten Herausgebers, des genannten R. Jacob, ihre Approbationen zum Drucke gaben, nennen den Verfasser: pson omaa Ymio minai niTDna nviff V'aT y'io, ein Beweis, in welcher Hochachtung er bei den größten Rabbinen Polens und Böhmens stand. Er galt allgemein als einer der frömmsten und gesetzkundigsten Männer seiner Zeit in Polen. Der Name R. Abraham Schefteles, den ihm die Approbatoren beilegen, war seine vulgäre Benennung. Abraham Levi Hurwitz wurde sehr alt, die Zeit feines Todes jedoch ist unbekannt. 20. pmin ’iVn rpyan 'n Mehrere Schriftsteller haben in neuerer Zeit über R. Jesaia Levi Hurwitz geschrieben, aber alle sind aus Mangel an gehörigem Studium in mehr oder weniger Jrrthümer verfallen. Ich werde einige dieser Fehler berichtigen und den Grund davon Nachweisen. R. Jesaia Levy Hurwitz war der Sohn des R Abraham Levi Hurwitz und ausgerüstet mit den herrlichsten Anlagen, welche ihn zum Lieblingsschüler seines Vaters machten. Doch übte Salomon ben Jehuda Lölnsch, Oberrabbiner zu Posen und Lublin, den entschiedensten Einfluß aus seine Ausbildung. Während seines Studiums unter diesem Gesetzlehrer wurde er, wahrscheinlich auf dessen Empfehlungen, Bräutigam mit der Tochter des Gemeindevorstehers von Wien, des reichen Abraham Maul. Erft zur Zeit seiner Verheirathnng mit Chaja Maul verließ er die Schule des R. Salomon (n'to, S. 73). Dieses geschah um's Jahr 1590. Er war damals noch sehr jung, verehelichte sich aber früh nach polnischer Sitte. Er reiste zuerst zu seinen Eltern nach Lemberg, wo sein Vater damals Untersuchungen über die täglichen Segenssprüche schrieb. Jesaia nahm Antheil an diesem Werke, er verfertigte Anmerkungen dazu, die der glückliche Verfasser als eine Arbeit eines jungen aber gelehrten „p»J* boro" wiedergab. Wie es scheint, erhielt der junge Hurwitz gleich nach seiner Vermählung eine Stelle als Rabbiner in seinem Vaterlande Polen, denn wir finden ihn in dieser Qualität bei der Lubliner Synode vom Jahre 1590, wo gegen den Mißbrauch, durch Geld die Rabbinerstellen zu besetzen, Bann ausgesprochen wurde (paa^n, III. Jahrg, Nr. 18). Später wurde er Schulrector, «naino »n, zu Ostroj, in Volhynien, wo er lange Jahre hindurch seinem Amte mit Würde und Erfolg vorstand. Keiner seiner Biographen wußte bis jetzt etwas von dieser Amtsstelle R. Jesaia's in der berühmten Gemeinde, wo einst R. Salomon Saurier lebte und wo R. Samuel Adeles begraben ist, obgleich viele gedruckte Monumente darüber vorhanden sind. Ich erwähne nur folgende drei: das Buch nntn nato, das in Basel 1602 erschien, enthält eine Approbation von unserem Hurwitz, Schulrector der heiligen Gemeinde Ostroj. Im Jahre 1604 wurde in Prag von Jsaac Cohen aus Ostroj ein ’mio gedruckt; in dessen Vorrede, die er 1603 schrieb, erwähnte er des gelehrten R. Jesaia Levi, Schulrector zu Ostroj: nnjn p"pv d"-i nv.-i nw ppiwn Dann ->p'.n «noDi«. Eine Approbation an der Spitze des Buches man mpv, Prag 1611, von unserem R. Jesaia Levi Hurwitz, ist datirt: Ostrvj 1609. Das Jahr daraus soll er nach Frankfurt a. M. als Oberrabbiner berufen worden sein. Er war der erste nichtdeutscher Geistliche, der als Oberhaupt des Frankfurter Rabbinats ausgenommen wurde. Das Gemeindebuch, das in den Aufnahmsachen der Rabbiner genau das Datum der Aufnahme angibt, unterläßt es ausnahmsweise in der Aufnahmsache des R. Jesaia Levy Hurwitz. Wir wissen aber, wie oben gemeldet, daß er 1609 noch in Ostroj lebte, und aus einem Gutachten, abgedruckt in den n>a ■pi’n nftfir min’ Nr. 116 geht deutlich hervor, daß er 1611 in Frankfurt war, so daß die Angabe von seiner Berufung nach dieser Stadt im Jahre 1610 richtig zu sein scheint. Dem sei nun wie ihm wolle, so geschah seine Aufnahme in Frankfurt zur Zeit, als dis Anklagen des Angebers Löb Kraus beseitigt waren und die Gemeinde, die so lange Jahre in großer Gefahr schwebte, auf bessere Tage zu hoffen berechtigt war. Aber der Pöbel einmal gegen die Juden aufgerührt , ruhte und rastete nicht bis sie 1615, die Stadt verlassen mußten. R. Jesaia, der während der ganzen Zeit seines Rabbinats in Frankfurt eine solche Katastrophe befürchtete, folgte 1614 einem Rufe nach Prag m”&) n:»n bin). Dort bekleidete er das Rabbineramt sieben Jahre lang mit großer Ehre und Anerkennung seiner Verdienste. Sein Name wurde weit und breit so sehr gefeiert, daß zwei der größten Gemeinden Polens, Posen und Krakau, ihn als geistliches Oberhaupt wünschten, er aber lehnte ihre Gesuche ab, weil er gesonnen war, sich von Prag nach Jerusalem zu begeben, um in der heiligen Stadt in Gott zu leben. (Fortsetzung folgt.) Notiz. \ Wenn in gesundheitlicher Beziehung ein Mittest die allgemeine Aufmerksamkeit aus sich zu ziehen verdient, so ist eS in der That die Bruchsalbe deS Hrm.